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08.06.2011

14:21 Uhr

VW-Betriebsrat

„Diese Belegschaft kann kämpfen“

Die mächtigen Arbeitnehmer bei VW sind verunsichert: Wird die Produktion des Golf und des Tiguan teilweise in die USA verlagert? Betriebsratschef Osterloh soll bereits gedroht haben: „Diese Belegschaft kann kämpfen“.

VW-Produktionsvorstand Michael Macht (links) und Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender des Autobauers, haben Ärger mit dem Betriebsrat. Quelle: dapd

VW-Produktionsvorstand Michael Macht (links) und Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender des Autobauers, haben Ärger mit dem Betriebsrat.

HamburgNach heftiger Kritik des Betriebsrats an Planspielen zur Produktionsverlagerung will Volkswagen die Wogen zu glätten: Produktionsvorstand Michael Macht sicherte den Arbeitnehmern am Mittwoch zu, die weltweite Expansion nicht gegen ihre Interessen voranzutreiben. Der Konzern habe bei seiner Wachstumsstrategie auch die Auslastung an den bestehenden Standorten im Blick, versicherte der Manager. „In diesem Sinne werden wir unsere strategischen Planungen gemeinsam mit dem Betriebsrat erörtern.“ Dabei solle für das Stammwerk Wolfsburg „eine für beide Seiten akzeptable Lösung“ gefunden werden.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte am Dienstag eine Mitsprache der Arbeitnehmer bei der Produktionsverteilung gefordert. Vor rund 20.000 Beschäftigten des VW-Stammwerks in Wolfsburg warnte er den Vorstand in ungewöhnlich scharfen Worten davor, Teile der Fertigung des kleinen Geländewagens Tiguan ins Ausland zu verlagern. „Diese Belegschaft kann und wird im Zweifel kämpfen!“, sagte er einer Pressemitteilung zufolge an den Vorstand gerichtet.

Osterloh erinnerte daran, dass vor einigen Jahren bereits ein früherer VW-Vorstand mit Planspielen für Produktionsverlagerungen am Widerstand der Arbeitnehmer gescheitert ist. Der damalige Chef der Markengruppe VW, Wolfgang Bernhard, hatte mit der Verlagerung von Produktion beim Massenmodell Golf aus dem Stammwerk gedroht, um die Belegschaft in Tarifverhandlungen gefügig zu machen. Er hatte den Konzern später im Streit mit den Arbeitnehmern verlassen und arbeitet inzwischen beim Rivalen Daimler.

Vor Kurzem waren Überlegungen des Managements in die Öffentlichkeit gelangt, den kompakten Geländewagen Tiguan in Nordamerika zu bauen. Entsprechende Pläne, nach den Pkw-Modellen Jetta und Passat auch den Tiguan in Nordamerika herzustellen, könnten demnächst im Vorstand beschlossen werden, hatte die „WirtschaftsWoche“ berichtet. Der Tiguan wird derzeit in Wolfsburg und in Russland gebaut.

Kommentare (1)

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08.06.2011, 13:31 Uhr

Zumindest könnte der USA-Bedarf dort gebaut werden.
Da der Golf dort nicht läuft, muß er auch nicht verlagert werden. Es lohnt sich nur, die Autos dort zu bauen, für die es einen Markt gibt.

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