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12.02.2013

14:31 Uhr

VW-Affäre

Prozess gegen ehemalige Betriebsrat-Geliebte ausgesetzt

VonJacqueline Goebel

Die frühere Geliebte von Ex-VW-Betriebsratschef Volkert muss sich nochmal wegen Untreue verantworten, bleibt dem Prozess um Schmiergelder und Lustreisen aber fern. Der Richter pocht auf ihre Anwesenheit.

Leere Anklagebank: Der Prozess gegen die ehemalige Geliebte des Ex-Volkswagen-Betriebsrats wurde vertagt. dpa

Leere Anklagebank: Der Prozess gegen die ehemalige Geliebte des Ex-Volkswagen-Betriebsrats wurde vertagt.

BraunschweigDie Dienste der Dolmetscherin wurden nicht benötigt. Adriana Barros, die langjährige brasilianische Geliebte des ehemaligen Volkswagen-Betriebsrats Klaus Volkert und eine der Beschuldigten in der VW-Affäre, ist zu ihrem Prozess am Landgericht Braunschweig nicht erschienen. „Sie möchte kommen, sie kann nur nicht“, erklärte ihr Anwalt Hans-Joachim Gerst. Weder gesundheitlich noch finanziell sei es ihr möglich, an den Verhandlungen teilzunehmen. Das Gericht entscheidet daraufhin: Die Verhandlung wird ausgesetzt. Es müsse versucht werden, der Angeklagten die Teilnahme zu ermöglichen.

Adriana Barros muss sich wegen Beihilfe zur Untreue in 26 Fällen vor Gericht verantworten. Über 350.000 Euro soll Barros für Scheinaufträge für Werbefilme und an Spesen für gemeinsame Luxusreisen mit ihrem ehemaligen Geliebten Volkert von Volkswagen kassiert haben. Das Amtsgericht Wolfsburg sprach Barros im Mai von den Vorwürfen frei. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung gegen das Urteil ein.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Wann nun in zweiter Instanz eine Entscheidung gefällt werden kann, ist weiter unklar. Wie der Anwalt der Angeklagten mitteilte, befindet sich Adriana Barros in ärztlicher Behandlung. Aus juristischer Sicht ist der Prozesses auch ohne die Anwesenheit der Angeklagten möglich. Adriana Barros ließ jedoch über ihren Anwalt mitteilen, sie sei jeder Zeit bereit, Fragen des Gerichtes zu beantworten.

Sieben Jahre war Adriana Barros die geliebte des ehemaligen VW-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert. Die beiden lernten sich 1999 in einem Hotel in Brasilien kennen, in dem Barros an der Rezeption arbeitete. Jahrelang reiste die studierte Journalistin immer wieder nach Europa, um sich mit Volkert zu treffen. „Für mich war Volkert ein mächtiger, sehr gut verdienender Mann“, hieß es in der Stellungnahme.

Dass nicht Volkerts, sondern VW ihre privaten Treffen bezahlte, habe sie nicht gewusst. Doch die Staatsanwaltschaft bezweifelt genau das. Außerdem wirft sie Barros vor, dass sie insgesamt 250.000 Euro durch Scheinverträge für Werbefilme erhalten habe, ohne eine Gegenleistung zu bringen. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Der Skandal habe ihre berufliche Karriere beendet, erklärte die Journalistin in ihrer Stellungnahme. Doch sie glaube an Gerechtigkeit und hoffe nun, dass sie durch den Prozess ihre „Würde als menschliches Wesen“ wiederherstellen könne.

In der VW-Affäre spielt Adriana Barros nur eine kleine Rolle. 2005 war bekannt geworden, dass der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz über Jahre hinweg Betriebsratsmitgliedern Luxusreisen und auch Prostituierte bezahlt hatte. Als einziger der 14 Beschuldigten wurde Klaus Volkert zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach einem Jahr und neun Monaten kam der ehemalige Betriebsratsvorsitzende jedoch vorzeitig frei. Peter Hartz wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von über 500.000 Euro verurteilt.

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