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20.08.2012

15:50 Uhr

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh

„Ohne Industrie kann Deutschland nicht existieren“

VonMark C. Schneider

Die aktuelle Euro-Politik macht Bernd Osterloh wütend. Immer wieder werde versucht, der Industrie Steine in den Weg zu legen. Der VW-Betriebsratschef über seinen Politikverdruss, weitere Übernahmen und mehr Weiblichkeit.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Unser industrielles Profil macht uns einzigartig.“ dapd

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Unser industrielles Profil macht uns einzigartig.“

Der einflussreiche Betriebsratschef des größten europäischen Autobauers Volkswagen spricht sich gegen weitere Zukäufe in absehbarer Zeit aus. "Wir sind jetzt zwölf Marken und müssen den Konzern erst einmal stabilisieren", sagte Bernd Osterloh dem Handelsblatt.

Das gilt insbesondere für den staatlichen Autobauer Proton aus Malaysia, an dem Volkswagen Branchenkreisen zufolge interessiert sein soll. Hintergrund: Die Niedersachsen verkaufen in der Wachstumsregion Südostasien deutlich weniger Autos als der japanische Weltmarktführer Toyota.

Expansionskurs

Ziel

Volkswagen profitiert besonders von der starken Position in China. Die Pläne der Wolfsburger sind ehrgeizig: Chefaufseher Ferdinand Piëch will das Unternehmen mit Zukäufen zum führenden Mobilitätskonzern ausbauen.

Start

Am Montag enden die Werksferien für die Beschäftigten. In Wolfsburg und Chemnitz fährt Volkswagen die Produktion des neuen Golf hoch. Der Start der siebten Generation des wichtigsten Modells entscheidet wesentlich darüber, ob der Autobauer trotz Nachfrageflaute in Europa weiter auf Wachstumskurs bleibt.

Osterloh ist gegen einen solchen Deal. "So wichtig weitere Vertriebs- und damit Produktionsstätten in Südostasien sind: Für einen Kauf von Proton in Malaysia gibt es keine Unterstützung der Arbeitnehmerseite", sagt der Betriebsratschef. Malaysia sei nicht wie Ducati in Norditalien wenige Hundert Kilometer von Audi in Ingolstadt entfernt. Volkswagens Premiumtochter Audi hatte im April den Motorradproduzenten Ducati gekauft.

Bereits Ende 2011 hatte VW den Münchener Lkw-Hersteller MAN übernommen. Zuletzt integrierte der Konzern den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche.

Branchenkenner warnen vor der zunehmenden Komplexität des schnell wachsenden Wolfsburger Autokonglomerats. Der Konzern umfasst von Audi über Porsche bis hin zu Skoda zwölf Töchter unter einem Dach. Fast 520 000 Beschäftigte produzieren in fast 100 Werken weltweit pro Arbeitstag mehr als 34 000 Fahrzeuge.

Autoprofessor Stefan Bratzel zufolge dürfte Volkswagen in diesem Jahr 8,9 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Vergangenes Jahr waren es knapp 8,4 Millionen. Vor fünf Jahren verkaufte Europas größter Autobauer erst 6,2 Millionen Fahrzeuge.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.08.2012, 15:55 Uhr

ja die wollen uns halt platt machen.
das der einzige grund für die EU,

interssant dazu zu lesen
http://www.welt.de/kultur/history/article108664659/Europas-Einigung-war-de-Gaulles-Rache-an-den-USA.html

Joker1

20.08.2012, 16:28 Uhr

Ja, ganz der Mann liegt nicht daneben.
Großbritanien sollte doch ein warnendes Beispiel sein.
Aber Griechenland muss gerettet und die Pensionszahlungen
an die Politkaste werden immer dramatischer.

Man hat jedes Augenmaß verloren. Energiewende ist ja ok,
ober man muss doch Konzepte haben und Deutschland nicht
entindustrialisieren. Wer soll denn den Wasserkopf in
Berlin und Brüssel bezahlen?

Account gelöscht!

20.08.2012, 17:33 Uhr

"Ohne Industrie kann dieses Land nicht existieren." Wohl wahr!!! Aber was machen die Gewerkschaften? Sie folgen "Ihrer" SPD-Troika bedingungs- und widerspruchslos in die europäische Schuldenunion. Das Erwachen wird schrecklich, wenn der Euro-Traum geplatzt ist!

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