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11.11.2014

11:35 Uhr

VW-Eigner Porsche SE

Mit vollen Kassen aufs Einkaufstour

Porsche SE, Großaktionär von VW, erwägt weitere Unternehmens-Beteiligungen. Seit 2012 gehört Autobauer Porsche als eine von zwölf Marken zu VW und spült den Wolfsburgern einen großen Teil ihrer Gewinne in die Kasse.

Porsche hatte mitten in der Finanzkrise VW schlucken wollen. Porsche versank dabei in Schulden und musste schließlich von Volkswagen gerettet werden. dpa

Porsche hatte mitten in der Finanzkrise VW schlucken wollen. Porsche versank dabei in Schulden und musste schließlich von Volkswagen gerettet werden.

HamburgVW-Großaktionär Porsche SE hält mit vollen Kassen Ausschau nach weiteren Zukäufen. „Wir erwägen weitere Beteiligungen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Namen von Unternehmen nannte er nicht. Ende September verfügte Porsche über eine Nettoliquidität von knapp 2,5 Milliarden, 120 Millionen weniger als vor Jahresfrist Euro.

Ein Grund für den leichten Rückgang ist der Einstieg bei der US-Technologiefirma Inrix mit rund zehn Prozent vor einigen Wochen.

Die VW-Sparten im Überblick

Volkswagen Pkw

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Audi

Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unter Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

Skoda

Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeuge ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel es ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

Seat

Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Bein 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen reduziert wurde.

Porsche

Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auch 78.000 Fahrzeuge taxiert.

Bentley

Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. Dieses Jahr legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

VW Nutzfahrzeuge

Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeuge. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

Scania

Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkws stieg der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

MAN

Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchenern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legte im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

VW Finanzdienstleistungen

Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legte im Jahr 2013 um 17,5Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

An dem Wolfsburger Konzern hält die Porsche Automobil Holding SE knapp 51 Prozent der Stimmrechte. Daraus speist sich auch deren Nettogewinn der ersten neun Monate von 2,49 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn bei 1,99 Milliarden gelegen. Für das Gesamtjahr erwartet die Stuttgarter Holding unverändert einen Konzerngewinn von zwischen 2,2 und 2,7 Milliarden Euro.

Mit größeren Beteiligungen hält sich die Holding nach Meinung von Beobachtern bislang zurück, weil sie wegen laufender Schadensersatzklagen im Zusammenhang mit der vor einigen Jahren gescheiterten VW-Übernahme ihr Geld zusammenhalten will. Das Unternehmen selbst bestreitet einen Zusammenhang mit den Klagen von zahlreichen institutionellen Anlegern und den eigenen Akquisitionsplänen.

Die Prozesswelle ist ein Nachspiel des Übernahmepokers vor fünf Jahren, als Porsche mitten in der Finanzkrise den viel größeren VW-Konzern schlucken wollte. Porsche versank dabei in Schulden und musste schließlich von Volkswagen gerettet werden. Seit 2012 gehört der Autobauer Porsche deshalb als eine von zwölf Marken zu VW und spült den Wolfsburgern einen großen Teil ihrer Gewinne in die Kasse. Inzwischen hat die Porsche SE vor Gericht einige Etappensiege gegen Hedgefonds errungen. Ein Ende der Prozessserie ist aber nicht absehbar.

Von

rtr

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