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11.11.2012

14:30 Uhr

VW-Aufsichtsratschef will bleiben

Der ewige Ferdinand Piëch

Am Samstag ist der Verkauf des Golf 7 gestartet. VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch blickt schon weiter. Beim nächsten Golf in frühestens fünf Jahren will der 75-Jährige immer noch im Amt sein – vielleicht aber auch länger.

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will noch fünf bis sieben Jahre im Amt bleiben. APN

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will noch fünf bis sieben Jahre im Amt bleiben.

Wolfsburg/FrankfurtDer mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will bei der Markteinführung des nächsten VW Golf noch im Amt sein. Er habe Vorstandschef Martin Winterkorn gebeten, auch noch den nächsten Golf auf den Markt zu bringen, sagte der 75-jährige Piech der Zeitung „Bild am Sonntag“. Mindestens so lange werde er als Aufsichtsratsvorsitzender Winterkorn „den Rücken frei halten“.

Eine neue Version des Kompaktwagens kommt alle fünf bis sieben Jahre heraus. Piëch war erst vor einigen Monaten für fünf weitere Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Damals zog auch seine Ehefrau Ursula Piëch (56) in den Aufsichtsrat ein.

Ferdinand Piëch - Das Leben des Autozaren

1937 - Geburt in Wien

Ferdinand Piëch wird am 17. April 1937 in Wien als drittes von vier Kindern des Rechtsanwalts Anton Piëch geboren. Sein Vater ist während des Zweiten Weltkriegs Geschäftsführer des Volkswagenwerkes in Wolfsburg. Seine Mutter ist Louise Porsche, die Tochter des Autopioniers und Porsche-Gründers Ferdinand Porsche (1875-1951), der 1933 den legendären VW-"Käfer" und später den Auto-Union-Rennwagen entworfen hatte.

1952 bis 1962 - Ausbildung zum Autobauer

Piëch besucht zunächst Schulen in Zell am See und zwei Jahre eine Salzburger Realschule. 1952 schickt ihn seine Mutter auf das Internat Zuoz im Schweizer Engadin. Nach der Matura dort studiert er ab 1958 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich Maschinenbau mit Schwerpunkt Gas- und Dampfturbinen. Dort begeistert sich der zuvor wegen Legasthenie nur mäßige Schüler für Technik, erst für den Flugzeugbau, dann für Autos. 1962 graduiert er mit einer Arbeit über Formel-1-Motoren zum Dipl.-Ing.

1963 bis 1972 - Karrierebeginn bei Porsche

Seine berufliche Laufbahn beginnt Piëch am 1. April 1963 bei der damaligen Porsche KG in Stuttgart-Zuffenhausen. Den renommierten Hersteller exklusiver Rennautos hatte sein Onkel Ferdinand ("Ferry") Porsche jr. nach 1945 aus dem früheren Volkswagen-Entwicklungswerk aufgebaut. Piëch arbeitet zunächst im Bereich Motorenversuch, übernimmt 1966 die Leitung der Versuchsabteilung und Anfang 1968 den Bereich Entwicklung. Damals entwirft er den Porsche 917. 1971 wird Piëch technischer Geschäftsführer der KG. Die Familienzweige Porsche und Piëch wandelten die KG 1972 in die Dr.-Ing. h. c. F. Porsche AG um, alle Familienmitglieder schieden aus dem operativen Geschäft aus. Nach dem Ausscheiden bei Porsche entwickelte Piëch 1972 als freier Ingenieur für die Daimler-Benz AG Grundlagen für einen Fünfzylinder-Dieselmotor.

1973 bis 1988 - Aufstieg bei Audi

Im August 1972 tritt Piëch in die Audi NSU Auto Union AG ein, die nachmalige Audi AG im oberbayerischen Ingolstadt. Er bleibt bis Ende 1992 und prägt die Neuausrichtung von Audi entscheidend mit. Piëch übernimmt zunächst die Hauptabteilung für Sonderaufgaben der technischen Entwicklung. Schon 1973 wird er Bereichsleiter für den Gesamtversuch und 1974 Entwicklungschef sowie Bereichsleiter Aggregatentwicklung im VW-Werk Wolfsburg. 1975 rückt er in den Audi-Vorstand auf und verantwortet dort den Geschäftsbereich Technische Entwicklung. Zu den von ihm vorangetriebenen Innovationen gehören der 5-Zylinder-Ottomotor, der Abgas-Turbolader-Motor mit Ladeluftkühlung, die Sicherheitsleichtbauweise, die ausgefeilte Aerodynamik und der permanente Allradantrieb. Überdies stellt er die vollverzinkte - und damit "lebenslang" rostfreie - Karosserie vor. 1983 rückt Piëch zum stellvertretenden Vorstandschef auf und gilt als Favorit für die Nachfolge von Audi-Chef Wolfgang Habbel.

