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13.01.2016

11:21 Uhr

VW-Chef Müller bei US-Behörden

Acht Fragen zum High Noon in Washington

Es ist einer der wichtigsten Termine für VW seit dem Beginn des Abgas-Skandals. Konzernchef Matthias Müller trifft in Washington erstmals auf eine Schlüsselfigur der US-Anklage. Die Lage ist verfahren – ein Überblick.

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Washington/WolfsburgKurz vor einem Spitzentreffen mit der US-Umweltbehörde EPA verpassen die US-Behörden VW den nächsten Nackenschlag: Nicht nur, dass die US-Aufseher einen Rückrufplan der Wolfsburger in der Luft zerreißen – sie gehen den Konzern auch verbal wieder hart an. Die acht wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage:

Worum geht es bei dem Spitzentreffen im Abgas-Skandal?
VW-Chef Matthias Müller ist nach Washington gekommen, um mit EPA-Chefin Gina McCarthy Lösungsvorschläge für das Diesel-Dilemma zu besprechen. Die EPA ist eine der beiden wichtigen US-Umweltbehörden im Abgas-Skandal, die andere heißt Carb, die Umweltkontrolleure in Kalifornien. Es ist seit Bekanntwerden der Manipulationen das erste Treffen auf höchster Ebene zwischen VW und amerikanischen Staatsvertretern. In den vergangenen Wochen stand VW wiederholt in der Kritik, der Konzern spiele im Umgang mit den Aufsehern auf Zeit und habe die Dimension des Skandals verkannt.

Kein Durchbruch im Abgasskandal: US-Behörde lehnt VW-Rückrufplan ab

Kein Durchbruch im Abgasskandal

US-Behörde lehnt VW-Rückrufplan ab

Die US-Umweltbehörde Carb hat den Rückrufplan für die manipulierten VW-Dieselfahrzeuge in den USA abgelehnt. Chefaufseherin Mary Nichols bezichtigte den Konzern, die „Lüge noch verschlimmert“ zu haben.

Wie sind die Vorzeichen für das Treffen?
Nur einen Tag vor dem Treffen legten die Umweltbehörden noch einmal nach: „Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgas-Tests zu schummeln und hat dann versucht, das zu verstecken“, sagte die Chefin der kalifornischen Umweltbehörde Carb, Mary Nichols. Am Dienstag hat ihr Amt Vorschläge von VW für eine Umrüstung der manipulierten Autos für ungenügend befunden, die EPA schloss sich an. Mehr noch: VW hat aus Sicht von Carb noch immer nicht dazugelernt. „Sie haben weitergemacht und haben die Lüge noch verschlimmert, und als sie erwischt wurden, haben sie versucht, es zu leugnen“, wetterte die Behördenchefin.

Was hält VW den Vorwürfen entgegen?
Volkswagen sieht sich schon einen guten Schritt weiter: Die jüngste Mitteilung der Umweltbehörde Carb beziehe sich „auf die anfänglichen Rückrufpläne Volkswagens, die Carb im Dezember übermittelt wurden. Seither hatte Volkswagen konstruktive Gespräche mit Carb“. Dazu gehöre auch ein Treffen aus der vergangenen Woche über den Rahmen für eine Beseitigung der Abgas-Affäre.

Was ist die Ausgangslage für VW in den USA?
In den USA nahm der Abgas-Skandal um weltweit rund elf Millionen manipulierte Diesel aus dem VW-Konzern seinen Lauf. US-Behörden wiesen nach, dass eine illegale und versteckte Motoren-Software Abgastests frisiert. In den USA sind fast 600.000 Fahrzeuge davon betroffen, die meisten – etwa 500.000 Autos – haben Motoren mit 2,0 Litern Hubraum, der Rest entfällt auf größere Sechszylinder mit 3,0 Litern Volumen. VW bestätigte die Vorwürfe. Hunderte Kunden klagen inzwischen. VW verhängte teilweise Verkaufsstopps. Vor rund einer Woche verklagten zudem die Vereinigten Staaten den Konzern.

Kommentare (12)

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Anno Nymicus

13.01.2016, 11:50 Uhr

Die ganze Geschichte dient doch offensichtlich nur einem Zweck: ausländischer Konkurrenz zu Schaden & die eigene Industrie zu schützen.

Als wäre irgendein Schaden zusätzlich an Mensch oder Umwelt entstanden, weil die Leute einen VW anstelle eines Ford gekauft haben.

VW hat beschissen. ok.
VW bietet nun an, alle betroffenen Fahrzeuge zurückzunehmen.
Und wo ist sonst noch ein Schaden entstanden?

... verglichen mit den US-Finanz"Produkten", mit welchen sich unsere amerikanischen Freunde ihr Handelsbilanzdefizit finanzieren und mit ihren frisch gedruckten Dollars die ganze Welt aufkaufen (BlackRock usw) ist das VW "Dieselgate" doch wahrlich ein lächerlicher Witz.

Ähnlich lächerlich sind auch die Begründungen, warum die deutschen Goldreserven nicht längst wieder in Frankfurt liegen, wo sie hingehören.

Deutschland wird gerade massivst angegriffen.
Dank Trojaner "Erika" auch ganz besonders von innen.

Herr Michael Müller

13.01.2016, 11:53 Uhr

45 Milliarden Strafe für ein Unternehmen mit 38 Milliarden Börsenwert?

Die Strafe gilt alleine in den USA!

Welche Strafen fordert Russland, China, Japan, das restliche Europa? Die können sich mit ihren Forderungen dann prozentual zu den Zulassungszahlen an den USA anlehnen...

Die beste Lösung für VW: LICHT AUS, TÜR ZU, SCHLÜSSEL WEGWERFEN! Sollen sich die Gläubiger doch mit der "Konkursmasse" herumschlagen. Da gibt es dann nach Abfindungszahlen an die Deutschen Arbeiter deutlich weniger als 45 Milliarden. Danach können die Manager ein neues Unternehmen (Deutsche Trabantwerke?) gründen....

Herr Ralf Rath

13.01.2016, 11:54 Uhr

Denjenigen, die eine Lösung für das eingetretene Desaster finden, lässt die Volkswagen AG deren notwendig zu erbringende Leistung unmöglich werden, wenn von ihr in aller Öffentlichkeit irreführende Informationen gestreut werden. Insofern sabotiert der Konzern gemäß der von der US-Regierung eingereichten Klageschrift sämtliche Anstrengungen für ein gütliches Ende der bislang schwersten Krise des Unternehmens selbst. Es fällt somit insbesondere den dortigen Aufklärern nicht leicht, solch ein zutiefst einfältiges Gebaren noch ernst nehmen zu können.

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