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03.11.2015

11:43 Uhr

VW-Chef Müller und Dieselgate

Ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit

VonLukas Bay

Auch Porsche soll beim Diesel geschummelt haben, sagt die US-Umweltbehörde EPA. Die Vorwürfe beschädigen die Glaubwürdigkeit des neuen VW-Chefs Matthias Müller schwer. Er sollte sie schnellstens entkräften.

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DüsseldorfDie Milliardenverluste im dritten Quartal mögen noch schmerzen, doch die Glaubwürdigkeit ist in diesen Tagen die noch wichtigere Währung für Volkswagen. Nach dem Dieselskandal will der deutsche Autoriese vermeiden, von den Kunden als Betrüger wahrgenommen zu werden. Vertrauen ist ein zentrales Wort der gesamten Kommunikation. Nicht umsonst betont man, dass der Skandal das Werk einiger Weniger gewesen sei.

Doch das Vertrauen in VW wird nun erneut hart auf die Probe gestellt: Die US-Umweltbehörde EPA wirft Volkswagen vor, auch bei den größeren Drei-Liter-Dieselmotoren mit einer Software gearbeitet zu haben, die den Schadstoffausstoß auf das Testverfahren hin optimiert. Betroffen sei ein Drei-Liter-Diesel, wie er in etlichen Premiummodellen wie dem VW Touareg, dem Audi A8, aber auch im Porsche Cayenne verbaut wurde.

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Die Investoren reagierten deutlich auf die Nachricht. Die Aktien des Autobauers fielen am Dienstag um bis zu 5,1 Prozent auf 107 Euro und bildeten damit das Schlusslicht im Dax. Seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen Ende September haben Volkswagen mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Volkswagen dementiert die jüngsten Vorwürfe mit aller Deutlichkeit und will nun mit den Behörden zusammenarbeiten, um jeglichen neuen Schummelverdacht so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen.

Das wird auch nötig sein. Schließlich hatte der Konzern immer betont, dass die Schummelsoftware allein in den 1,2-, den 1,6- und den 2,0-Liter-TDI-Motoren zum Einsatz gekommen sei. Sollten nun tatsächlich auch moderne Dieselmotoren betroffen sein, bröckelt die gesamte Verteidigungslinie des Konzerns. Auch der neue Konzernchef Matthias Müller müsste dann um seine Glaubwürdigkeit bangen.

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Dabei galt der ehemalige Porsche-Chef als perfekte Wahl, um im Konzern aufzuräumen. Schließlich sei Porsche – im Gegensatz zu Audi, VW, Seat und Skoda – unbelastet, hieß es bei seinem Amtsantritt. Müller gab sogar eine schriftliche Erklärung ab, von den Manipulationen nichts gewusst zu haben. Wird Porsche von den US-Behörden ebenfalls des Betrugs überführt, gerät auch der neue Konzernchef selbst ins Feuer.

Kommentare (25)

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Herr An. Bay

03.11.2015, 11:54 Uhr

Ein Management welches sich auf betrügereien in den USA einlässt hat nichts anderes Verdient als eine Mrd. Strafzahlung. USA ist bekannt als Land wo Gerichte hohe Strafzahlungen und Schadensersatzahlungen. Hinzu kommt die Arroganz auf Vorwürfe nicht zu reagieren um dann kleinlaut einzuknicken. Auch die PS-Starken 3,0 Liter Motoren werden letztlich manipuliert worden sein, in ein paar Tagen/ Wochen wird VW auch die Manipulation bei Audi und Porsche zugeben müssen. Es gibt einer Manager-Haftung vielleicht sollte man diese mal strikt anwenden und auch verschärfen. Bei VW sollte das komplette Management mal für 12 Monate auf die Gehaltszahlungen verzichten damit die Arbeiter die jährliche Sonderzahlung erhalten. Die Arbeiter können für diesen dummen Betrug nichts!

Herr Marc Otto

03.11.2015, 12:02 Uhr

Das Problem ist leider eben nur, dass wir uns hier die Finger wund schrieben können, NIX - NICHTS wird sich dadurch verändern. egal, ob nun VW oder die Flüchtlinge, wir sind nur die Bauwern an der vordersten Front.

Der Spielemacher sitzt weit hinter Erika und zieht die Fäden.

Also kümmere ich mioch mal wieder um meine Aktien. Nur da kann ich etwas ändern.

Account gelöscht!

03.11.2015, 12:03 Uhr

Warum hat sich eigentlich Porsche überhaupt mit Diesel-Motoren eingelassen ?

Als langjähriger Freund und Fahrer von Fahrzeugen des Marken-Portfolios Volkswagen, und auch in meinem Freundeskreis, würde niemals jemand sich ein Fahrzeug mit so einem Schnarchnasen-Drecksmotor einlassen. Es gibt ja auch kein Bentley oder Lamborghini mit Dieselantrieb.

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