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14.07.2016

10:34 Uhr

VW-Umrüstungsplan abgelehnt

Wie lange reichen jetzt die Rückstellungen?

VonStefan Menzel

VW Touareg, Audi Q7 und Porsche Cayenne: Die US-Umweltbehörden lehnen den Reparaturplan für 85.000 Autos mit großem Dieselmotor ab. Die Abgasaffäre dürfte wieder um einiges teurer werden. Ein Kommentar.

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DüsseldorfDie lange Kette der schlechten Nachrichten von Volkswagen reißt einfach nicht ab. Erst in der vergangenen Woche hat die Staatsanwaltschaft in Braunschweig ein neues Verfahren gegen den Wolfsburger Autokonzern eingeleitet, mit dem nachträglich die Gewinne der vergangenen Jahre in ein Bußgeld umgewandelt werden könnten.

Jetzt sind wieder die USA an der Reihe: Die mächtigen Umweltbehörden EPA und Carb lehnen den Umrüstungsplan von Volkswagen für Autos mit großen Drei-Liter-Motoren ab. Der Streit dreht sich um etwa 85.000 Autos der Typen VW Touareg, Audi Q7 und Porsche Cayenne, also die größeren und luxuriöseren Geländewagen („SUV“).

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Volkswagen könnte in den USA Milliarden sparen, wenn sich die manipulierten Autos umrüsten ließen. Dafür fehlt es jedoch an technischen Konzepten. So muss der Konzern einzelne Baujahre im schlimmsten Fall zurückkaufen.

Volkswagen steht auf dem Standpunkt, dass diese Luxus-SUV überhaupt nicht mit den fast 500.000 Autos mit dem kleineren Zwei-Liter-Motor in den USA vergleichbar sind, für die die Wolfsburger den Einbau einer manipulierten Software („Defeat Device“) zugegeben haben.

Volkswagen scheint sich mit dieser Einschätzung gehörig zu irren. Die US-Umweltbehörden sind der festen Überzeugung, dass die Volkswagen-Ingenieure auch in diesem zweiten etwas kleineren Fall gehörig geschummelt haben. Die Folgen liegen auf der Hand: Angesichts dieser verhärteten Fronten scheint ein Kompromiss immer schwerer möglich, dem Wolfsburger Konzern droht die nächste Strafe.

Im vorläufigen Vergleich für die Zwei-Liter-Modelle von Ende Juni stellt der VW-Konzern mehr als 13 Milliarden Euro für die Entschädigung von Autofahrern und für Bußgelder in den USA bereit. Sollten diese Maßstäbe auch für die 85.000 Drei-Liter-Autos gelten, werden auf der anderen Seite des Atlantiks noch einmal zwei bis drei Milliarden Euro fällig.

In der Bilanz für 2015 sind gut 16 Milliarden Euro für die Kosten der Dieselaffäre zurückgelegt worden. Im Moment sieht alles danach aus, dass dieses Geld allein für eine Einigung in den USA verbraucht werden könnte. Eventuelle Kosten in anderen Teilen der Welt sind also überhaupt nicht eingeschlossen. VW vertritt bislang den Standpunkt, dass die gebildeten Rückstellungen reichen sollten. Wie das alles angesichts der jüngsten Entwicklungen in den USA zusammenpassen soll, das steht in den Sternen.

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