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16.04.2014

09:41 Uhr

VW Scania

Ein Schritt in Richtung Komplett-Übernahme

VW ist in der Übernahme des Lkw-Bauers Scania weitergekommen. Aktionärsvertreter rieten das VW-Angebot anzunehmen. Aktionären war die angebotene Summe bislang zu niedrig. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Scania-Trucks auf einem Parkplatz vor Berlin: VW will den schwedischen Lkw-Bauer komplett übernehmen – und stößt auf heftigen Widerstand. Reuters

Scania-Trucks auf einem Parkplatz vor Berlin: VW will den schwedischen Lkw-Bauer komplett übernehmen – und stößt auf heftigen Widerstand.

StockholmVolkswagen erhält im Ringen um die Komplett-Übernahme der Lkw-Tochter Scania Rückendeckung von schwedischen Aktionärsvertretern. Die Vereinigung Aktiespararna empfahl den Anteilseignern am Mittwoch, das Angebot von VW anzunehmen. Dahinter steht die Furcht, dass sich andernfalls der Wert der Anteile deutlich verringern könnte. Die Zustimmung zu der Offerte sei das geringere Übel, erklärte die Vereinigung, die vor allem Kleinaktionäre vertritt.

VW besitzt die Mehrheit an Scania und will sich für umgerechnet 6,7 Milliarden Euro die restlichen Anteile sichern. Mehreren Scania-Minderheitsaktionären ist die Offerte von 200 Schwedische Kronen je Aktie allerdings zu niedrig. Eine unabhängige Kommission des Scania-Verwaltungsrates hatte ihnen empfohlen, das Angebot abzulehnen.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Die Scania-Aktien schlossen am Dienstag mit 185,30 Kronen deutlich unter dem Preis der Offerte. Börsianer gehen davon aus, dass VW nicht die nötige Zustimmung dafür erhalten wird. Sollte es dazu kommen, befürchtet die Aktionärsvereinigung weitere Kurseinbrüche. "Nein zu sagen und einen Rückgang des Aktienkurses auf Stände von 130 bis 140 Kronen zu riskieren, ist nicht verlockend", mahnte Aktiespararna-Chef Carl Rosen.

VW will vollen Durchgriff bei dem schwedischen Konzern, um aus den beiden Lkw-Töchtern Scania und MAN eine schlagkräftige Allianz zu schmieden. Dabei sind ihnen die Scania-Minderheitsaktionäre ein Dorn im Auge. Das schwedische Gesetz räumt ihnen vergleichsweise starke Rechte ein.

Von

rtr

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