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17.05.2017

13:54 Uhr

VW-Tochter

Stadler soll bis Ende 2022 Audi-Chef bleiben

VonMarkus Fasse

Im Dieselskandal stehen VW-Chef Müller, Chefaufseher Pötsch und Ex-Boss Winterkorn im Fokus der Ermittler. Anders Rupert Stadler. Der Audi-Chef empfiehlt sich für einen neuen Fünf-Jahresvertrag bei der VW-Tochter.

Während die Aufarbeitung des Dieselskandals noch läuft, erhält der Audi-Chef eine Vertragsverlängerung. AP

Rupert Stadler

Während die Aufarbeitung des Dieselskandals noch läuft, erhält der Audi-Chef eine Vertragsverlängerung.

MünchenKlares Signal in Ingolstadt: Audi-Chef Rupert Stadler soll einen neuen Fünf-Jahresvertrag erhalten. Im Laufe diesen Mittwochs werden die Kontrolleure unter Führung von VW-Chef Matthias Müller einen entsprechenden Kontrakt bis Ende 2022 absegnen, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Die Vertragsverlängerung erfolgt einen Tag vor der Hauptversammlung des Unternehmens in Neckarsulm. Audi will die Information nicht kommentieren.

Die Vertragsverlängerung für den 54-Jährigen ist umstritten. Der Betriebswirt steht seit 2007 an der Spitze von Audi und hat seitdem die VW-Tochter zu einem scharfen Rivalen von BMW und Mercedes aufgebaut. Auf der anderen Seite werden Stadler große Versäumnisse in der Dieselaffäre angelastet. Er hat stets beteuert, von den Manipulationen in der Motorenentwicklung bei Audi erst im Nachhinein erfahren zu haben. Den Vorwurf, bereits vor 2015 von der betrügerischen Abgassoftware gewusst zu haben, hat Stadler stets zurückgewiesen.

Audi sieht sich zudem Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München ausgesetzt. Es geht um den Vorwurf des Betrugs und der betrügerischen Werbung. Gegen Stadler selbst wird aber nicht ermittelt. Zudem hat der von Audi geschasste Chef der Motorenentwicklung Ulrich Weiß schwere Anschuldigungen gegen Stadler vorgebracht. Die VW-internen Untersuchungen der Anwaltskanzlei Jones Day sollen aber keine Anhaltspunkte für eine Verwicklung Stadlers ergeben haben, heißt es im VW-Konzern. Der Bericht soll nicht veröffentlicht werden.

Stadler, Sohn eines Landwirts, wechselte 1990 von Philips zu Audi, anschließend ging er als kaufmännischer Leiter zur VW-Tochter Seat nach Spanien. Als Ferdinand Piëch VW-Chef in Wolfsburg wurde, machte er Stadler zu seinem Bürochef, eine mächtige Position im VW-Konzern. Anschließend ging Stadler als Finanzchef nach Ingolstadt. Als der damalige Audi-Chef Martin Winterkorn nach Wolfsburg wechselte, übernahm Stadler den Vorstandsvorsitz. Unter seiner Führung baute Audi seine Produktpalette massiv aus. Stadler setzte vor allem auf die Geländewagen der Q-Familie und das China-Geschäft. Kurzzeitig gelang es sogar, mehr Autos zu verkaufen als Mercedes.  

Doch die Zeiten sind vorbei. Audi steht auch im operativen Geschäft unter Druck. Seit Jahresbeginn liegt der Absatz um 6,7 Prozent unter Vorjahr. Im größten Absatzmarkt China gingen die Verkäufe um 18 Prozent zurück, hier belastet ein Streit mit der Handelsorganisation das Geschäft. Ein Teil der Händler boykottiert regelrecht den Verkauf, weil Audi eine konkurrierende Handelsorganisation aufbauen will. Der Konflikt hat Audi bereits die Marktführerschaft im Premiumsegment gekostet, Mercedes verkauft in China mittlerweile mehr. Zudem kommen Milliardenbelastungen aus der Dieselkrise, die den Spielraum für Investitionen einschränken.

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Stadler selbst will Audi nun konsequent auf Elektromobilität und Digitalisierung ausrichten. Seit Monaten verhandelt Audi mit den Betriebsräten über den Umbau des Unternehmens. Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu halten und die beiden größten Werke in Ingolstadt und Neckarsulm auf die zusätzliche Produktion Elektroautos umzustellen. In der herkömmlichen Modellpalette soll jede dritte Variante gestrichen werden, um Kosten zu sparen. Stadler selbst hat das ehrgeizige Ziel ausgegeben, dass künftig die Hälfte der Erlöse aus Dienstleistungen kommen sollen.

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