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08.04.2016

10:54 Uhr

VW-Dieselgate und die Folgen

IG-Metall-Chef fordert klare Ansagen des Vorstands

Im Volkswagen-Konzern hat die Arbeitnehmerseite aus historischen Gründen eine starke Position. Doch diese gerät in der Abgasaffäre ins Wanken. So fordert IG-Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann ein Bekenntnis des Vorstands.

Der IG-Metall-Chef, selber Mitglied des VW-Aufsichtsrates, sorgt sich um die Mitarbeiter des Autobauers. AP

Jörg Hofmann

Der IG-Metall-Chef, selber Mitglied des VW-Aufsichtsrates, sorgt sich um die Mitarbeiter des Autobauers.

Frankfurt/WolfsburgDer IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann fordert im Ringen um den Sparkurs bei Volkswagen klare Bekenntnisse und eindeutige Ansagen des Managements. „Wir brauchen konkrete Zusagen zur Zukunft der Standorte, zu Arbeitsplätzen und Produkten“, sagte der Chef der größten deutschen Einzelgewerkschaft am Freitag. Am Vortag war bekanntgeworden, dass Betriebsrat und Arbeitgeber einen Zukunftspakt verhandeln werden.

Hofmann ist VW-Aufsichtsrat und betonte, dass der VW-Betriebsrat und die IG Metall „unverändert“ die bei dem Autobauer besondere Balance aus Rendite und Beschäftigung verteidigten. Beide Aspekte seien noch immer „gleichrangige Unternehmensziele“ – trotz des Abgasskandals. „Hierfür braucht es, auch da der Markenvorstand hier nicht mit einer Sprache spricht, verbindliche Verträge und konkrete Zusagen – und keine blumigen Beschreibungen“, sagte Hofmann. Nur so könne VW „seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten gerecht werden“.

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Bei VW gibt es – zumindest bisher – auch aufseiten des Vorstands die in der Industrie außergewöhnliche Übereinkunft, dass Beschäftigung und Wirtschaftlichkeit Ziele gleichen Gewichts sind. Die Arbeitnehmerseite hat bei dem Autobauer aus historischen Gründen eine starke Position. Die VW-Keimzelle, das Wolfsburger Stammwerk, bauten die Nationalsozialisten mit dem enteigneten Gewerkschaftsvermögen.

Den britischen Besatzern war die besondere Wurzel durchaus bewusst, sie übergaben Volkswagen in öffentlichen Besitz. Ziel dabei war ein „demokratisch kontrollierter Industriebetrieb“ – als ein Motor der Wirtschaft, in dem Arbeit und Kapital gleichberechtigt sein sollten.

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dpa

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