1988 bis 1993 - Konzernchef bei Audi

Obwohl ihm wegen seines kompromisslosen Führungsstils wieder Skepsis entgegenschlägt, wird Piëch zum 1. Januar 1988 Vorstandsvorsitzender von Audi. Als Audi-Chef forciert er weitere Innovationen, leitet aber auch Kostensenkungsprogramme ein, die bereits 1989 zu deutlichen Ergebnisverbesserungen führen. Beim Konjunktureinbruch ab 1991 setzt Piëch nicht nur auf Rationalisierungen, sondern leitet auch die Ausarbeitung einer erst unter seinen Nachfolgern vollendeten neuen Modellpalette ein, die geschickt den mittlerweile erreichten technologischen Standard mit emotionalem Design verbindet. 1992 verzeichnet Audi zwar angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche einen Nachfragerückgang und einen Umsatz von rund 15,6 Milliarden DM, legt aber mit einem Gewinn von 508 Millionen DM ein gutes Vorsteuerergebnis hin.

1993 bis 1994 - Schwieriger Einstieg bei VW

Im Januar 1993 wird der damalige VW-Aufsichtsrat Piëch zum neuen Konzernchef berufen. Für die Nachfolge hatte sich Piëch durch seine Ergebnisse bei Audi empfohlen. Dass sich der Aufsichtsrat für ihn und nicht für den ebenfalls gehandelten VW-Markenvorstand Daniel Goeudevert entscheidet, liegt nicht zuletzt an der Piëch zugetrauten Härte, dringend notwendige Reformen durchzusetzen. Die damalige Konjunkturschwäche hatte bei VW die schlechte Rendite, eine zu teure und wenig innovative Herstellung und die immer höheren Kosten für die Konzerntöchter ans Licht gebracht. Piëch baut die Führungsebene ebenso rigoros um wie eine mehrjährige Sanierung und eine grundlegende Neuausrichtung. 1993 schreibt Volkswagen einen existenzbedrohenden Verlust von 1,8 Milliarden DM, 1994 fällt schon wieder ein kleiner Jahresüberschuss (150 Millionen DM) an.

1994 bis 1999 - Plattformstrategie und Rationalisierungen

Durch die 1993 begonnene Plattform-Strategie erreicht Piëch Einsparungen in der Produktion und stellt eine höhere Qualität der Pkws der Töchtermarken sicher. Der Strategie entsprechend baut der Konzern auf dasselbe Chassis unterschiedliche Modelle verschiedener Marken. Ebenso wichtig für die Rationalisierungsbemühungen ist die Einführung eines neuen Arbeitszeitmodells, der Vier-Tage-Woche ohne Massenentlassungen, aber auch ohne Lohnausgleich. Bei der Umsetzung dieser Schritte erweist sich die Verpflichtung des Spaniers José Ignacio López in den Vorstand als wirkungsvoll; Piëch wirbt diesen im März 1993 vom Branchenführer General Motors (GM) ab. López trägt dazu bei, eingefahrene Abläufe aufzubrechen und die Kostenstruktur deutlich zu verbessern. López sorgt durch seinen Wechsel aber auch für erhebliche Turbulenzen. Wegen Diebstahls interner GM-Dossiers und angeblicher Industriespionage stellt GM einen Strafantrag gegen den Topmanager. Durch Vermittlung von VW-Aufsichtsratschef Klaus Liesen wird die Kontroverse im Januar 1997 gegen eine Zahlung von 100 Mio. Dollar an GM und den langfristigen Bezug von GM-Autoteilen für eine Mrd. Dollar außergerichtlich beigelegt.

