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10.07.2015

14:19 Uhr

VW-Tochter in China

Audi spürt die Flaute in Fernost

VonMarkus Fasse

Audi feiert einen neuen Absatzrekord. Doch ausgerechnet auf dem scheinbar ewigen Boommarkt China weht der Wind nun rauer. Das hat nicht nur für die Volkswagen-Tochter Folgen.

Die VW-Tochter hat im Juni 47.800 Fahrzeuge in China verkauft. ap

Audi in China

Die VW-Tochter hat im Juni 47.800 Fahrzeuge in China verkauft.

FrankfurtAn sich könnte man in Ingolstadt zufrieden sein: Noch nie wurden in einem Halbjahr so viele Audis verkauft – 902.400. In Europa und den USA wächst das Geschäft wieder. Doch ausgerechnet auf dem größten Absatzmarkt geht es bergab: China. Mit einem Minus von 5,8 Prozent im Juni musste Audi erstmals seit Jahren einen satten Einbruch im China-Geschäft hinnehmen.

Damit ist die Marke mit den vier Ringen im ersten Halbjahr nur noch mit zwei Prozent gewachsen. Im vergangenen Jahr hatte Audi in China noch ein Plus von 17,7 Prozent eingefahren. Audi verkauft jedes dritte Auto in China. Die Ingolstädter sind mit Abstand Marktführer im Premium-Segment in Fernost.

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Der Boom in China scheint ohnehin vorbei. Am Freitag kassierte der Branchenverband CAAM seine Prognose für den weltgrößten Automarkt. Demanch werde der chinesische Markt im laufenden Jahr bestenfalls noch um drei Prozent wachsen und nicht mehr um 6,9 Prozent. „Der Aktienmarkt beeinträchtigt den Autoverkauf“, sagte CAAM-Chef Dong Yang angesichts des jüngsten Börsen-Crashs der Nachrichtenagentur Reuters. „Es kommen derzeit 20 bis 30 Prozent weniger Kunden in die Autohäuser“, ergänzte ein Autohändler. „Die Dinge sehen ziemlich düster aus.“

Der Einbruch bei Audi ist ein Signal für die gesamte Branche. Rivale BMW hatte bereits im Mai einen Einbruch verzeichnet und konnte im Juni nur leicht zulegen. Auch für die Audi-Mutter Volkswagen ist das Wachstum in China vorbei, lediglich Mercedes konnte dank neuer Modelle zulegen. Experten erwarten nun Preiskämpfe, da alle Hersteller ihre Produktionskapazitäten in China erhöht haben.

Wie sich das Ende des Booms auf die Bilanzen auswirkt ist noch offen: Sowohl Audi als auch BMW sind mit sehr vorsichtigen Prognosen in das laufende Jahr gestartet.

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