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07.06.2015

11:41 Uhr

VW, Ford, Opel

Rabattschlacht im Autohaus

Die deutsche Konjunktur entwickelt sich weiterhin gut. Doch bei den Autohändlern ist vom Aufschwung bisher noch wenig zu spüren. Die Rabatte drücken auf die Marge. Sogar das Kartellamt ist mittlerweile alarmiert.

Die Volumenhersteller haben weiter mit massivem Preisdruck zu kämpfen. Bei den Autohändlern in Deutschland steigen die Rabatte. dpa

Nur mit Nachlass

Die Volumenhersteller haben weiter mit massivem Preisdruck zu kämpfen. Bei den Autohändlern in Deutschland steigen die Rabatte.

DüsseldorfDie Rabatte im deutschen Automarkt ziehen wieder an – trotz guter Konjunktur. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen. „Die Schnäppchen-Zeit in Deutschland geht weiter“, sagt Studienautor Ferdinand Dudenhöffer.

Nach Ansicht der Wissenschaftler liegt das vor allem an der aggressiven Preispolitik der Volumenhersteller. So räumt Marktführer VW gleich für 11 Modelle zusätzliche Rabatte wie eine „Prima-Klima-Prämie“ ein, vom Kleinstwagen Up über Golf und Passat bis hin zum SUV Touareg. Rund 31 Prozent aller VW-Neuwagen werden zudem auf Hersteller und Händler zugelassen und als junge Gebrauchte verkauft. Eine Preispolitik, die deutliche Nachlässe bis zu 29 Prozent bei Internetvermittlern ermöglicht – und so den Händlern das Leben schwer macht.

Die Konkurrenten versuchen mit dem Marktführer schrittzuhalten. Um der neuen Konkurrenz im Internet die Stirn zu bieten, hatte Ford seine Händler angehalten, ihre Wagen im Händlerbetrieb zu den gleichen Konditionen anzubieten wie im Netz. Die Aktion sollte so den Internetvermittlern das Wasser abgraben. „Der Schuss ging nach hinten los“, heißt es in der CAR-Studie. Der Ford Fiesta wird laut Studie derzeit so stark rabattiert wie kein anderes Modell im deutschen Markt. Das Rabattniveau im Händlerbetrieb habe durch die Aktion insgesamt massiv zugenommen. Darüber hinaus ermittelt nun auch das Bundeskartellamt gegen Ford.

So tricksen die deutschen Hersteller

Volkswagen

Über Internetvermittler werden die VW-Modelle sehr stark rabattiert. Laut CAR-Studie gab es für den neuen Passat dort sogar bis zu 29,3 Prozent Rabatt. Auch der Anteil der Eigenzulassungen liegt mit 31,3 Prozent erstmals wieder über dem Marktschnitt.

Opel

Die Rüsselsheimer müssen im Volumenmarkt dringend punkten und stehen mit dem Astra vor einem wichtigen Modellwechsel. Das treibt das Rabattniveau. Immerhin: der Anteil der Eigenzulassungen konnte deutlich reduziert werden.

Ford

Um sich im Volumenmarkt zu behaupten, versuchen die Kölner mit den Internetpreisen auch im Handelsnetz mitzuhalten. Das Ergebnis: die Rabatte erreichen neue Höhen. Die Eigenzulassungen fallen bei Ford allerdings niedriger aus als bei der Konkurrenz.

Mercedes

Die jüngsten Erfolge der Schwaben sind offenbar nicht auf Rabatte zurückzuführen. Die Modellpalette ist mittlerweile runderneuert, der Anteil der Eigenzulassungen schrumpft.

BMW

Beim Premium-Primus aus München sieht das anders aus. Um im Kompaktsegment mitzuhalten, stieg im April sowohl Rabattniveau als auch der Anteil der Eigenzulassungen.

Auch Opel und Peugeot/Citroen stehen wegen eines ähnlichen Rabattpolitik bei den Händlern im Visier der Ermittler. Immerhin konnte Opel den Anteil der Eigenzulassungen im April massiv reduzieren. Etwa 36 Prozent aller verkauften Opel wurden in diesem Monat auf Händler, Hersteller oder Autovermieter zugelassen. Das ist zwar immer noch mehr als bei jeder anderen deutschen Marke, aber deutlich weniger als in den Vormonaten. Der Hersteller begründet den hohen Anteil mit dem gestiegenen Absatz im Mitarbeiterleasing.

Insgesamt bleibt der hohe Anteil der Eigenzulassungen, die als junge gebrauchte hoch rabattiert im Markt verkauft werden, aber ein Problem der Branche. Ihr Anteil ist mit 29,1 Prozent zwar leicht gesunken, fällt insgesamt aber immer noch sehr hoch aus. Vor allem Volkwagen und BMW tricksen hier deutlich mehr als in den Vormonaten.

Von

bay

Kommentare (2)

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Herr Nikolaj Bauer

09.06.2015, 10:45 Uhr

Der Artikel ist so nicht korrekt.
Opel hat von Jan-Mai im Vergleich zu dem Vorjahresmonaten seine Eigenzulassungen um über 1,0% Punkte gesteigert und liegt im Durchschnitt Jan-Mai bei über 40% Eigenzulassungen.

Vorjahr lag Opel im Mai bei 36% (2014) jetzt bei 37%.

Herr Lukas Bay

09.06.2015, 11:08 Uhr

Lieber Herr Bauer,
wie bei jeder Statistik kommt es auf den Bezug an. Vergleicht man den Anteil der Eigenzulassungen bei Opel im April im den Zahlen im März und Februar (wie in der Studie), ist ihr Anteil gesunken. Vergleicht man den Anteil über mehrere Monate hinweg (so wie Sie) oder den Mai, dann ist er gestiegen. Beides ist korrekt. Allerdings können wir uns darauf einigen, dass die Eigenzulassungsquote bei Opel insgesamt immer noch höher ist als bei jedem anderen deutschen Herstellern.
Beste Grüße
Lukas Bay

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