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14.06.2016

08:34 Uhr

VW-Strategie nach dem Dieselgate

Volkswagen muss umbauen – auch in der Belegschaft

VonStefan Menzel

VW-Chef Matthias Müller präsentiert dem Aufsichtsrat die Strategie mit Elektrifizierung und Mobilitätskonzepten. Zudem wird ein Jobabbau unvermeidlich. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch es geht um sehr viele Stellen.

Von der Vergangenheit wird der Wolfsburger Konzern nicht mehr leben können. Das Unternehmen muss sich wandeln. AFP; Files; Francois Guillot

Volkswagen und der Blick nach vorn

Von der Vergangenheit wird der Wolfsburger Konzern nicht mehr leben können. Das Unternehmen muss sich wandeln.

WolfsburgVolkswagen steht an diesem Dienstag vor einer wegweisenden Aufsichtsratssitzung. Vorstandschef Matthias Müller will von den obersten Kontrolleuren des Konzerns seine „Strategie 2025“ absegnen lassen. Müller muss den Spagat versuchen: Besonders die Konzernmarke VW produziert viel zu teuer und ist auf Dauer nicht mehr wettbewerbsfähig. Volkswagen muss viel effizienter werden, am Ende wird das auch Stellen kosten. Zugleich will Müller das Unternehmen auf die Zukunft ausrichten – auf den Elektroantrieb und den Wandel zum Mobilitätsanbieter.

Der Vorstandschef hat schon selbst vor ein paar Wochen vor Führungskräften von VW die Agenda vorgegeben. „Die Mittel, die wir in die Elektrifizierung und in andere Zukunftsfelder investieren, müssen aus dem Kerngeschäft mit den bestehenden Fahrzeugen und klassischen Antrieben kommen“, verkündete Müller.

Im Jahr 2025, so lautet eine der Vorgaben in Wolfsburg, soll jedes zehnte Auto mit Elektro- oder Hybridantrieb ausgestattet sein. Das wären dann also pro Jahr etwa eine Million Autos. Nach dem Dieselskandal ist VW in Sachen Umwelt besonders unter Druck und muss seine Glaubwürdigkeit zurückerlangen. Zudem bereitet sich der Wolfsburger Konzern damit auf schärfere Umweltbestimmungen vor, die wegen des Dieselskandals in den kommenden Jahren für die gesamte Branche zu erwarten sind.

VW ist damit nicht allein, auch andere Autohersteller bereiten sich auf die neue Zeit vor. So will Daimler den Anteil der verkauften Autos mit Elektroantrieb deutlich ausbauen und plant weitere Modelle. „Bis 2020 wird Elektromobilität bei Daimler sechsstellig“, sagt Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Auf dem Pariser Autosalon im September wollen die Stuttgarter den Ausblick auf ein rein batterieelektrisches Fahrzeug geben. Es soll mit einer Ladung bis zu 500 Kilometer weit fahren und in den nächsten Jahren auf den Markt kommen.

Volkswagen „Strategie 2025“: Zurück auf Los

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Nach der Dieselaffäre will Volkswagen den Neustart. In der kommenden Woche sollen die Mitglieder des Aufsichtsrats die „Strategie 2025“ beschließen. Welche Zukunftsvision Konzernchef Matthias Müller zur Wahl stellt.

Die Elektrifizierung wird Milliarden verschlingen und steht für die eine Seite von Müllers „Strategie 2025“. Zugleich muss Volkswagen auch sein eigenes Gesicht erneuern. In der Zukunft wird es nicht mehr reichen, ausschließlich nur Autos von den Bändern laufen zu lassen. In den Städten werden die Staus immer länger und die Parkplatznot immer größer. Gerade Städter werden deshalb verstärkt auf den eigenen Wagen verzichten. Ihnen ist es egal, wie sie von A nach B kommen. Sie werden Taxi- und Mobilitätsdienste in Anspruch nehmen, sich mit anderen ein Auto teilen. Die „Sharing economy“ wird davon profitieren.

VW-Chef Müller muss seinen Aufsichtsräten die Schritte präsentieren, wie er sich diesen Wandel des Unternehmens in den nächsten zehn Jahren vorstellt. Ende Mai hat sich Volkswagen bereits mit 300 Millionen Euro am israelisch-amerikanischen Mitfahrdienst Gett beteiligt. Dieses Engagement beim Uber-Konkurrenten kann nur ein erster Schritt gewesen sein, VW wird noch viel mehr machen müssen. Müller will eine eigene Gesellschaft gründen, in der das komplette neue Mobilitätsgeschäft gebündelt wird. Dieses Unternehmen soll seinen Sitz in Berlin haben und vielleicht zur 13. Konzernmarke werden. Die neue Tochter soll auch die Konzepte für das autonome Fahren entwickeln.

VW-Markenchef Herbert Diess drängt darauf, dass der Umbau des Konzern möglichst zügig von statten geht. „Dabei dürfen wir keine Zeit verlieren, denn die Veränderungen in unserer Branche kommen jetzt sehr schnell – und sie sind von großer Tragweite“, sagt er. Bis zu diesem Punkt herrscht mit dem mächtigen Betriebsrat Einigkeit. „Wir müssen jetzt beherzt zupacken, damit Volkswagen den Schritt in das neue automobile Zeitalter schaffen kann“, fordert auch Betriebsratschef Bernd Osterloh.

Kommentare (19)

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Herr Hans Mayer

14.06.2016, 09:22 Uhr

VW will sehr viele Stellen abbauen? und was machen wir dann mit den vielen Facharbeitern welche seit letztem Jahr zu uns gekommen sind und weiterhin kommen?.
Daimler hat übrigends alle "Wirtschaftsreisenden" nach kurzem Praktikum wieder nach hause geschickt mit der Empfehlung, sie könnten sich bei einem Externen Arbeitsvermittler melden, dann würde man weiter schauen.
Die Automobilbranche wie wir sie kennen, geht ihrem verdienten Ende entgegen.

Account gelöscht!

14.06.2016, 09:27 Uhr

Heute ein weiterer Pleiteladen ohne Gewinn und Dividende, Gruß an die Aktionäre und Dax Anleger, weite Botschaften dieser Art werden kommen.

vorh. Schlusskurs: 128,65
Eröffnungskurs: 127,00
Geld: 127,00 x 155200
Briefkurs: 127,15 x 21800
Kursziel 1J: n.v.
Beta: n.v.
Nächstes Gewinndatum: n.v.
Tagesspanne: 127,00 - 127,85
52W-Spanne: 95,00 - 219,90
Volumen: 4.061
Ø Volumen (3m): 99.464
Marktkap.: 63,69Mrd.
KGV (ttm): n.v.
EPS (ttm): -3,87
Div & Rendite: n.v. (n.v.)

Account gelöscht!

14.06.2016, 09:29 Uhr

Herr Hans Mayer@Wie immer auf das Amt schicken und lebenslang versorgen, Familien-Nachzug eingeschlossen plus mindestens 3 Generationen.

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