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10.07.2017

16:27 Uhr

VW-Tochter Porsche und die Dieselaffäre

Ermittlungen gegen Mitarbeiter wegen möglichen Abgas-Betruges

In der Dieselaffäre spielte die VW-Tochter Porsche bisher eine Nebenrolle. Damit ist nun Schluss: Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen möglicher Abgas-Manipulation an Diesel-Fahrzeugen der Marke aufgenommen.

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StuttgartIm Zuge der Abgas-Affäre rückt nun auch die Volkswagen-Tochter Porsche stärker ins Visier der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Die Behörde nahm Ermittlungen wegen einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung an Diesel-Fahrzeugen von Porsche auf, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Sie richteten sich gegen unbekannte Mitarbeiter des Autobauers und eines US-Tochterunternehmens. Es werde der Vorwurf des Betrugs und der strafbaren Werbung geprüft. Nähere Angaben machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Sie hatte im April 2016 Vorermittlungen aufgenommen.

Porsche kündigte an, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen nehme die Prüfungen der Staatsanwaltschaft ernst und werde alles dafür tun, um die Angelegenheit vollumfänglich und schnellstmöglich aufzuklären, sagte ein Sprecher. „Unabhängig von der jetzigen Entscheidung der Staatsanwaltschaft hat Porsche schon zuvor das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart gesucht und gefunden, steht mit ihr im Austausch und unterstützt die Ermittlungen in jeder Hinsicht.“ Der Mutterkonzern VW wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Im Abgas-Skandal spielte Porsche bisher eine Nebenrolle. Der Autobauer bezieht seine Dieselantriebe von der VW-Tochter Audi. Der Audi-Motor ist im Modell Cayenne verbaut. Nach der Entdeckung neuer auffälliger Diesel-Abgaswerte bei Audi war daher im Juni das Kraftfahrt-Bundesamt angewiesen worden, Untersuchungen am Porsche-Modell Cayenne durchzuführen. In Deutschland ist außerdem der kleinere Porsche-Geländewagen Macan Teil eines „freiwilligen“ Rückrufs von 630 000 Fahrzeugen verschiedener Marken, bei denen amtliche Zweifel an der Abgastechnik bestehen - aber nicht der Vorwurf einer illegalen Einrichtung erhoben wird.

Vergangene Woche war ein Audi-Manager auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II festgenommen worden. Bis zu seiner Beurlaubung 2015 war er einer der führenden Audi-Motorenentwickler und ist offenbar stark in die Abgasaffäre verwickelt. Ihm werden Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen. Außerdem ist er einer von acht Mitarbeitern des VW-Konzerns, gegen den die US-Justiz Strafanzeige gestellt hat. Er sitzt in Untersuchungshaft und will mit den Behörden kooperieren.

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„Mein Mandant sagt aus“, sagte sein Anwalt Walter Lechner der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). „Er kooperiert mit der Staatsanwaltschaft, um seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts zu leisten.“ Dem Bericht zufolge hat die Anklagebehörde Erkenntnisse, dass er dazu beigetragen hat, die US-Umweltbehörden jahrelang mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß von Diesel-Fahrzeugen zu täuschen. Lechner sieht die Verantwortung dafür aber nicht bei seinem Mandanten. „Fest steht jedenfalls, dass mein Mandant nicht die unternehmenspolitische Entscheidung hierfür treffen konnte und auch nicht getroffen hat.“

Kommentare (1)

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Enrico Caruso

10.07.2017, 15:55 Uhr

Das wurde auch Zeit! Meine Liebe und Treue zu Porsche ist seinerzeit mit der Aufnahme von Diesel-Modellen in die Produktpalette auf eine harte Probe gestellt worden.
Und jetzt rächt sich endlich diese krasse Fehlentscheidung seitens der (damals noch selbstständigen) Porsche AG.

Man sollte jetzt beim Mutterkonzern die Entschlossenheit haben, alle Diesel-Modelle sofort aus dem Porsche-Programm zu nehmen. Sie haben zwar zeitweise Geld eingefahren, aber den Ruf dieser Marke für immer beschmutzt.

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