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19.01.2016

18:23 Uhr

VW-Aufsichtsratssitzung

Müller bleibt trotz Interview-Panne in den USA im Amt

„Steht nicht zur Disposition“: Auch nach der missglückten USA-Reise hält das Präsidium des VW-Aufsichtsrats am Winterkorn-Nachfolger fest. Das könnte die Chancen auf eine gütliche Einigung mit den US-Behörden erschweren.

In einem Radio-Interview spielte der VW-Chef den Diesel-Skandal als „technisches Problem“ herunter. Bei den US-Behörden kam das nicht gut an. ap

Ausrutscher

In einem Radio-Interview spielte der VW-Chef den Diesel-Skandal als „technisches Problem“ herunter. Bei den US-Behörden kam das nicht gut an.

HamburgVolkswagen-Chef Matthias Müller kann sich trotz seiner missglückten USA-Reise im Amt halten. Seine Position habe nie zur Disposition gestanden, sagte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage. Anderweitige Spekulationen entbehrten jeder Grundlage und würden von dem Unternehmen ausdrücklich zurückgewiesen. Der 62-Jährige frühere Porsche-Chef hatte nach unglücklichen Äußerungen in einem Interview während seiner USA-Reise intern in der Kritik gestanden. Volkswagen stellte zudem für die Hauptversammlung im April einen detaillierten Bericht über die Ergebnisse der eigenen Ermittlungen im Abgasskandal in Aussicht.

Das Aufsichtsratspräsidium habe am Dienstag umfänglich über alle Aspekte von Müllers Aufenthalt in den USA beraten, sagte der Sprecher weiter. Der Konzernchef hatte vergangene Woche bei der Detroiter Automesse wie auch in Gesprächen mit der US-Umweltbehörde EPA versucht, das durch den Abgasskandal ramponierte Image des Wolfsburger Autobauers wieder aufzupolieren. Dies misslang jedoch wegen eines Radiointerviews, in dem Müller die Affäre als „technisches Problem“ bezeichnete. Nach Einschätzung von Analysten dürfte dies die Chancen auf eine gütliche Einigung mit den Behörden erschwert haben.

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Müller habe im Aufsichtsratspräsidium bekräftigt, dass auch seiner Meinung nach VW gegen Gesetze verstoßen und ethische Grenzen überschritten habe, betonte der VW-Sprecher. Diese Erklärung war auch an die US-Umweltbehörden gerichtet, bei denen Müller durch seine Interview-Äußerungen für Irritation gesorgt hatte. Die US-Umweltbehörden EPA und Carb hatten ältere Vorschläge von VW zur Reparatur der vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge als unzureichend zurückgewiesen. Auch ein Spitzentreffen von Müller mit EPA-Chefin Gina McCarthy während seines USA-Aufenthalts brachte keine Lösung.

Zum Stand der Aufklärung des Skandals erklärte der Sprecher, bei eigenen Ermittlungen durch die US-Anwaltskanzlei Jones Day seien in den vergangenen Wochen erhebliche Fortschritte gemacht worden. Bei der Hauptversammlung im April solle insbesondere über den Ablauf der Ereignisse und die Frage informiert werden, welche Abteilungen und hierarchischen Ebenen wann und wie informiert und involviert waren.

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