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27.10.2016

09:38 Uhr

Vossloh

Bahntechnikkonzern will weitere Sparte verkaufen

Erst kürzlich hat der Bahntechnikkonzern Vossloh sein Spanien-Geschäft abgestoßen. Nun drängt Aufsichtsratschef Heinz-Hermann Thiele einen weiteren Geschäftszweig zu verkaufen. Einen Käufer gibt es bisher nicht.

Der Bahntechnikkonzern Vossloh kann sich derzeitig nicht beschweren. dpa

Steigender Umsatz

Der Bahntechnikkonzern Vossloh kann sich derzeitig nicht beschweren.

DüsseldorfDer Bahntechnikkonzern Vossloh kommt mit dem Verkauf von Randgeschäften voran. Vorstandschef Hans Martin Schabert kündigte am Donnerstag an, „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit“ in den kommenden Monaten die Veräußerung des Geschäftes mit elektrischen Systemen für Schienen- und Straßenfahrzeuge unter Dach und Fach zu bringen. Ein niedriger bis mittlerer zweistelliger Millionenbetrag werde dann in die Kassen gespült. Ohne das Geschäftsfeld Electrical Systems werde die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) in diesem Jahr 4,5 bis 5,0 (Vorjahr: 3,8) Prozent erreichen, kündigte Schabert an. Ursprünglich hatte er 4,0 bis 4,5 Prozent angepeilt.

In den ersten neun Monaten sorgten die anhaltende Schwäche in den USA sowie Währungseffekte im fortgeführten Geschäft für einen Umsatzrückgang um 4,3 Prozent auf 664,1 Millionen Euro. Kostensenkungen hievten das Ebit aber auf 34,7 (Vorjahr: 29,7) Millionen Euro. Der Auftragseingang legte dank eines Großauftrages in dem zum Verkauf stehenden Lokomotivgeschäft auf 830 (725,1) Millionen Euro zu.

Für das Gesamtjahr peilt der scheidende Konzernchef nach der Herausrechnung von Electrical Systems nur noch einen Umsatz von 930 bis 970 Millionen Euro an. Ursprünglich hatte er einen Anstieg auf 1,3 Milliarden Euro anvisiert, musste dem schwachen US-Geschäft aber Tribut zollen und die Prognose auf den Vorjahreswert von 1,2 Milliarden Euro herunterschrauben.

Vossloh-Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz-Hermann Thiele hatte den Vorstand dazu gedrängt, sich auf die Bahninfrastruktur zu fokussieren und den Bereich Transportation zu verkaufen, der neben dem Lok-Geschäft auch die Düsseldorfer Electrical Systems umfasst. Der spanische Teil wurde bereits abgestoßen. Für den Standort Kiel bemüht sich Schabert bis spätestens 2017 noch um Käufer oder um eine nicht mehr von Vossloh kontrollierte Partnerschaft.

Schabert, seinerzeit von Thiele in den Vorstand geholt, hatte bereits im Frühjahr angekündigt, seinen im März 2017 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Ab April wird ihm Deutsche Bahn-Manager Andreas Busemann im Amt folgen.

Von

rtr

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