1993 bis 2002 - Aufbau der Tochterfirmen

Bei den weiteren Konzernmarken muss Piëch teilweise ganz unterschiedliche Situationen berücksichtigen. Als verlustreich erweist sich lange die 1986 erworbene spanische Seat, deren Verlust den Gesamtkonzern 1993 (2,2 Mrd. DM) den Gesamtkonzern in die roten Zahlen zerrt. Nach mehrfachem Wechsel an der Spitze gilt Seat 2000 zwar noch nicht als profitabler, aber wettbewerbsfähiger Anbieter mit einer Jahresproduktion von 490.000 Autos. Piëch setzt den bei der tschechischen Škoda begonnenen Einstieg fort und erhöht den Anteil im Jahr 2000 auf 100 Prozent. 1991 produziert Skoda 180.000 Autos, im Jahr 2000 sind es schon 380.000. Der Erfolg von Audi setzt sich mit der neuen Modellreihe (A2, A3, A4, A6, A8) sowie den sportlichen TT-Modellen fort, wenngleich Piëch keine zu starke Firmenspitze zulässt und Audi zuletzt wieder eng an den Konzern anband. Im Geschäftsbereich VW-Nutzfahrzeuge verbesserte Piëch im Jahr 2000 die Präsenz im Markt für schwere Lkw durch den Kauf von 34 Prozent der Stimmrechte am schwedischen Hersteller Scania.

2000 - Neuorientierung in der Produktion

In der Produktion setzte Piëch ab 2000 eine Neuorientierung anstelle der Plattform-Strategie durch, um auf den inzwischen wieder gewandelten weltweiten Wettbewerb zu reagieren. Die Produktion soll das wesentlich flexiblere "Gleichteilekonzept" umsetzen. Anstelle der bisher vier Plattformen sollen für alle Modelle elf modulare Systeme treten. Überdies baut Piëch einen konzerneigenen Internet-Marktplatz für Zulieferer auf. Im Personalwesen führt Piëch innovative Haustarifvereinbarungen ein. So folgen auf die 4-Tage-Woche weitere flexible Arbeitsbedingungen, und 1999 richtet VW einen Weltbetriebsrat ein. 2000 kündigt VW an, für die betriebliche Altersversorgung einen Pensionsfonds anstelle der Rückstellungen einzurichten.

2002 - Wechsel in den Aufsichtsrat

Mit der Hauptversammlung am 16. April 2002 verlässt Piëch die Konzernspitze und wechselt in den Vorsitz des Aufsichtsrates. Bei seinem Abschied kann Piëch 2001 das bis dahin beste Nachsteuer-Ergebnis der Konzerngeschichte (2,9 Mrd. Euro) vorweisen. Der Umsatz steigt unter seiner Leitung von 76,6 Mrd. DM (1993) auf 88,5 Mrd. Euro (2001). Der Weltmarktanteil von VW verbessert sich im gleichen Zeitraum von 8,6 auf 12,4 Prozent verbessert, die Absatzzahlen kletterten von 3 Mio. auf 5,1 Mio. Fahrzeuge. Neuer VW-Konzernchef wird der frühere BMW-Chef Bernd Pischetsrieder. Noch im Nov. 2001 verordnet Piëch VW auch eine völlige Neustrukturierung in zwei Markengruppen. Führungsmarke der klassischen Linie mit Škoda und Bentley wird VW unter Pischetsrieder. Martin Winterkorn leitet fortan als neuer Audi-Chef die sportlichen Marken Audi, Seat und Lamborghini.

2005 - VW-Affäre

Nachdem Piëch sich zunächst weitgehend in den Hintergrund zurückzieht und die öffentliche Bühne seinem Nachfolger Pischetsrieder überlasst, wirft im Sommer 2005 die sogenannte VW-Affäre einen Schatten auf Piëchs Namen. Der Skandal um Veruntreuung, Tarnfirmen, Schmiergeldzahlungen und gesponserte "Lustreisen" für Betriebsräte kostete Piëchs langjährigen Vertrauten, den VW-Arbeitsdirektor und -Personalchef Peter Hartz seinen Posten, sondern sorgte auch für einen deutlichen Imageschaden. Kritiker halten dem einstigen "Retter von Volkswagen" dabei vor, für einen "Filz" aus ungewöhnlich enger Kooperation von Management, Belegschaft und Politik mitverantwortlich zu sein. Im Prozess gegen den früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert und den früheren Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer erklärt Piëch später, keine Kenntnis von deren illegalen Aktionen gehabt zu haben.

2006 - Wechsel an der VW-Spitze

Für Turbulenzen sorgt im November 2006 die überraschende Ablösung von Bernd Pischetsrieder an der VW-Spitze zum Jahresende. Umstritten ist dabei vor allem die Rolle von Piëch. Nachdem der Aufsichtsrat den Vertrag des Vorstandschefs noch am 2. Mai vorzeitig bis 2012 verlängert, muss Pischetsrieder weniger Monate später auf Druck von Piëch doch gehen. Der VW-Aufsichtsrat ernennt den bisherigen Audi-Chef Martin Winterkorn am 17. November 2006 zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Nach dem Führungswechsel stimmt der Aufsichtsrat Winterkorns weitgehenden Umbauplänen zu, die u. a. eine Auflösung der Markengruppen vorsehen. Piëch wird bei der Hauptversammlung am 19. April 2007 als VW-Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt.

