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09.12.2014

12:12 Uhr

Vorzeitiger Chefwechsel bei BMW

Reithofer geht, Krüger übernimmt

Überraschender Wechsel: BMW-Chef Norbert Reithofer gibt seinen Posten vorzeitig ab. Sein Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats könnte für Kritik sorgen. Reithofers Nachfolger gilt schon seit Jahren als Kronprinz.

BMW-Chef Norbert Reithofer gibt seinen Posten vorzeitig ab ap

BMW-Chef Norbert Reithofer gibt seinen Posten vorzeitig ab

MünchenDer langjährige BMW-Chef Norbert Reithofer gibt vorzeitig seinen Vorstandsposten bei dem Autobauer im kommenden Jahr ab. Bei der Hauptversammlung im Mai soll der bisherige Produktionschef Harald Krüger zum neuen Vorstandschef bestellt werden, wie BMW am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung in München mitteilte. Reithofer, seit 2008 Konzernchef, soll an die Spitze des Aufsichtsrates bei dem Autobauer wechseln.

Er steht seit 2006 an der BMW-Spitze und hat den Konzern seither zu neuen Bestmarken geführt: Im laufenden Jahr will BMW weltweit erstmals mehr als zwei Millionen Autos verkaufen. Sein Vertrag sollte eigentlich noch bis zum Jahr 2016 laufen.

Reithofer richtete den Konzern und das Image von BMW neu aus – weg vom Hersteller spritfressender PS-Protze hin zum Anbieter von sparsamen Klein- und Kompaktwagen, Familienkutschen oder Elektroflitzern. Eine Entscheidung über den künftigen Vorstandschef – ob den bisherigen oder einen neuen – war eigentlich erst im Frühjahr 2015 erwartet worden. Über die Zukunft Reithofers bei BMW war zuletzt spekuliert worden, als im November bekannt wurde, dass der Manager Anfang 2015 in den Siemens-Aufsichtsrat einziehen will. Der 49 Jahre alte Krüger ist jüngstes Mitglied im BMW-Vorstand und gilt schon seit Jahren als Kronprinz.

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Der direkte Wechsel Reithofers in den BMW-Aufsichtsrat dürfte auf Kritik stoßen: Laut Deutschem Corporate Governance Kodex soll eigentlich zwischen Posten im Vorstand und im Aufsichtsrat eine Pause von zwei Jahren liegen – es sei denn, der Wechsel erfolgt auf Wunsch eines Großaktionärs. Bei BMW zieht die Familie Quandt/Klatten die Fäden. Johanna Quandt, ihrem Sohn Stefan und ihrer Tochter Susanne Klatten gehören zusammen 46,7 Prozent an dem Autobauer. Der Wechsel vom Vorstandsvorsitz zum Aufsichtsratschef soll laut Kodex „eine der Hauptversammlung zu begründende Ausnahme“ sein.

Der bisherige Chef-Kontrolleur bei BMW, Joachim Milberg, legt sein Amt den Angaben zufolge mit dem Ende der Hauptversammlung am 13. Mai 2015 vorzeitig nieder; Milbergs Vertrag war eigentlich bis zum Jubiläumsjahr 2016 verlängert worden. Der Manager, der selbst lange Jahre Produktionschef und BMW-Vorstandsvorsitzender war, soll künftig eine führende Rolle im Stiftungswesen des Konzerns erhalten. Wie BMW weiter mitteilte, wird der von VW abgeworbene Entwicklungschef Diess durch den BMW-Manager Klaus Fröhlich ersetzt. Der 54-Jährige war für kleinere und mittlere Modellbaureihen verantwortlich.

Obwohl das Autogeschäft bei BMW weiter rund läuft, mussten die Münchner zuletzt einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Während der Umsatz im dritten Quartal zulegte, schrumpfte der Gewinn um 1,2 Prozent auf 1,314 Milliarden Euro. Dazu kommt die weiterhin schwierige Lage auf dem Heimatkontinent. Dort kämpfen die Hersteller mit teils harten Bandagen um die wenigen Neukunden – und räumen dabei nach wie vor Rabatte ein.

Insgesamt verschob sich der Modellmix bei BMW im Sommer etwa durch den Anlauf des neuen Mini aber hin zu kleineren Autos. Diese werden immer wichtiger, denn sie helfen BMW dabei, die CO2-Auflagen in der Europäischen Union einzuhalten - spülen aber weniger Gewinn in die Kassen.

Kommentare (2)

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Herr mathias müller

11.12.2014, 15:10 Uhr

Der scheidende hinterlässt einige "Baustellen"

- QUALITÄT

- VERGRAULTE KUNDEN u.a.

Bring Mich Werkstatt niiiiiie wiiiiieder!

Herr Wolfgang Stroebele

11.12.2014, 16:50 Uhr

BMW hat ein riesengroßes Problem: QUALITÄT. Dagegen sind die anderen "Baustellen" Kinderfasching.

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