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07.09.2016

06:14 Uhr

VW-Dieselgate

Bosch in US-Abgasklage unter Druck

Neue Munition für die Klagen in den USA: Ingenieure von Bosch sollen nach Medienberichten die Betrugssoftware, die VW in vielen Dieselfahrzeugen eingesetzt hat, mitentwickelt haben. Der Zweck sei ihnen bewusst gewesen.

Bosch soll die VW-Schummelsoftware laut Medienberichten mitentwickelt haben. dapd

Bosch steckt mitten in der Abgasaffäre

Bosch soll die VW-Schummelsoftware laut Medienberichten mitentwickelt haben.

HamburgIm US-Rechtsstreit um den Abgas-Skandal bei Volkswagen kommt der mitangeklagte Zulieferer Bosch immer mehr unter Druck. Nach Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ gibt es Hinweise auf eine massive Verwicklung in die Abgasaffäre. Bosch-Ingenieure hätten die Betrugssoftware jahrelang mitentwickelt. Dabei sei dem Zulieferer klar gewesen, dass eine derartige Abschaltvorrichtung verboten sei. NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ beziehen sich dabei auf bislang geschwärzte Teile der US-Klageschrift von VW-Kunden gegen Bosch, die nun freigegeben sind.

Bestandteil der Klage ist demnach auch ein Brief vom Juni 2008. Darin habe Bosch vom VW-Konzern gefordert, ihn von einer Haftung freizustellen. Denn die „geforderte Weiterentwicklung“ der Motorsteuerung werde dazu führen, „dass Daten möglicherweise als defeat device (Betrugssoftware) eingesetzt werden“. Bosch weise in dem Schreiben ausdrücklich darauf hin, dass die Verwendung einer solchen Funktion in den USA verboten sei und warne, dass die damit ausgestatteten Fahrzeuge ihre Betriebserlaubnis verlieren könnten.

Analyst Jürgen Pieper

„Die Öffentlichkeit würde Bosch schon zur Rechenschaft ziehen."

Analyst Jürgen Pieper: „Die Öffentlichkeit würde Bosch schon zur Rechenschaft ziehen."

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Die Anwälte, die geschädigte Dieselbesitzer in den USA vertreten, hatten ihre Klage gegen den Zulieferer erst Mitte August erweitert. Sie werfen Bosch vor, über mehr als zehn Jahre eine aktive Rolle bei der Entwicklung einer an VW gelieferten Software gespielt zu haben, mit der bei Abgastests getrickst worden sein soll. Unkenntnis über den Betrug sei auszuschließen. Bosch wollte sich unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu den Vorwürfen äußern.

Mittlerweile hat sich VW mit den US-Klägern – dazu zählen Fahrzeugbesitzer sowie Autohändler, US-Behörden und Generalstaatsanwälte – beim größten Teil der betroffenen Wagen auf einen Vergleich in Höhe von bis zu 15,3 Milliarden US-Dollar (derzeit 13,5 Milliarden Euro) geeinigt. Bosch ist Beklagter in dem gleichen Verfahren, hat aber bislang kein Schuldgeständnis abgegeben und sich nicht an dem außergerichtlichen Kompromiss beteiligt.

VW-Abgabsskandal

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Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Tom Schmidt

07.09.2016, 11:58 Uhr

Was für ein Schwachsinn. Es ging durch die Medien, dass Bosch in einem Schreiben VW definitiv vor einer Anwendung dieser Software in den operationellen Fahrzeugen gewarnt hat. Damit ist es die Verantwortung von VW.

Wie wäre es denn die US-Waffenhersteller zu verklagen, wenn die Kunden illegal auf Menschen schießen? Aber das geht dann plötzlich nicht?

Ich glaube wir müssen uns gegen diese Anwaltskanzleien, deren Geschäft einfach in Klagen besteht und in Richtung "Vergleich gegen Image" geht, wehren. Eine Möglichkeit wäre, die Anwaltskanzleien verklagen zu können, wenn sie einen Prozess verlieren und unnötig das Image einer Firma schädigen. bisher ist es ja so, dass jeder verklagt werden kann, nur nicht die Kanzleien, egal was sie anstellen!

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