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02.08.2013

14:07 Uhr

VW-Rivale

Toyota baut den Vorsprung aus

Als erster Autohersteller will Toyota dieses Jahr mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen. Den operativen Gewinn steigert der VW-Konkurrent rasant – und dreht nun einsam seine Runden an der Weltspitze.

dpa

TokioMit einem Gewinnsprung um 88 Prozent hat Toyota seine Ausnahmestellung in der Automobilbranche eindrucksvoll untermauert. Beflügelt vom schwachen Kurs der Landeswährung Yen sprang der Betriebsgewinn des japanischen Vorzeigekonzerns aus der gleichnamigen Stadt südwestlich von Tokio im Zeitraum von April bis Juni auf umgerechnet gut fünf Milliarden Euro (663 Milliarden Yen). Damit stellte Toyota die gesamte Konkurrenz in den Schatten, von der ein Großteil mit der Dauerkrise am europäischen Automarkt ringt.

Dagegen können die Japaner dank ihrer Stärke in den USA groß aufspielen und nehmen sich vor, in diesem Jahr als erster Autobauer rund um den Globus mehr als zehn Millionen Fahrzeuge vom Band rollen zu lassen. Die Profitabilität von Toyota habe sich seit dem Lehman-Schock vor fünf Jahren kontinuierlich verbessert, äußerte sich Geschäftsführer Takuo Sasaki am Freitag bei der Präsentation der Quartalszahlen in Tokio japanisch bescheiden. Der Zusammenbruch der US-Bank vor fünf Jahren hatte die Finanzkrise ausgelöst, unter die Welt noch immer leidet.

Davon hebt sich der japanische Konzern ab und fährt dank seiner weltweiten Präsenz und spritsparenden Fahrzeugen wie dem kompakten Hybridwagen Prius sprudelnde Gewinne ein: Im ersten Quartal schaffte der japanische Traditionskonzern eine operative Rendite (Ebit-Marge) von 10,6 Prozent.

Die innovativsten Autostandorte

Quelle

In der Studie „European Automotive Survey 2013“ haben die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young 300 europäische Unternehmen der Automotive-Branche befragt, wie sie die Innovationskraft der Automobilstandorte bewerten.

Platz 18

Spanien
Die Spanier verlieren im Innovationsranking satte 12 Prozentpunkte. Drei Prozent halten das Land in punkto Innovationskraft für sehr wettbewerbsfähig, 14 Prozent für eher wettbewerbsfähig. Damit sind die Spanier Schlusslicht in Europa.

Platz 17

Ungarn
Mit Daimler und Audi haben zwei deutsche Hersteller große Werke in Ungarn. In punkto Innovationskraft hat das osteuropäische Land enormen Nachholbedarf. Ein Prozent halten die Ungarn in diesem Feld für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 16

Türkei
Gleichauf mit Ungarn sind die Türken in punkto Innovationskraft. Auch die Türkei ist für ein Prozent der befragten Unternehmen sehr wettbewerbsfähig, für 17 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 15

Polen
Der Nachbar ist ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autokonzerne, doch nicht sonderlich innovativ. Drei Prozent halten die Polen für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent für wettbewerbsfähig. Das sind acht Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Platz 14

Slowakei
Die Heimat von VW-Tochter Skoda schneidet im Innovationsranking ebenfalls eher schlecht ab. Zwei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 13

Italien
Satte neun Prozentpunkte haben die Italiener im Innovationsranking eingebüßt. Die Heimat von Fiat und Ferrari halten mittlerweile nur noch vier Prozent aller befragten Unternehmen für sehr wettbewerbsfähig,  24 halten Italien für eher wettbewerbsfähig.

Platz 12

England
Das Vereinigte Königreich war einst eine stolze Autonation. In punkto Innovation ist davon wenig geblieben. Erneut büßen die Briten 11 Prozentpunkte ein – und rutschen damit im Ranking ab. Sieben Prozent bewerten UK als sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent als eher wettbewerbsfähig.

Platz 11

Tschechien
Unter Osteuropas Ländern belegen die Tschechen einen Spitzenplatz, insgesamt reicht das aber nur fürs Mittelfeld. Vier Prozent halten Tschechien für sehr wettbewerbsfähig, 27 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 10

Russland
Die große Wachstumshoffnung in Europa, doch in punkto Innovationskraft besteht Nachholbedarf. Sieben Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 24 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 9

Frankreich
Der große Verlierer im Innovationsranking. 21 Prozentpunkte büßt der Standort Frankreich ein. Nur noch sechs Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land in punkto Innovationskraft für sehr wettbewerbsfähig, 28 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 8

