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07.03.2006

16:35 Uhr

VW

„Suteng“ soll in China die Wende bringen

VonAndreas Hoffbauer

Trotz Markteinbruch und schwachem Ergebnis im abgelaufenen Jahr 2005 – Volkswagen sieht sich in China vor der Trendwende. Zumindest ist von Krise keine Rede mehr: Der Konzern will 2006 das Ergebnis im Reich der Mitte deutlich verbessern und ein weiteres Absinken der Marktanteile stoppen. Helfen soll der „Jetta“, der schon bald in China bald auf den Markt kommt – mit dem Namen „Suteng“.

In den USA und Europa längst auf dem Markt, in China Hoffnungsträger für VW: der Jetta. Foto: dpa

In den USA und Europa längst auf dem Markt, in China Hoffnungsträger für VW: der Jetta. Foto: dpa

PEKING. Mit dem neuen Modell will VW in China endlich aus der Krise fahren. Der seit gut einem Jahr in Deutschland verkaufte Mittelklassewagen soll „noch im Frühjahr“ auf den chinesischen Markt gebracht werden, bestätigte ein Firmensprecher gegenüber Handelsblatt.com. Auch der Abwärtstrend beim Absatz soll gestoppt werden. Der Verkauf in den ersten Monaten des laufenden Jahres sehe „sehr positiv aus“, erklärt der VW-Sprecher.

Im abgelaufenen Jahr verzeichnete der Konzern nach Angaben auf der Bilanzpressekonferenz vom Dienstag in Wolfsburg einen Verlust von 119 Mill. Euro. Im Jahr zuvor hatte ein Gewinn von 222 Mill. Euro unter dem Strich gestanden.

Der chinesische Automarkt erlebt seit einigen Jahren eine deutliche Abkühlung. Immer mehr Hersteller drängen auf den weiter wachsenden Markt, bieten sich beim Kampf um den Kunden erbitterte Preisschlachten. Als Marktführer wurde Volkswagen von der Entwicklung besonders stark getroffen, musste starke Ertragseinbrüche hinnehmen. Der Marktanteil sank 2005 auf 17,3 Prozent.

Nun sollen neuen Modelle die Trendumkehr schaffen. Der „Jetta“ wird für den chinesischen Markt aber nicht verändert. Ausländische Autobauer passen ihre Modelle in China oft speziellen Kundenwünschen an: So sind zum Beispiel Audi-Limousinen in China zehn Zentimeter länger als anderswo auf der Welt. Allerdings muss das VW-Modell im Reich der Mitte unter anderem Namen fahren – er wird „Suteng“ heißen. Denn in China fährt bereits ein VW-Jetta auf den Straßen, meist als Taxi in Peking und Schanghai.

Neue Preiskämpfe und immer mehr Konkurrenz

Den Optimismus von Volkswagen teilen viele Experten nicht. Erwartet werden im Autoreich weiter sinkende Gewinnspannen, neue Preiskämpfe und immer mehr Konkurrenz. Vor allem japanische Anbieter wie Toyota, Nissan und Honda, aber auch heimische Hersteller werden mit vielen neuen Modelle dieses Jahr auf den chinesischen Markt drängen. Folge sind große Überkapazitäten und noch mehr Wettbewerb.

„Wir erwarten, dass sich die Marktlage 2006 fundamental verschlechtern wird“, sagt Analyst Jerry Lou von Morgan Stanley in Hongkong. Er rechnet sogar damit, dass einige Hersteller den Markt verlassen müssen. Immerhin habe VW reagiert und etwa die Produktion deutlich zurückgefahren. Dies sei „die klügste Entscheidung von VW in China in den vergangenen drei Jahren“ gewesen, erklärte der Analyst.

Als Krisenmanager wurde vor einem Jahr Ex-Skoda-Chef Winfried Vahland nach Peking geschickt, um die beiden Gemeinschaftsunternehmen vor Ort neu auszurichten. Er hat das Ziel ausgegeben, dass die Kosten in China um 40 Prozent sinken müssen, die Produktion reduziert, alle Investitionen gestoppt. Zudem wird der Vertrieb in China neu organisiert, wurde zum Teil das Top-Management vor Ort ausgetauscht.

Nun soll die Modelloffensive folgen und wieder für Aufschwung sorgen. Rund zehn neue VW-Modelle sollen bis Ende 2008 folgen. Der bereits vor einigen Monaten auf chinesischen Markt gebrachte Passat „Lingyu“ lauft nach VW-Angaben bereits sehr gut. Die Passat-Limousine war komplett in China entwickelt worden. Der neue China-Jetta wird beim zweiten Partner FAW in Nordchina gebaut. Dort landete Volkswagen zuletzt jedoch einen echten Flop: Von dem Kleintransporter „Caddy“, der seit einem Jahr bei FAW gebaut wird, werden im Monatsschnitt bisher ganze 200 Stück in China verkauft.

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