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16.04.2014

19:29 Uhr

VW-Chef

Winterkorn setzt auf China und die Digitalisierung

Im Herbst will VW-Chef Martin Winterkorn den Konzern auf neue Ziele einschwören. Neben den Plan, bis 2018 weltgrößter Autobauer zu werden, treten strategische Ideen – wie der Fokus auf die Wünsche älterer Menschen.

Martin Winterkorn kündigte an, dass VW in Bratislava eine neue Fabrik bauen werde, in der Karosserien komplett aus dem Leichtmetall Aluminium gefertigt werden könnten. dpa

Martin Winterkorn kündigte an, dass VW in Bratislava eine neue Fabrik bauen werde, in der Karosserien komplett aus dem Leichtmetall Aluminium gefertigt werden könnten.

WolfsburgVolkswagen-Chef Martin Winterkorn will seine Mannschaft im Herbst auf neue strategische Ziele einschwören. Dabei soll es über Absatz und Rendite hinaus auch besonders um qualitative Pläne gehen, die weniger in Zahlen messbar sind. „Jetzt geht es um die nächste Stufe“, sagte Winterkorn dem am Donnerstag erscheinenden „Manager-Magazin“, wie das Blatt vorab online berichtete.

Als Beispiel nannte der Lenker des weltweit zweitgrößten Autobauers die Wünsche älterer Menschen, die Entwicklung des chinesischen Marktes und die Digitalisierung der Branche. Bisher hat der Konzern vier Ziele für das Jahr 2018 festgeschrieben. Zwei davon drehen sich um Rendite und Absatz, die übrigen zwei um die Attraktivität des Konzerns als Arbeitgeber sowie um Kundenzufriedenheit und Qualität.

Ein Großteil dieser 2018-Ziele sei bereits erreicht oder zumindest „haben wir alle Weichen gestellt“, sagte Winterkorn. Spätestens 2018 will VW weltgrößter Autobauer sein, bisher führt Toyota. Winterkorn will seine Agenda auf der nächsten großen Führungskräftekonferenz Ende des Jahres in Dresden vorstellen.

Die VW-Sparten im Überblick

Volkswagen Pkw

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Audi

Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unter Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

Skoda

Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeuge ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel es ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

Seat

Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Bein 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen reduziert wurde.

Porsche

Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auch 78.000 Fahrzeuge taxiert.

Bentley

Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. Dieses Jahr legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

VW Nutzfahrzeuge

Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeuge. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

Scania

Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkws stieg der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

MAN

Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchenern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legte im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

VW Finanzdienstleistungen

Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legte im Jahr 2013 um 17,5Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Winterkorn nannte in dem Interview auch den weiteren Wettlauf um spritsparende Antriebe als wichtiges Vorhaben. Er kündigte an, dass VW in Bratislava eine neue Fabrik bauen werde, in der Karosserien komplett aus dem Leichtmetall Aluminium gefertigt werden könnten. Dabei ist die VW-Premiummarke Audi ein Vorreiter. Zudem hält VW zehn Prozent an SGL, einem Karbonspezialisten aus Wiesbaden.

Von

dpa

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