Schweden
Die Heimat von Volvo gehört zu den großen Gewinnern des Innovationsrankings. Neun Prozentpunkte haben die Skandinavier im vergangenen Jahr hinzugewonnen. 13 Prozent aller befragten Unternehmen halten Schweden für sehr wettbewerbsfähig, 30 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 7

Indien
Auf Indiens Automarkt regieren die Billigmodelle. Trotzdem wird das Land von den Automobilunternehmen als relativ innovativ angesehen. Zehn Prozent bewerten den Standort als sehr wettbewerbsfähig, 35 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 6

Brasilien
Den zweitgrößten Sprung im Ranking macht das südamerikanische Land (+13 Prozentpunkte). Zuletzt haben mehrere Autokonzerne in Brasilien investiert. Die Innovationskraft bewerten zehn Prozent als sehr wettbewerbsfähig, 39 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 5

USA
Volkswagen feiert in Amerika immer neue Wachstumsrekorde, auch in punkto Innovationskraft hat das Land zugelegt. 13 Prozent halten den Standort USA für sehr wettbewerbsfähig, 43 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 4

China
Obwohl der chinesische Automarkt sich zuletzt wieder abgekühlt hat, belegt das Land im Innovationsranking einen der Spitzenplätze. 18 Prozent halten China für sehr wettbewerbsfähig, 42 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 3

Südkorea
Hyundai und Kia sorgen auf dem europäischen Automarkt für Wirbel. Das liegt vor allem an der Innovationskraft der südkoreanischen Konzerne. Der Standort gewinnt im Innovationsranking satte 21 Prozentpunkte – mehr als jedes andere Land. Für 20 Prozent aller befragte ist das Land sehr wettbewerbsfähig, für 41 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 2

Japan
Die japanische Autoindustrie hat sich erholt und greift nun wieder nach der Weltspitze – auch in punkto Innovationskraft. 24 Prozent bewerten Japan als sehr wettbewerbsfähig, 41 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 1

Deutschland
Geht es nach der Einschätzung der europäischen Automotive-Unternehmen ist kein Land in Europa innovativer als Deutschland. Satte 44 Prozent halten den Standort für sehr wettbewerbsfähig in punkto Innovationskraft, 37 bewerten die Deutschen als eher wettbewerbsfähig

„Das ist absoluter Premiumbereich und besser als das, was die VW-Edeltochter Audi im ersten Halbjahr vorzuweisen hat“, sagte Autoanalyst Frank Schwope von der NordLB. Audi schaffte bis zur Jahresmitte eine Marge von 10,5 Prozent. Dank der gut laufenden Geschäfte hob Toyota das Gewinnziel zudem an und erwartet nun im Ende März auslaufenden Geschäftsjahr 2013/14 einen Betriebsgewinn von rund 14,7 Milliarden Euro (1,94 Billionen Yen). Zum Vergleich: Rivale Volkswagen will das operative Ergebnis in diesem Jahr bei 11,5 Milliarden Euro stabil halten.

Ein Selbstläufer ist Toyotas Ausnahmestellung allerdings nicht. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Toyota an die Weltmarktspitze zurückgekämpft, nachdem der japanische Konzern zuvor wegen der Erdbebenkatastrophe 2011 in seiner Heimat, die Auswirkungen auf das weltweite Produktionsnetz hatte, auf Rang drei zurückgefallen war. Inzwischen hat das Unternehmen seine Produktion weltweit stärker dezentralisiert.

Kommentare (3)

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ALDI_Lover

02.08.2013, 10:35 Uhr

Gegen Toyota ALDI ksnn VW Premium nicht gewinnen.
Der Premiumpreis beim deutschen "Volkswagen" gehört abgestraft!! Do not buy.

Insbesondere nicht, wenn selbst Audi überhaupt nicht mehr innovativ ist....sich an Carbon, Vollautomatisiertes Fahren und E-Autos nicht wirklich ran traut.

Smokie2013

02.08.2013, 11:30 Uhr

Das ist kein Wunder. Toyota baut richtig gute Qualität, der Toyota Synergy Drive tut sein übriges.

VW liegt im Tiefschlaf und macht nur deswegen viel Gewinn, weil man den Deutschen tief in die Geldbörse greift (Höchstpreise/Aufpreis/Sonderausstattung).

Account gelöscht!

02.08.2013, 12:23 Uhr

Bezeichnend ist: Die ganzen Rückrufe und das Hick Hack drum rum, vor allem in den USA, haben Toyota nicht geschadet, sondern offensichtlich eher noch Vertrauen geschaffen und den Absatz beflügelt.
Slogan Toyoda: Qualitätsoffensive als oberstes Ziel. (So wird man wohl eher absatzstärkster Weltmeister, als den Umsatz als oberste Zielstellung auszugeben).
Allerdings bietet Toyota in den USA eine viel größere Modellpalette an und das noch zu Preisen, von denen wir träumen können.

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