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22.12.2016

21:53 Uhr

VW-Dieselgate in den USA

Wieder ein kleiner Schritt voran

VonStefan Menzel

VW und Audi haben in den USA in der Dieselaffäre einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Auch die Anwälte der Sammelkläger haben jetzt einem Umrüstplan für 80.000 Autos zugestimmt. Aber eine wichtige Frage ist noch offen.

Vor einem Volkswagen-Händler in Kalifornien: Neuwagen werden vom Transporter abgeladen. AP

In den USA hat die Dieselkrise begonnen

Vor einem Volkswagen-Händler in Kalifornien: Neuwagen werden vom Transporter abgeladen.

DüsseldorfVolkswagen und Audi sind noch einmal einen weiteren Schritt bei der Beilegung der Dieselaffäre in den USA vorangekommen. Der VW-Konzern hat sich jetzt auch mit den Anwälten der betroffenen 80.000 Autofahrer (dem sogenannten „Plaintiffs‘ Steering Committee“ der Sammelkläger) in einer Grundsatzvereinbarung über anstehende Entschädigungszahlungen verständigt. Das deutsche Unternehmen muss Kunden entschädigen, die in den USA ein Auto mit großem Drei-Liter-Motor gekauft hatten. Der Motor war von Audi entwickelt und auch an die Schwestermarken Volkswagen und Porsche weitergereicht worden.

„Ich bin sehr erfreut darüber, dass wir jetzt auch diese zweite Einigung erreicht haben“, sagte US-Richter Charles Breyer am Donnerstagabend (deutscher Zeit) bei der Anhörung vor dem US-Gericht in San Francisco. Breyer sprach von einer „Grundsatzeinigung“. Der VW-Konzern habe sich nun auch mit den Anwälten der Kläger über einen zweistufigen Umrüst- und Entschädigungsplan verständigt. Über dieses Programm hatte es bereits am Dienstag eine Einigung mit US-Umwelt- und Justizbehörden gegeben.

Die 80.000 Autos mit großem Audi-Motor werden in zwei Gruppen unterteilt. Für 20.000 ältere Fahrzeuge wird wahrscheinlich keine Umrüstung möglich sein, der VW-Konzern muss sie deshalb voraussichtlich zurückkaufen. Für rund 60.000 jüngere Autos soll es jedoch einen Umrüstplan ähnlich wie in Europa geben. Mit relativ wenigen Eingriffen sollen die Fahrzeuge danach auch die strengeren amerikanischen Abgasnormen erfüllen.

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Weitergehende Details sind noch nicht festgelegt worden. Der geplante Umrüstplan für den größeren Teil der Autos ist von den zuständigen Behörden bisher nicht genehmigt worden. Schwieriger dürften zudem die ausstehenden Verhandlungen zwischen dem VW-Konzern und den Anwälten der Sammelkläger über den Entschädigungsplan für die betroffenen Kunden werden. Volkswagen hatte die Forderungen der Gegenseite bislang angeblich abgelehnt, sie seien überzogen. Beide Seiten haben nun bis Ende Januar Zeit, einen endgültigen Entschädigungsplan festzulegen.

Richter Breyer sprach in der Anhörung von einer „substanziellen Entschädigung“, mit der die Kunden des VW-Konzerns rechnen könnten. „Ich bin optimistisch, die Parteien verfolgen weiter eine Einigung“, ergänzte der Richter. Vorbild dürfte die Verständigung vom Sommer sein, als sich Volkswagen mit den Anwälten auf einen Entschädigungsplan für 500.000 Kunden verständigt hatte, die ein Fahrzeug mit manipuliertem Zwei-Liter-Dieselmotor des Konzerns gekauft hatten. Auch wenn diese Autos umgerüstet werden, kann jeder Käufer noch zusätzlich mit einer Entschädigung von durchschnittlich etwa 6500 US-Dollar rechnen. Im Fall der Drei-Liter-Motoren dürfte die Zahlung höher ausfallen. Denn es handelt sich dabei meist um teure Geländewagen wie Porsche Cayenne, Audi Q7 und VW Touareg. Die Kosten der Einigung mit dem Staat bezifferte die US-Umweltbehörde EPA am Dienstag auf etwa eine Milliarde Dollar. Die angepeilten Entschädigungszahlungen dürften einen höheren dreistelligen Millionenbetrag ausmachen.

Volkswagen und die Anwälte begrüßten die Einigung. Der Wolfsburger Konzern will jedoch keine Details zum aktuellen Verhandlungsstand nennen. „Das Gericht hat die Parteien angewiesen, bis zum 31. Januar Unterlagen zur vorläufigen Genehmigung der Vereinbarung einzureichen und die Inhalte der Gespräche weiterhin vertraulich zu behandeln“, sagte ein Konzernsprecher. Elizabeth Cabraser, Sprecherin der Klägeranwälte, sprach von einem „sehr intensiven und komplexen Prozess“.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

23.12.2016, 14:02 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

Herr Peter Müller

23.12.2016, 15:44 Uhr

Na ja. Ich weiß nicht, ob es wirklich voran geht, wenn immer wieder neue strafbare Handlungen unserer hochbezahlten WOLFSBURGER Ingenieure an's Licht kommen, wie zuletzt die Manipulation an kleinen Dieselmotoren bei Audi.

Quelle SPIEGEL-ONLINE : Neue Manipulationsvorwürfe gegen Audi In der Volkswagen-Affäre gibt es neue Vorwürfe gegen Audi: Auch beim aktuellen Modell des A3 soll das Abgassystem zugunsten guter Messergebnisse auf dem Prüfstand manipuliert worden sein.

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