Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.12.2016

16:24 Uhr

VW-Tochter Skoda wächst weiter

Die nicht zu bremsende Perle aus Tschechien

VonStefan Menzel

Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda hat bis November schon mehr Autos verkauft als im vergangenen Jahr. Mit neuen Geländeautos dürfte das Geschäft 2017 noch besser verlaufen – auch zu Lasten der Marke Volkswagen.

Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender von Skoda, steht am SUV Kodiaq, mit dem die tschechische VW-Tochter ihre Geländewagen-Offensive beginnt. dpa

Skoda-Chef Bernhard Maier freut sich über neue Modelle

Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender von Skoda, steht am SUV Kodiaq, mit dem die tschechische VW-Tochter ihre Geländewagen-Offensive beginnt.

DüsseldorfDie tschechische Volkswagen-Tochter Skoda ist nicht zu stoppen. Bereits Mitte November hat der Autohersteller aus dem kleinen Mlada Boleslav unweit von Prag in diesem Jahr eine Million Autos verkauft, 2015 hat Skoda dafür noch zwölf Monate gebraucht. Im November profitierte die VW-Tochter aus Tschechien besonders von einer steigenden Nachfrage aus China und aus Europa.

Skoda, das seit 25 Jahren zu Volkswagen gehört, hat sich in dieser Zeit von einem unscheinbaren und unauffälligen Hersteller zu einer Ertragsperle für den Konzern entwickelt. Aktuell liegt die operative Umsatzrendite bei 9,2 Prozent, Skoda hat damit sogar Audi überrundet (8,9 Prozent). Die Marke Volkswagen liegt abgeschlagen bei 1,6 Prozent.

Skoda produziert schon lange keine hässlichen Autos mehr nach altem Osteuropa-Geschmack. Die Skoda-Modelle wirken inzwischen modern und zeitgemäß. Qualität und Design-Standards können sich längst mit der konzerninternen Konkurrenz der Marke VW messen lassen. Skoda hat zudem den Vorteil, dass die Produktionskosten in Tschechien deutlich niedriger sind. In den vergangenen zehn Jahren hat Skoda seinen Marktanteil in Westeuropa von 2,4 auf 4,3 Prozent gesteigert.

Skoda schlägt Audi: Die neue Perle aus Tschechien

Skoda schlägt Audi

Premium Die neue Perle aus Tschechien

Skoda wird zum Vorbild für den VW-Konzern. Im ersten Halbjahr hat die Tochter den operativen Gewinn um 30 Prozent gesteigert – und ist damit sogar profitabler als Audi. Der Chef hat eine simple Erklärung für den Erfolg.

Die tschechische VW-Tochter ist längst keine Billigmarke mehr. Skoda spricht inzwischen auch Kundengruppen mit gut gefülltem Geldbeutel an. „Das macht sich besonders in den zunehmenden Bestellungen von höherwertig ausgestatteten Fahrzeugen bemerkbar“, erläutert Vertriebsvorstand Werner Eichhorn.

Im November hat Skoda weltweit fast 100.000 Autos absetzen können, gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Plus von 9,6 Prozent. Besonders in China sind die Autos der tschechischen VW-Tochter begehrt, dort haben die Auslieferungen im November um 12,1 Prozent zugelegt. In Europa liegt das Plus bei 9,1 Prozent. Bis zum Jahresende wird Skoda weltweit mehr als 1,1 Millionen Autos absetzen können.

Zum Vergleich: Die Marke VW kommt auf gut fünf Millionen Autos, Audi auf knapp zwei Millionen. Skoda-Chef Bernhard Maier hat angekündigt, dass sein Unternehmen im Jahr 2025 ebenfalls auf zwei Millionen produzierte Autos kommen soll.

Im nächsten Jahr dürfte es bei Skoda weiter aufwärtsgehen. Dann nämlich wird die tschechische Volkswagen-Tochter von ihrer jetzt gestarteten Modelloffensive bei sportlichen Geländewagen („SUV“) profitieren. Bislang hat Skoda in Sachen SUV nicht besonders viel zu bieten, doch nach und nach kommen immer mehr Geländewagen aus tschechischer Produktion auf den Markt.

Von März an wird in Deutschland der neue SUV Kodiaq verkauft (etwas größer als der VW Tiguan). Skoda hat auch eigene Geländewagen für China im Programm, in zwei Jahren könnten es einen kleineren SUV geben, der von der Basis eines VW Polo oder eines Skoda Fabia abgeleitet ist.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Max Marx

15.12.2016, 16:51 Uhr

SKODA = bestes Preis-/Leistungsverhältnis im gesamten VW Konzern.
Warum ???? Dort hat der Betriebsrat nichts zu sagen. Da wird gearbeitet. Ein Osterloh hält nur auf u. kassiert. Müller ... setz den Osterloh matt !!!!.

Herr Max Marx

15.12.2016, 16:53 Uhr

Bei PORSCHE heisst der Kostenfaktor ... Hück. Einer wie Osterloh. Tanzt selbstdarstellerisch auf allen Hochzeiten!!!!

Herr Eduardo Lopez

15.12.2016, 17:31 Uhr

@Ina Ingwer
Bei PORSCHE heisst der Kostenfaktor ... Hück.

Interessant, Ihr Kommentar, aber völlig an der Realität vorbei.
Die Kosten "Hück" belasten nicht einmal die Portokasse von Porsche. Warum kann sich VW die Milliardenstrafzahlungen in den USA erlauben? Weil Porsche und AUDI das nötige Geld dafür erwirtschaften, Beträge im Milliardenbereich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×