Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2016

15:52 Uhr

VW plant die Zukunft

„Größter Veränderungsprozess in der Geschichte“

VonStefan Menzel, Martin Murphy

VW will den Abgas-Skandal hinter sich lassen. Chef Matthias Müller hat dafür eine Zukunftsstrategie entworfen. Bis 2025 steht dem Konzern ein großer Umbau bevor. Das Ziel: VW muss überall deutlich effizienter werden.

VW-Zukunftsstrategie

Volkswagen investiert Milliarden in die Zukunft

VW-Zukunftsstrategie: Volkswagen investiert Milliarden in die Zukunft

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WolfsburgMit der neuen „Strategie 2025“ beginnt bei Volkswagen der Umbau des kompletten Konzerns. Vorstandschef Matthias Müller verschiebt dafür Milliarden Euro innerhalb des Unternehmens. Effizienzsteigerungen etwa in der Verwaltung und im Vertrieb sollen das Geld freimachen, das VW für neue Geschäfte braucht, für den Wandel zum Mobilitätskonzern.

„Das ist der größte Veränderungsprozess in der Geschichte von VW“, versprach Matthias Müller am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wolfsburg. VW will Zukunftsfelder wie den Elektroantrieb und Mobilitätsdienste besetzen. Die Dieselaffäre sieht Müller als Katalysator, der die Veränderungen im Konzern erst richtig angeschoben hat. „Wir liefern jetzt“, ergänzte er.

Bis zum Jahr 2025 will der VW-Konzern 25 Milliarden Euro in den Umbau des Autogeschäfts stecken. Volkswagen rechnet damit, dass im Jahr 2030 nur noch etwa zwei Drittel aller neu verkauften Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sind. Verschärfte Emissionsregeln würden den Wechsel zum Batterieantrieb beschleunigen. VW könnte am Ende auch selbst eine eigene Batteriefabrik bauen. „Die Elektromobilität wird ein neues Markenzeichen des Konzerns“, so Müller weiter.

Motoren, Modelle und Marken im VW-Abgas-Skandal

Motoren

Laut VW ist der Dieselmotor mit der Bezeichnung EA 189 Kern des Problems. Er wurde bei etlichen Marken eingesetzt, erfüllt die EU-Abgasnorm Euro 5 und wird mit 1,2, 1,6 und 2,0 Litern Hubraum angeboten. Betroffen vom Stickoxid-Skandal sind die Baujahre 2009 bis 2014.

Der Rückruf läuft

Schon ab dem 29. Februar sollte eigentlich der Rückruf der großen 2,0-Liter-Antriebe mit Varianten des Passat und Audi A4 anlaufen, zuvor hatte die Aktion für den Pick-up Amarok begonnen. Für den A4 mit Schaltgetriebe gab es – ebenso wie für den A5 und Q5 sowie den Seat Exeo mit gleichem Motor – bereits die Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts. Für Passat, CC und Eos liegt sie nun auch vor.

So geht es weiter

Zum kleinen 1,2-Liter-Motor hatte VW in einem Kundenbrief zunächst einen Beginn der Werkstatt-Aktionen ab dem 30. Mai angekündigt. Dieser Teil werde aber erst „verzögert anlaufen“, hieß es jetzt. Die mittelgroßen 1,6-Liter-Aggregate sollten laut bisheriger Planung ab dem 5. September zurück, dabei soll neben einem Software-Update ein Bauteil eingesetzt werden. In den USA sind auch 3,0-Liter-TDI-Autos unterwegs, die ein nach US-Recht verbotenes Programm enthalten.

Betroffene VW-Pkw

Bei der Kernmarke VW-Pkw sind unter anderem der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und der Tiguan der ersten Generation betroffen.

Betroffene Audi-Modelle

Die Software steckt auch in Modellen der Reihen A1, A3, A4 und A6 sowie Q3 und Q5 der Oberklasse-Tochter Audi.

Sonstige Modelle

Dieselmotoren, die bei Skoda und Seat verwendet wurden, fallen ebenfalls unter den Abgas-Skandal. Bei den leichten VW-Nutzfahrzeugen sind ältere Ausgaben des Caddy und Amarok betroffen. Die in den USA unzulässige Software der 3-Liter-Diesel findet sich im VW Touareg und Porsche Cayenne sowie in den Audi-Modellen Q5, Q7, A6, A7 und A8.

Marken

VW-Chef Matthias Müller gab im vergangenen Oktober an, dass weltweit rund 5 Millionen Autos der Hauptmarke VW-Pkw von der Affäre betroffen sind. Hinzu kommen etwa 2,1 Millionen Audis, 1,2 Millionen Skodas, 700.000 Seats sowie 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge.

Damit der Neubau überhaupt gelingen kann, muss Müller alte Strukturen aufbrechen. Er will etwa die konzerneigenen Zulieferwerke in einem eigenen Unternehmen zusammenfassen. Der Zulieferbereich wird damit kontrollierbar, steuerbar und effizienter.

VW-Konzernchef Matthias Müller nannte bei der Präsentation seiner neuen Strategie allerdings keinen Zeitplan für den Umbau des Zulieferbereichs. Die neue Tochter soll auf jeden Fall auch in Wolfsburg angesiedelt werden. Künftig sei auch vorstellbar, dass der VW-Zulieferer seine Produkte auch an andere Autohersteller verkaufe.

Im Zuliefererbereich arbeiten 67.000 Menschen an 26 Standorten. In diesen Werken werden Motoren, Getriebe und Kunststoffteile gefertigt. Die Beschäftigten dort arbeiten aktuell unter dem lukrativen VW-Haustarif. Ob neue Mitarbeiter dort künftig aus dem Haustarif herausfallen werden, ist noch unklar. Die Arbeitnehmerseite trägt die Ausgliederung mit. Die Sparte werde damit konkurrenzfähig zu anderen Automobilzulieferern.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Pia Paff

16.06.2016, 16:22 Uhr

Der von Gott gesandte WINTERKORN richtet einen Milliarden Schaden an. Tausende Leiharbeiter entlassen. Und der von Gott Gesandte kassiert weiter Millionen u. läuft frei herum. Vielleicht erwische ich ihn ja in der Allianz Arena!!

Leonardo Cizikil

16.06.2016, 17:10 Uhr

Solche ehrenwerte Herren werden nicht verurteilt! Das kann man auch sehr gut bei den Bankern beobachten, welche Milliarden versenkt haben.
"SCREW" the best ghost

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×