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08.01.2007

08:22 Uhr

VW-Aufsichtsrat

Piech hängt an seinem Job

Eigentlich, so der Plan, sollte Ferdinand Piech in diesem Jahr den Vorsitz im VW-Aufsichtsrat abgeben und vielleicht sogar ganz aus dem Gremium ausscheiden. Doch der starke Mann im Konzern denkt offenbar nicht ans Aufhören. Unterstützer für sein Ansinnen hat er schon gefunden.

Ferdinand Piech macht es spannend, ob er im Aufsichtsrat bleibt oder nicht. Foto: ap ap

Ferdinand Piech macht es spannend, ob er im Aufsichtsrat bleibt oder nicht. Foto: ap

HB DETROIT. Auf die Frage, ob er im Aufsichtsrat bleiben wolle, sagte Piech am Sonntag am Rande der Detroit Motor Show: „Warum nicht?“ Er äußerte sich allerdings nicht dazu, ob er weiterhin als Vorsitzender des Kontrollgremiums fungieren wolle. Piechs Mandat läuft mit der diesjährigen Hauptversammlung im April aus.

VW-Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh sprach sich für einen Verbleib von Piech an der Spitze des Kontrollgremiums aus. Sollte die Kapitalseite im Aufsichtsrat vorschlagen, dass Piech auch Vorsitzender bleibe, „wird die Arbeitnehmerbank geschlossen zustimmen“, betonte Osterloh in Detroit: „Wir würden es unterstützen, dass er Aufsichtsrats-Vorsitzender bleibt“. Osterloh sitzt im Präsidium des VW-Aufsichtsrates, dem Führungszirkel des Gesamtgremiums. Die Arbeitnehmer stellen die Hälfte der VW-Aufsichtsräte; der Kapitalseite steht durch den Vorsitzenden aber eine Stimme mehr zu.

Bei VW ist die Frage der Piech-Nachfolge und der Verbleib des früheren Konzernchefs im Aufsichtsrat stets ein umstrittenes Thema. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Porsche-Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking hatten sich Anfang 2006 nach monatelangen Auseinandersetzungen um die künftige Führung im VW-Aufsichtsrat darauf verständigt, dass 2007 eine neutrale Person Nachfolger von Piech werden solle. Der künftige Aufsichtsratsvorsitzende sollte demnach keinem der Großaktionäre nahestehen – also weder dem Land Niedersachsen, noch Porsche. Piech soll seinerzeit zugestimmt haben, auf den Aufsichtsratsvorsitz zu verzichten.

Piech ist seit 2002 Aufsichtsratschef, vorher leitete er den größten Autokonzern Europas zehn Jahre als Vorstandsvorsitzender. Daneben ist er Großaktionär von Porsche; die Familien Piech und Porsche kontrollieren alle stimmberechtigten Aktien des Stuttgarter Sportwagenkonzerns. Dieser ist in den vergangenen zwei Jahren mit rund 30 Prozent zum größten VW-Eigner aufgestiegen noch vor Niedersachsen.

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