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08.10.2015

04:50 Uhr

VW Amerika

Emissions-Verstöße bereits seit 2014 bekannt

VonAxel Postinett

Am heutigen Donnerstag muss der US-Chef von Volkswagen, Michael Horn, vor dem US-Kongress aussagen. In einem vorab veröffentlichten Redemanuskript kommen nun weitere Details ans Licht.

Der Chef von VW Amerika, Michael Horn, spricht am Donnerstag vor einem Ausschuss im US-Kongress. ap

Michael Horn

Der Chef von VW Amerika, Michael Horn, spricht am Donnerstag vor einem Ausschuss im US-Kongress.

San FranciscoDer US-Chef von Volkswagen war seit über einem Jahr über die Probleme mit Abgas-Anlagen bestimmter VW-Modelle unterrichtet. Das geht aus der vorab veröffentlichten schriftlichen Aussage von Michael Horn vor dem US-Kongress hervor, die am Donnerstag Abend deutscher Zeit in Washington stattfinden wird.

Horn ist zwar erst seit Anfang 2014 als Präsident von VW Amerika im Amt, also wohl nicht verantwortlich für die eigentlichen Manipulationen. Aber er wird sich harte Fragen gefallen lassen müssen, warum er so lange untätig blieb.

Horn erklärte laut der vorab veröffentlichten Aussage im Frühjahr 2014 nach einer Studie der Universität West Virginia intern informiert worden zu sein, dass es mögliche Verstöße gegen Emissionsrichtlinen gibt, die auch Strafen der Umweltbehörde EPA nach sich ziehen könnten. Daran anschließend gab es Gespräche mit der Behörde, um das Problem zu lösen.

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Aber erst am 3. September 2015 hätten VW-Ingenieure eingeräumt, dass eine spezielle Vorrichtung eingebaut worden war, um in Fahrzeugen von 2009 bis 2015 das Abgasverhalten zu manipulieren. Ein Rückruf der betroffenen Fahrzeuge wird voraussichtlich erst 2016 stattfinden. VW bereitet sich auf Milliarden von Euro an Kosten und Strafen vor.

Horn entschuldigt sich in dem Manuskript bei Kunden, Mitarbeitern und Öffentlichkeit. Er betonte zugleich, VW die volle Verantwortung übernehme.

Horn machte in der Stellungnahme keine Aussagen darüber, inwieweit und ab wann VW Wolfsburg informiert wurde. Das dürfte in der Befragung nach seiner Aussage eine wichtige Rolle spielen. Nach dem Skandal war unter anderem Vorstandschef Martin Winterkorn zurückgetreten. Das US-Justizministerium ermittelt gegen VW.

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