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09.12.2014

10:13 Uhr

VW holt BMW-Manager Diess

VW-Chef Winterkorn gibt Macht ab

VonLukas Bay

Volkswagen bekommt einen neuen starken Mann. BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess soll die Kernmarke der Wolfsburger auf Effizienz trimmen. Ist das der Abschied auf Raten für Konzernchef Winterkorn?

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn gibt Macht ab: „Gewisse Dinge können Sie nicht delegieren“. dpa

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn gibt Macht ab: „Gewisse Dinge können Sie nicht delegieren“.

DüsseldorfEs waren ungewohnte Töne, die VW-Chef Martin Winterkorn im Interview mit dem „Spiegel“ anschlug, als er auf seinen Vertrag angesprochen wurde, der Ende 2016 ausläuft. „Ich wäre dann 69, eigentlich alt genug, um aufzuhören“, sagt der Mann, der in Wolfsburg seit acht Jahren alle Fäden zieht. Momentan sehe es so aus, dass er seinen Vertrag erfüllen werde. Wie es danach weitergehe, werde sich zeigen. Worte, die nach Abschied klangen.

Eine Personalie gibt den Spekulationen über einen Abschied des VW-Chefs nun neuen Auftrieb. Zum 1. Oktober 2015 soll Herbert Diess, bisher Entwicklungsvorstand bei BMW, in den Vorstand der Wolfsburger wechseln und dort das Geschäft der Kernmarke VW führen. Bisher war das - neben der Führung des Gesamtkonzerns - die Aufgabe von Winterkorn. Eine Aufgabe, die der erfahrene Manager wohl nur ungern aus der Hand gibt. „Gewisse Dinge können Sie nicht delegieren“, ließ er noch im Oktober verkünden.

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Dass er seinen Posten nun trotzdem abgibt, verstehen einige Marktbeobachter als Signal: „Alles deutet auf einen Rückzug auf Raten hin“, sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen. „Das ist reine Spekulation“, kommentiert dagegen ein VW-Sprecher die Rückzugsgerüchte. Die Entscheidung sei aus strategischen Gründen getroffen worden. „Größe und Vielfalt machen es künftig notwendig, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen.“

Die Aufgabenbeschreibung von Diess scheint dagegen klar: Er soll die Kernmarke von Volkswagen voll auf Effizienz trimmen. Als Einkaufsvorstand hatte der 56-Jährige schon bei den Münchenern fünf Jahre lang kräftig auf die Kostenbremse gedrückt - und damit bei einigen Zulieferern für Bauchschmerzen gesorgt. Er gilt als Vordenker der Strategie „Number One“, dank derer BMW heute Traumrenditen einfährt und den Titel als führender Premiumhersteller verteidigt.

Im Januar 2012 war er auf den Posten des BMW-Entwicklungsvorstands gewechselt. Für die Münchener ist sein Abschied darum ein schwerer Schlag. Immerhin ist Diess mit allen Zukunftsthemen der Münchener bestens vertraut - von der Elektrostrategie über den Wasserstoffantrieb bis zum Karbonleichtbau.

Bei den Wolfsburger soll der promovierten Ingenieur nun zum neuen starken Mann werden - und gilt damit auch als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Winterkorn. Die Kernmarke von VW, jahrelang Garant der Stärke im Zwölfmarkenreich der Wolfsburger, hatte zuletzt merklich geschwächelt. Allein im November verbuchte VW ein Minus bei den Auslieferungen von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Europa, Russland, USA – in fast allen Regionen verlor die Marke bei den Verkäufen. Und selbst der einstige Wachstumsmotor China läuft längst nicht mehr so rund wie in der Vergangenheit.

In den USA will man mit einem neuen SUV wieder zurück in die Erfolgsspur. Anfang Januar soll das Modell seine Premiere in Detroit feiern, meldeten zuletzt verschiedene Medien. Doch bis das Modell wirklich auf die Straße geht, dürfte noch Zeit ins Land gehen. Bis dahin fährt VW im eigentlich wachsenden Markt noch hinterher. Nichts, was den eigenen Ansprüchen genügt.

Kommentare (3)

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Herr Wolfgang Stroebele

09.12.2014, 11:43 Uhr

ach der liebe Herr Diess war das, der mit seinem übertriebenen Sparfimmel dafür gesorgt hat, dass die Qualität bei BMW mittlerweile nur noch beschissen ist.
Glückwunsch zum erfolgreichen Wirken.

Frau Ute Umlauf

09.12.2014, 12:40 Uhr

Dem gehts wie Pischetsrieder ... VW sucht immer einen externen Sündenbock.
In 2 Jahren ist der wieder weg.
Siehe auch Bernhard von Mercedes ... in den VW Konzern geholt, zum Sündenbock gestempelt u. weg.

Frau Ute Umlauf

09.12.2014, 12:41 Uhr

Top Leute gehen nicht zu VW!

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