2009 - Übernahmeschlacht mit Porsche

2005 steigt der Sportwagenhersteller Porsche, bei dem Piëch ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt, bei VW ein, stockt seinen Anteil bis Ende 2006 auf 27,4 Prozent auf und wird damit größter VW-Anteilseigner. Piëch unterstützt den Deal zunächst, weil er den Familien Porsche und Piëch großen Einfluss bei VW beschert. Zu einem Konflikt im Porsche-Piëch-Clan kommt es im September 2008 als Piëch bei einer VW-Aufsichtsratssitzung durch eine Stimmenthaltung eine Entscheidung zuungunsten des Mehrheitsaktionärs Porsche beeinflusst. Wiedeking treibt die Pläne für eine Mehrheitsübernahme von 75 Prozent und den Abschluss eines Beherrschungsvertrags voran. Vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, muss der Konzern die Übernahmepläne jedoch aufgeben. Im Mai 2009 einigen sich die Eigentümerfamilien von Porsche auf eine Fusion mit dem VW-Konzern. Im Machtkampf um die Führung des neuen Konzerns setzen sich Piëch und die VW-Seite durch. Im Aug. 2009 stimmen die Aufsichtsgremien beider Konzerne einer Grundlagenvereinbarung zur Schaffung eines "integrierten Automobilkonzerns" zu.

2008 bis 2011 - Übernahme von MAN und Scania

Auch in der Nutzfahrzeugbranche sorgt Piëch mit seinen Plänen für Wirbel. VW ist sowohl an dem schwedischen Hersteller Scania als auch am Münchner MAN-Konzern beteiligt. 2008 erhöht VW seinen Anteil an Scania von 38 Prozent auf 68,6 Prozent. Nachdem VW seinen Anteil an MAN auf über 30 Prozent erhöht, gibt der Autokonzern im Mai 2011 ein Pflicht-Übernahmeangebot ab, das zu einem Ausbau der Stimmrechtsanteile auf 55,9 Prozent führt. Piëch wird auf der MAN-Hauptversammlung im Juni 2011, mit nur 74,1 Prozent der Stimmen wieder in den Aufsichtsrat gewählt und übernahm dort erneut den Vorsitz. Im September 2011 genehmigt die Kartellbehörde der EU die MAN-Mehrheitsübernahme durch VW ohne Auflagen, im November 2011 wird die Übernahme vollzogen. VW kündigte an, den Aufbau eines integrierten Nutzfahrzeugkonzerns mit MAN, Scania und VW weiter voranzutreiben.

2011 - Streit mit Suzuki

Im Sommer 2011 spitzt sich der Konflikt zwischen VW und dem japanischen Autobauer Suzuki zu, an dem VW seit Januar 2010 19,9 Prozent der Anteile hält. Beide Konzerne werfen sich gegenseitig vor, Vereinbarungen des Kooperationsvertrages verletzt zu haben. Suzuki, mit dessen Know-How als Marktführer bei Billigautos VW auf dem schnell wachsenden indischen Markt expandieren wollte, fühlt sich nicht wie ein Partner auf Augenhöhe und erklärt die Kooperation im November 2011 offiziell für beendet.

Seit 2011 - Sicherung des Erbes

Piëch kümmert sich auch um eine langfristige Sicherung seines Erbes. Er erklärt, dass er verhindern wolle, dass seine Erben später Teile des Firmenvermögens verkaufen könnten. Deshalb gründet er in Österreich zwei Privatstiftungen (Karl Ferdinand Alpha- und Karl Ferdinand Beta-Stiftung), auf die er sein Firmenvermögen überträgt. Diese Anteile sollen ohne die Zustimmung des familienfremden dreiköpfigen Stiftungsvorstandes und neun der zwölf Erben nicht verkauft werden können. Piëchs Ehefrau Ursula sollte nach seinem Tod den Vorsitz der Stiftungen übernehmen. Anfang 2012 wird sie auch in den Aufsichtsrat von Volkswagen gewählt.

