Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2016

18:08 Uhr

VW-Tochter

MAN will Sanierung schon Ende 2016 abschließen

Schneller als gedacht kommt MAN mit der Restrukturierung seines Lkw-Geschäftes voran. Die VW-Tochter will künftig Trucks in Europa nur noch in drei Werken bauen. 1800 Stellen fallen weg.

MAN baut die Lkw-Produktion um. Ziel ist, die Kosten um mehrere hundert Millionen Euro zu senken. dpa

MAN

MAN baut die Lkw-Produktion um. Ziel ist, die Kosten um mehrere hundert Millionen Euro zu senken.

MünchenDer Lkw- und Maschinenbauer MAN kommt mit der Restrukturierung seines Lkw-Geschäfts in Europa schneller voran als ursprünglich angekündigt. Der Hersteller sei „voll im Plan, sogar ein bisschen drüber“, sagte der Nutzfahrzeugchef des Mutterkonzerns Volkswagen, Andreas Renschler, am Montag in München.

„Das wird Ende 2016 abgeschlossen sein“, die Effekte werde man dann ab 2017 deutlich spüren. MAN hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Lastwagen in Europa künftig nur noch in drei statt in vier Werken zu bauen; durch die Straffung der Produktion fallen rund 1800 Stellen weg. Ziel ist, die Kosten um mehrere hundert Millionen Euro zu senken und so die - im Vergleich zur Konkurrenz niedrige - Gewinnmarge des Münchner Herstellers nach oben zu bringen.

Lkw-Platooning: Schön der Reihe nach

Lkw-Platooning

Schön der Reihe nach

Sechs Lkw-Hersteller schicken ihre Trucks auf große Tour: In vernetzten Kolonnen sollen die Brummis selbstständig nach Rotterdam rollen. Ein Vorbild für die Zukunft, sagen die Hersteller. Doch stimmt das?

„Wichtig ist, die Marke wieder nach vorn zu bringen“, sagte Renschler. In der Vergangenheit habe es bei MAN an vielen Stellen zu wenig Schwung gegeben. Auf die Frage nach den Baustellen antwortete Renschler, diese reichten vom Ergebnis über Produktinnovationen bis hin zum Selbstverständnis und der Zufriedenheit der Mannschaft.

Zur Zusammenarbeit mit dem schwedischen Lkw-Bauer Scania, der wie MAN zum VW-Konzern gehört, sagte der Truck-Chef: „Die Integration läuft besser als viele sich das denken.“ Er glaube nicht, dass es ein Ungleichgewicht zwischen den beiden Herstellern gebe. „Jeder muss seinen Platz in einer größeren Einheit finden.“

Das Zukunftsthema Digitalisierung werde gemeinsam koordiniert, führte Renschler aus, auch wenn sowohl Scania als auch MAN eigene Einheiten für die praktische Umsetzung haben. Man müsse „Dinge so verteilen, dass nicht zweimal das Gleiche gemacht wird“. Volkswagen investiere im Nutzfahrzeuggeschäft in den nächsten fünf Jahren einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in die Digitalisierung.

Wie sich das Geld auf die Töchter MAN und Scania verteilt, wollte Renschler nicht sagen. Insgesamt arbeiteten bei den beiden Herstellern derzeit rund 300 Beschäftigte an digitalen Innovationen und neuen Geschäftsmodellen. Der skandalgeschüttelte Mutterkonzern VW setzt auf solche Zukunftsthemen – auch für die Zeit, wenn die leidige Dieselaffäre irgendwann überwunden sein wird.

Das sind die größten Lkw-Märkte

Platz 10

Osteuropa - 48.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014*

Die Transportbranche in Osteuropa gilt als großer Hoffnungsträger für die Branche - und ist nach Ansicht der Unternehmensberater von Deloitte einer der dynamischsten Märkte weltweit. Die Verkäufe soll jährlich um zehn Prozent anziehen.

*Quelle: Deloitte Truck-Studie

Platz 9

Mittelamerika - 65.500 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die Nähe zu den USA lässt die Industrie florieren, die Nachfrage nach Transportdienstleistungen steigt - und damit auch die Lkw-Verkäufe. Bis 2024 soll der Absatz jährlich um fünf Prozent zulegen.

Platz 8

Japan - 77.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Auf den japanischen Straßen ist der Platz begrenzt, gefragt sind darum vor allem mittelgroße Lkw. Allerdings dürfte sich das Wachstum in Grenzen halten. Prognostiziert wird ein Marktzuwachs von jährlich einem Prozent.

Platz 7

Russland - 116.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der russische Markt hat viel Potential, obwohl in Russland viele Güter über die Schiene transportiert werden. Die aktuelle politische Lage verhagelt die Bilanz. Mittelfristig sieht die Perspektive besser aus.

Platz 6

Brasilien - 164.700 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas hat viel Dynamik eingebüßt. Auch für den Lkw-Absatz sind die Prognosen mau. Der Markt soll bis 2024 jedes Jahr um etwa ein Prozent zulegen.

Platz 5

Südostasien - 168.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Thailand, Malaysia und Indonesien gelten als Wirtschaftsnationen mit Potential. Und auch die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen legt jährlich um fünf Prozent zu.

Platz 4

Indien - 237.300 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch fristet der indische Lkw-Markt ein Schattendasein. Doch die Potentiale sind gigantisch. Im Jahr 2024, so prognostiziert es die Unternehmensberatung Deloitte, sollen dort 544.400 Lkw verkauft werden. Das jährliche Wachstum beträgt neun Prozent.

Platz 3

EU - 297.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch landet aber Europa, der Heimatmarkt von Daimler, MAN/Scania und Volvo, auf dem dritten Rang. Mit einem jährlichen Wachstum von vier Prozent bis 2024 ist die Entwicklung durchaus positiv.

Platz 2

USA - 377.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Bis auf Daimler tun sich die europäischen Hersteller noch schwer auf dem US-Markt. Nach Jahren der Konsolidierung sind dort deutlich weniger Wettbewerber im Markt.

Platz 1

China - 985.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der größte Lkw-Markt der Welt wird regiert durch die lokalen Hersteller. Die schiere Menge an verkauften Lkw kaschiert, dass es sich dabei vor allem um kleine, günstige Modelle handelt. Auch die Wachstumsprognosen sind nach Ansicht von Deloitte eher bescheiden. Sie gehen von einem jährlichen Wachstum von einem Prozent aus.

Um Vernetzung und automatisiertes Fahren auf der Straße zu testen, beteiligen sich Scania und MAN ebenso wie Daimler oder Volvo derzeit an einem europaweiten Projekt der niederländischen Regierung namens „European Truck Platooning Challenge“: Dabei fahren jeweils zwei oder mehr Lastwagen teilautomatisiert Kolonne. So sollen Dieselverbrauch und CO2-Ausstoß reduziert werden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×