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19.01.2016

19:23 Uhr

VW tauscht US-Führung aus

Ex-BMW-Manager soll Nordamerika-Geschäft leiten

Der schwierige Markt USA bleibt für VW eine Großbaustelle – nicht nur wegen der dort zuerst ausgebrochenen Abgas-Affäre. Ein früherer BMW-Mann soll es jetzt in Nordamerika richten.

Um die Beziehungen zur US-Politik und den Behörden zu verbessern, sucht VW nach einem USA-Repräsentanten. Für die Stelle wird Ex-FBI-Chef Louis Freeh gehandelt. dpa

Maskottchen gesucht

Um die Beziehungen zur US-Politik und den Behörden zu verbessern, sucht VW nach einem USA-Repräsentanten. Für die Stelle wird Ex-FBI-Chef Louis Freeh gehandelt.

Wolfsburg/WashingtonDie wichtige Region Nordamerika mit dem Problemmarkt USA wird bei Volkswagen künftig von einem ehemaligen BMW-Manager gesteuert. Hinrich Woebcken soll den krisengeschüttelten Autobauer auf der anderen Seite des Atlantiks zurück in die Spur bringen. Wie VW am Dienstag nach einer Sitzung der obersten Aufseher mitteilte, wird der 55-Jährige zum 1. April neuer Nordamerika-Chef.

Zunächst hatte der Konzern dem früheren Skoda-Lenker Winfried Vahland den Job angeboten, der am Ende doch ablehnte. Weiter offen ist bei den Wolfsburger dagegen die Suche nach einem „Botschafter“, der in den USA engen Kontakt zu Regulierern und Politik halten soll. VW betonte nach dem Treffen des Aufsichtsratspräsidiums, dass die Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Abgaswerte vorankomme.

„Herr Woebcken wird mit seiner internationalen Erfahrung einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der Marke in der Region leisten“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess laut Mitteilung. Die USA seien für Volkswagen ein wichtiger Kernmarkt. „Deshalb erfolgt die Steuerung der Region Nordamerika im Interesse unserer Kunden und Händler vor Ort.“ Eine dezentralere Führungsstruktur mit mehr Autonomie für die einzelnen Regionen hatte auch schon vor dem Beginn des Diesel-Debakels zu den Schwerpunkten der VW-Strategie gehört.

Woebcken war rund zehn Jahre lang bei BMW unter anderem für den Einkauf zuständig, allerdings unterhalb der Vorstandsebene. Zuletzt war er Nutzfahrzeug-Vorstand beim Zulieferer Knorr-Bremse.

Bis zum Frühjahr hofft VW, mehr Details zu den Ermittlungen in der Abgas-Affäre berichten zu können. „Nach derzeitiger Planung werden im April der Interview-Prozess und die laufende Dokumentenprüfung soweit fortgeschritten sein, dass die Gesellschaft auf der Hauptversammlung einen substanziellen Bericht abgeben kann“, hieß es am Dienstag.

Vor allem über „den Ablauf der Ereignisse und die Frage, welche Abteilungen und hierarchischen Ebenen wann und wie informiert und involviert wurden“, werde dann Auskunft gegeben. Die von VW mit den Ermittlungen beauftragte Kanzlei Jones Day habe „erhebliche weitere Fortschritte erzielt“. VW hatte im September zugegeben, Abgasmessungen mit Hilfe einer Software manipuliert zu haben.

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