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22.06.2011

13:17 Uhr

VW contra Hyundai

Gefährlicher als Toyota

Volkswagen gegen Toyota – das spannendste Duell der Autowelt? Von wegen, der wahre Angstgegner der Wolfsburger kommt aus Korea. Und er hat eine neue Geheimwaffe.

Geheimwaffe aus Südkorea: Hyundai i40.

Geheimwaffe aus Südkorea: Hyundai i40.

DüsseldorfEs hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Volkswagen nicht weniger als die Weltmarktführerschaft anstrebt. Spätestens bis 2018 will Konzernchef Martin Winterkorn das Ziel erreichen. Als großer Gegenspieler gilt gemeinhin die bisherige Nummer eins, Toyota. Nicht so in Wolfsburg. Seit die Japaner von Massenrückrufen und Erdbebenfolgen geplagt werden, konzentrieren sich die VW-Manager auf einen anderen Gegner, den in Deutschland bislang nur wenige auf dem Zettel haben: Hyundai.

Winterkorn adelt die Südkoreaner inzwischen schon als „gefährlichsten Wettbewerber“ seines Konzerns. VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch spricht von einer "starken neuen Kraft in vielen Märkten". Und das ist noch eine Untertreibung.

Noch liegt Hyundai mit seiner Schwestermarke Kia weltweit nur auf Platz fünf, hinter Toyota, General Motors, VW und Renault-Nissan. 5,7 Millionen Fahrzeuge verkaufte der Konzern im vergangenen Jahr, der Abstand zu Toyota (8,6 Millionen) und VW (7,1 Millionen) ist noch groß. Beim Wachstumstempo aber sind die Koreaner die Nummer eins: um ein Viertel steigerten sie 2010 ihren Absatz.

Jetzt holt Hyundai zum nächsten Schlag gegen VW aus: Mit dem neuen Mittelklassewagen i40 greifen sie im deutschen Markt frontal eins der wichtigsten Produkte von Volkswagen an: den Passat. Frecherweise starten die Koreaner ihr neues Modell gleich als Kombi. Denn dieses Modell zielt direkt auf die Flotten der Firmenautos, dem wichtigsten Absatzmarkt des Passats. Das in Deutschland weniger beliebte Stufenheck kommt erst im Spätherbst.

Damit der Angriff auf den deutschen Marktführer auch wirklich gelingt, hat Hyundai den i40 im europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrum des Konzerns in Rüsselsheim entwickelt. Aus Korea kommt nur noch die Marke. Und das ganze zum Kampfpreis von knapp über 23.000 Euro.

In den USA, dem immer noch größten Automarkt der Welt, liegt Hyundai-Kia schon weit vor Volkswagen und legt weiterhin zügig zu. Auch auf dem rasant wachsenden Riesenmarkt China gewinnt der Konzern Marktanteile hinzu. Mit einer operativen Gewinnspanne von rund 8,5 Prozent zählt Hyundai zugleich zu den rentabelsten Herstellern und distanziert VW deutlich.

Kommentare (6)

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Daniel

22.06.2011, 12:36 Uhr

Daher wohl auch das Gerücht, VW könne an Opel interessiert sein. Ansonsten wäre Opel ja kaum eine sinnvolle Ergänzung für VW.

zarakthuul

22.06.2011, 12:54 Uhr

Deutsche Ingenierskunst bei Opel?
Den Vergleich Opel-Hyundai verlieren die Rüsselsheimer doch an allen Fronten!

mynameisFerdinand

22.06.2011, 12:55 Uhr

Wieso sollte sich ein hochprofitables Unternehmsn wie Hyundai-Kia einen Klotz wie Opel ans Bein binden. Deutsche "Ingenieurskunst" ist ja wie der Begriff deutlich macht ein Resultat des partikulär deutschen Dipl-Ing Wahns (Kunst rechtfertigt sich per definition selbst. Die Leistungen eines Ingenieurs hingegen müssen Zielgerichtet einen Zweck erfüllen). Hyundai als global aufgestelltes Unternehmen hat genug Kompetenz, in jedem Segment des Automobilbaus zu bestehen und lediglich eine Imagelücke im Premiumsegment, die sich mit Opel sicher nicht füllen lassen kann. Seit Jahren ist in der Automobilbranche bekannt dass Hyundai-Kia "das neue Toyota" ist, also die Erfolgsgeschichte japanischer Hersteller der 80er und 90er nun wiederholt. Der Respekt aus Wolfsburg spiegelt also mehr den Verstand der Manager dort wieder als es ein Lob für die Koreaner ist.

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