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20.05.2014

11:29 Uhr

VW-Übernahme

Scania zieht sich von der Börse zurück

Volkswagen hatte den Lkw-Hersteller in der vergangenen Woche übernommen. Nun nimmt Scania seine Aktien von der Stockholmer Börse. Der Lkw-Hersteller war dort seit 1996 notiert.

Volkswagen hat in der vergangenen Woche den Lkw-Hersteller Scania übernommen. dpa

Volkswagen hat in der vergangenen Woche den Lkw-Hersteller Scania übernommen.

HamburgDer schwedische Lkw-Bauer Scania zieht sich nach der Übernahme durch Volkswagen von der Börse zurück. Der Verwaltungsrat habe das Delisting der A- und B-Aktien an der Stockholmer Börse in die Wege geleitet, teilte Scania am Dienstag am Unternehmenssitz in Södertälje mit. Volkswagen hatte sich vergangene Woche im zweiten Anlauf mehr als 90 Prozent an seiner schwedischen Lkw-Tochter gesichert. Damit ist Europas größter Autokonzern seinem Ziel einen großen Schritte näher, einen weltweit konkurrenzfähigen Lkw-Hersteller zu schmieden. Dazu sollen die beiden Töchter Scania und MAN enger zusammenarbeiten.

Bis zur Hauptversammlung von VW am vergangenen Dienstag hatten 27,5 Prozent der Scania-Minderheitsaktionäre das Übernahmeangebot der Wolfsburger angenommen. Einschließlich der bereits gehaltenen Papiere kontrollierte VW damit 90,5 Prozent. Die verlängerte Annahmefrist lief noch bis vergangenen Freitag, das endgültige Ergebnis der Auszählung wird für Mittwoch erwartet.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Scania war seit 1996 an der Börse notiert. Bei seiner zweiten Lkw-Tochter MAN hat VW durch einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag bereits den vollen Durchgriff. In Schweden gibt es diese Möglichkeit nicht. Dort muss der Konzern über mehr als 90 Prozent der Anteile verfügen und kann die Gesellschaft dann von der Börse nehmen. Ab dieser Schwelle kann VW die Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen drängen, um Scania ganz zu beherrschen.

Von

rtr

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