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12.11.2015

20:17 Uhr

VW-Abgasskandal

Brasiliens Umweltbehörde fordert 12 Millionen Euro

VonChristian Schnell

Der Abgasskandal dürfte VW Milliarden kosten, schätzen Experten. Nun hat das erste Land eine Strafe gegen die Wolfsburger erlassen. Wegen manipulierter Werte fordert Brasilien rund 12 Millionen Euro – die Höchststrafe.

Der Skandal dürfte VW teuer zu stehen kommen. Die brasilianische Umweltbehörde macht den Anfang. Reuters

Milliardenstrafen erwartet

Der Skandal dürfte VW teuer zu stehen kommen. Die brasilianische Umweltbehörde macht den Anfang.

FrankfurtBrasilien hat als erstes Land eine Strafe gegen den Volkswagen Konzern in Zusammenhang mit der Affäre um manipulierte Abgaswerte verhängt. Umgerechnet rund 12 Millionen Euro muss das Unternehmen laut der dortigen Umweltbehörde Ibama zahlen, wurde am Donnerstag bekannt. Eine höhere Strafe kann in Brasilien laut Gesetz nicht verhängt werden.

Konkret geht es dabei um das Modell Amarok, einen Pickup, der auch hierzulande verkauft wird. Bei rund 17.000 Fahrzeugen muss dort jeweils eine neue Software aufgespielt werden, gab der Konzern im Oktober zu. Das solle in den kommenden Monaten geschehen. Insgesamt betreibt Volkswagen in Brasilien drei Fahrzeugwerke und eine Motorenfabrik mit 20.000 Beschäftigten.

Die Strafe in Brasilien dürfte den Auftakt für etliche weitere Bescheide bilden, die in nächster Zeit bei Volkswagen ankommen werden. Die Summe von zwölf Millionen Euro dürfte dabei eher zu den Strafen im unteren Bereich gehören. Bereits bei Bekanntwerden der Abgasaffäre hatte die US-Umweltbehörde EPA mit einer Strafe von 18 Milliarden Dollar gedroht. Hinzu kommen Hunderte von Strafprozessen, die Kunden und Investoren inzwischen gegen den Konzern anstreben. Bis hierbei alles aufgearbeitet ist, können nach Einschätzung von Experten Jahre vergehen.

Das belastet auch die Aktie, die am Donnerstag gut ein Prozent auf knapp über 95 Euro verlor. Noch im Frühjahr war sie mehr als 250 Euro wert. Mit einer raschen Erholung rechnet niemand. Zumal nicht absehbar ist, ob nicht weitere Hiobsbotschaften drohen. Ingo Speich, redegewandter Fondsmanager bei der genossenschaftlichen Union Investment, sagte deshalb der „Financial Times“, die Wahl von Vorstandschef Matthias Müller und Aufsichtsratschef Hahns Dieter Pötsch hätte das Vertrauen in Unternehmenswerte beschädigt. „Es wäre wohl besser, frische Leute in Vorstand und Aufsichtsrat zu haben, um Vertrauen von den Kapitalmärkten zurück zu gewinnen“, so Speich wörtlich.

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