Auf die Frage, ob er in den kommenden Jahren eine „blutige Rabattschlacht“ am europäischen Automarkt erwarte, sagte Piech: „Für uns wird es unblutig sein.“ Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte VW vorgeworfen, ein „Blutbad“ bei den Margen anzurichten. Indem die Wolfsburger aggressive Rabatte gewährten, nutzten sie die Krise, um Marktanteile zu gewinnen. VW hatte die Kritik umgehend zurückgewiesen. Vor kurzem dann hatten Fiat und VW ihren Streit beigelegt.

Piëch warnte vor steigenden Energiepreise. Diese können nach Ansicht des VW-Aufsichtsratschef dem Wirtschaftsstandort Deutschland schaden. „Deutschland läuft aufgrund hoher Energiekosten Gefahr, Industriezweige wie Gießereien und Metall mittelfristig zu verlieren“, sagte er der „Zeitung. Dies bleibe auch für den Autobauer VW nicht ohne Folgen. „Wir bei Volkswagen merken das beim Einkauf zum Teil schon heute, weil wir aufgrund des Kostendrucks auf Lieferanten aus anderen Ländern umsteigen müssen.“ VW-Fahrzeuge würden dadurch „tendenziell“ teurer. Am Samstag startete bundesweit der Verkauf für den neuen VW Golf.

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Er hat Milliarden geerbt, trägt einen großen Namen und will nichts mit Autos zu tun haben: Peter Daniell Porsche. Heute veröffentlicht er seine Biografie und rechnet darin auch mit seinem Onkel Ferdinand Piëch ab.

Parallel zum Verkaufsstart begannen in Wolfsburg auch die ersten Auslieferungen des neuen Modells an Privatkunden, wie ein VW-Sprecher bestätigte. Die Neuauflage des mehr als 29 Millionen Mal verkauften Kompaktwagens soll VW auf dem Weg an die Weltspitze zügig voranbringen und auch im Kampf gegen die europäische Absatzkrise wappnen.

Bisher wurden nach VW-Angaben europaweit rund 40.000 Modelle des Golf 7 vorbestellt. Europas größter Autobauer hatte die jüngste Version des Autos Anfang September in Berlin erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

VW hat auf die Energiewende laut Piëch bereits reagiert: „Wir kaufen preiswerte Wasserkraft und alternative Energien.“ Mit Sorge beobachtet er die Entwicklung der Euro-Krise: „Sorgen machen uns die Regionen südlich der Alpen und westlich vom Rhein. Fünf Prozent Plus oder Minus in Deutschland merkt man kaum, aber zwei Drittel weniger in Spanien schon.“ Im kommenden Jahr rechnet Piëch für seine Branche mit Absatzproblemen auf dem europäischen Markt: „Die Situation speziell in Europa ist von deutlich zunehmender konjunktureller Unsicherheit geprägt. Die Rahmenbedingungen sind und bleiben insofern herausfordernd.“

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

11.11.2012, 18:42 Uhr

Und es ist gut so ,das er bleibt.
Den Erfahrungsschatz die dieser Herr mitbringt ist für VW und die Deutsche Autoindustrie von unschätzbaren Wert.
Mal ehrlich:Ohne diesen gäbe es den VW Konzern ,nicht mehr in der Konstellation ,wie dieses heut aufgestellt ist.Eine Zerschlagung des Konzerns ,hätte bei einer Übernahme stattgefunden und es würden viele Mitarbeiter auf der Straße stehen.Stillstand ist Rückschritt und das hat Herr Piech ,in allen Positionen die dieser begleitete vorgelebt. Und es gibt noch sehr viele "Baustellen" im Konzern,die man noch bereinigen muß,um in Zukunft noch besser auf den Märkten aufgestellt zu sein,und den Mitbewerbern zu zeigen was für VW möglich ist.Deshalb ist das Urteilsvermögen,die Visionen und die Handlungsweise von diesem Herrn für VW nicht mit Gold aufzuwiegen.Im übrigen ,sagt man in der Branche"Wer mit 75 noch Motorrad fährt(und nicht langsam!) hat eine jugendliche Seele".

drpflaume

11.11.2012, 19:15 Uhr

Piech ist super- er hat Ahnung, ist durchsetzungsstark, hat Vernunft und Mut, Ahnung wie man die richtigen Leute auswählt und führt. Das Gegenteil von Dr. Z. seine Spezialitäten: Blumige Sprüche vom Stapel lassen, die Warheit beugen, den Ruf einer einst strahlenden Marke aufzeheren; Verzweiflung und Angst bestimmt sein Handeln.

Account gelöscht!

11.11.2012, 19:46 Uhr

Alter Mann tritt endlich ab! Für die Zukunft braucht man andere Visionen als die von Piech.

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