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03.05.2016

15:07 Uhr

VW, Audi, Mercedes

Die Zweifel am Diesel wachsen

VonLukas Bay

Die Autobauer beteuern, dass sich der Dieselbetrug von Volkswagen bisher nicht auf die Verkaufszahlen auswirkt. Eine aktuelle Studie nährt aber Zweifel, ob die Kunden wirklich so gleichgültig reagieren.

Das Image des Selbstzünders hat durch den Abgasskandal gelitten. dpa

Abgasuntersuchung bei Dieselfahrzeug

Das Image des Selbstzünders hat durch den Abgasskandal gelitten.

Der Diesel hat seine Vorteile für den Kunden eigentlich nicht verloren. Der Selbstzünder ist im Vergleich zum Benziner immer noch sparsamer, und an der Tankstelle wird der Diesel steuerlich weiter bevorzugt. Was die finanzielle Belastung für Fahrer angeht, ist der Betrug von Volkswagen folgenlos geblieben.

Unisono erklären die Konzernchefs seit Wochen daher, dass der Diesel weiter eine große Zukunft habe. Man habe bisher keinerlei Absatzrückgang in Europa festgestellt, sagte zuletzt BMW-Chef Harald Krüger auf dem Autosalon in Genf. „Bei Mercedes glauben wir an den Diesel“, betont auch Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Beliebteste Autoklassen bei Privatkäufern

Kompaktklasse nur noch knapp vor SUV

Wer sein Auto selbst zahlt, kauft besonders gern ein SUV. Rund jeder vierte auf eine Privatperson zugelassene Neuwagen war 2015 einer der modischen Crossover. Der Kompaktklasse – seit Jahrzehnten Spitzenreiter in der Beliebtheit – droht Rang zwei. Eine Übersicht der beliebtesten Pkw-Segmente bei privaten Neuwagenkäufern ....

Rang 6

Die Mittelklasse – im Gesamtmarkt immerhin auf Rang vier der beliebtesten Klasse – kommt bei den Privatkunden erst auf Platz sechs. Gerade mal 18,9 Prozent der Halter im Segment von VW Passat und Co. sind natürliche Personen aus Fleisch und Blut. Geringer ist die Quote nur in der oberen Mittelklasse (17,3 Prozent) und in der Oberklasse (13,8 Prozent).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Pkw.

Rang 5

Vans fand 2015 genau 84.631 Privatkunden: Bei den prototypischen Familienautos hätte man vielleicht einen höheren Privatkundenanteil als mäßige 32 Prozent erwarten können. Aber für junge Familien sind die praktischen Pampers-Bomber als Neuwagen häufig zu teuer, sind die Kinder größer und die Festgeldkonten voller, fährt man häufig lieber Limousine oder SUV als einen klobigen Van.

Ein einziges Modell fällt aus dem Rahmen: der sehr günstige Dacia Lodgy (ab 9.990 Euro) mit fast 80 Prozent Privatkunden – was die oben aufgeführte These letztlich stützt.

Rang 4

Kleinstwagen mit 89.317 Privatkunden: Lediglich jeder dritte Kleinstwagenkäufer bestellt das Fahrzeug auf eigene Rechnung. Größer ist der Anteil bei den besonders preisgünstigen Modellen.

So lassen beispielsweise rund 70 Prozent der Käufer eines Suzuki Celerio (zurzeit ab 9.690 Euro, 2015 zwischenzeitlich aber auch mal unter 7.000 Euro) das Fahrzeug privat zu.

Bei teureren Lifestyle-Modellen wie dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ist das Verhältnis umgedreht.

Rang 3

Kleinwagen, 208.053 Privatkunden: Die Kleinwagen-Klasse ist ein typisches Privatkundensegment. Als Dienstwagen-Bonbon für das mittlere Management tendenziell zu klein, als Arbeitsgerät für Pizza-Kuriere tendenziell zu groß. Resultat ist ein weit überdurchschnittlicher Privatkundenanteil von 44 Prozent.

Rang 2

SUV, mit 253.186 Privatkunden in 2015: Während die SUV im Gesamtmarkt noch knapp eine Viertelmillion Neuzulassungen hinter der Kompaktklasse liegen, haben die Crossover auf dem privaten Markt schon ziemlich aufgeholt.

Der Privatkäuferanteil von 42 Prozent ist in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) der höchste hinter Wohnmobilen (64 Prozent) und Kleinwagen (44 Prozent).

Rang 1

Kompaktklasse (292.597 Privatkunden): Immer noch das populärste Fahrzeugsegment der Deutschen, auf dem Privatkundenmarkt aber zunehmend unter Druck (siehe Rang zwei). Rund 65 Prozent der 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge sind auf eine Firma angemeldet.

Vor allem die deutschen Hersteller engagieren sich stark im Flottenmarkt, beim VW Golf geht nicht einmal jedes dritte Auto an eine Privatperson.

Doch diese Meinung scheinen nicht alle deutschen Kunden zu teilen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Center of Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Erstmals seit sieben Jahren ist der Anteil der Dieselfahrzeuge am Gesamtverkauf im März gesunken – um 0,4 Prozentpunkte auf 46,5 Prozent. Auf das Quartal gerechnet ist der Rückgang noch stärker. Der Dieselanteil betrug in den ersten drei Monaten 47,4 Prozent, etwa ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr.

Das ist immer noch ein immens hoher Anteil. Und auch den Rückgang könnte man als marginal bezeichnen. Doch der jahrelange Aufwärtstrend scheint gebrochen. Für die Hersteller ist das ein Signal: Das Image des Diesels hat spürbar gelitten. „Der VW-Dieselskandal hat sich längst zu einem generellen Abgas-Skandal ausgeweitet, der die ganze Branche betrifft“, sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts.

Spätestens seit das Kraftfahrtbundesamt in seiner nachträglichen Prüfung feststellte, dass bei nahezu allen Herstellern erhöhte Stickoxid-Emissionen aus dem Auspuff kommen, ist die Geschichte vom sauberen Diesel dahin. 53 Modelle hatte die Behörde getestet - fast jedes zweite Auto war nach diesem Bericht „auffällig“. Eine Ohrfeige für die Industrie, die bislang immer betont hatte, dass man es mit einem VW-Skandal zu tun habe. Der Diesel werde dadurch nicht infrage gestellt.

Professor Dudenhöffer stellt eine andere Vermutung an: „Die Käuferverunsicherung im deutschen Automarkt aufgrund der Abgasprobleme ist auch an einem wichtigen zweiten Indikator spürbar und ablesbar: Die Autorabatte im deutschen Automarkt steigen“, sagt er. Wird der Diesel nur gekauft, weil er günstiger geworden ist?

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