Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.11.2015

12:12 Uhr

VW und Dieselgate

Bosch gerät in den Sog des Abgasskandals

Der Abgasskandal bei Volkswagen erfasst auch andere Unternehmen. In den USA ermitteln Staatsanwälte nun gegen Bosch. Haben Zulieferer von den Manipulationen gewusst, könnte es auch für sie teuer werden.

Auch der deutsche Zulieferer ist ins Visier der US-Behörden geraten. PR

Bosch-Steuergerät EDC 17

Auch der deutsche Zulieferer ist ins Visier der US-Behörden geraten.

Washington/FrankfurtBosch ist womöglich ebenfalls von der Abgasaffäre bei Volkswagen betroffen: US-Ermittler haben den weltweit größten Zulieferer Insidern zufolge wegen möglicher Mitwisserschaft ins Visier genommen. Staatsanwälte im Justizministerium in Washington prüfen nach Informationen des Handelsblatts, ob der Stuttgarter Konzern von den jahrelangen VW-Schummeleien gewusst habe oder daran beteiligt gewesen sei. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Zudem gibt es demnach keine Anzeichen, dass es Beweise für ein Fehlverhalten von Bosch gebe. Bosch, das US-Justizministerium und VW lehnten Stellungnahmen zunächst ab. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Reuters über den Fall berichtet.

VW hat zugegeben, in Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt zu haben, mit der Abgastests umgangen wurden, um eine Zulassung der Autos zu bekommen. Der Skandal hat den Wolfsburger Konzern in eine tiefe Krise gestürzt.

Chefin der US-Umweltbehörde Carb zu Dieselgate: „Wahrscheinlich muss VW einen Teil der Flotte zurückkaufen“

Chefin der US-Umweltbehörde Carb zu Dieselgate

Premium „Wahrscheinlich muss VW einen Teil der Flotte zurückkaufen“

Mary Nichols, die Chefin der kalifornischen Umweltbehörde Carb spricht im Interview über die Dieselaffäre, Entschädigungen für die Kunden und was Volkswagen jetzt für die Umwelt tun muss.

Von Bosch kommen wichtige Bauteile in dem Diesel-Motor, der in sechs betroffenen Volkswagen-Modellen und in einem betroffenen Audi-Modell genutzt wird. Bosch soll einem Medienbericht zufolge schon 2007 vor der gesetzeswidrigen Verwendung der Technik zur Abgasnachbehandlung gewarnt haben. Die von Bosch gelieferte Software sei nur für Testzwecke vorgesehen gewesen, nicht für den normalen Fahrbetrieb, hatte die „Bild am Sonntag“ im September unter Berufung auf ein VW-internes Dokument geschrieben, auf das die interne Revision gestoßen sei. In einem Brief habe Bosch dem Konzern mitgeteilt, dass der geplante Einsatz illegal sei.

Rechtsexperten zufolge ist eine entscheidende Frage, ob der Zulieferer gewusst hat, dass seine Technologie für Manipulationen eingesetzt wird. „Wenn man weiß, dass ein Vergehen begangen wird, und man aktiv dazu beiträgt, dass es zu dem Vergehen kommt, sitzt man in der Patsche“, erläuterte der auf Umweltrecht spezialisierte Anwalt Daniel Riesel von der Kanzlei Sive, Paget & Riesel.

Andere Zulieferer wie etwa Continental oder Delphi sind nach Informationen des Handelsblatts nicht Gegenstand der Ermittlungen.

Experten gehen davon aus, dass allein der Verdacht einer Beteiligung an den Abgas-Manipulationen Boschs Stellung in den USA beeinträchtigen könnte. „Das wird sicherlich die Beziehungen zu den US-Umweltbehörden belasten“, sagte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Der Verdacht werde vermutlich auch auf Geschäftsfelder von Bosch jenseits der Automobilsparte ausstrahlen. Der Technologiekonzern aus der Nähe von Stuttgart macht etwa ein Fünftel seines Gesamtumsatzes von zuletzt knapp 50 Milliarden Euro in Amerika. Etwas größer ist der Anteil, den die Autosparte in den USA am weltweiten Umsatz der Kfz-Sparte hat.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.11.2015, 11:41 Uhr

Nachdem unsere Grün-Sozialistische Kanzlerin Merkel ja eine CO2 freie Gesellschaft will, wird der Schaden für unsere Volkswirtschaft (Unternehmen) weiter zunehmen.
VW, Bosch, Kraftwerke...die gesamte Infrastruktur und unserer Wohlstand basiert auf dem CO2 und wer diesen in einer Gesellschaft verbieten bzw. nach unten diktieren will, der macht aus einer Wohlstands- und Sozialgesellschaft eine neue Mangel und Armutsgesellschaft.

Lothar dM

20.11.2015, 11:53 Uhr

Wann ermitteln deutsche Behörden endlich einmal gegen die Praktiken der US Banken im Rahmen des Immobilienbetrugsskandals, der nicht nur Deutschland, sondern den ganzen europäischen Kontinent Billionen gekostet hat. Außerdem half GS bei dem EUR-Beitrittsbetrug der Griechen mächtig mit und verdient noch heute und weitere Jahre jedes Jahr Hunderte Millionen an Beratungsprovisionen daraus.

Herr walter rehm

20.11.2015, 14:13 Uhr

Es ermittelt auch immer noch keiner gegen die Manipulationen im Dax
durch das neue Derivat
DAXFUTURE gibt es meistens immer Tiefstkurse VOR Handelsstart
also immer alle zwei Wochen Montags
in Nanosekunden werden dann vollautomatisch Milliarden für die Mächtigen verdient und Draghi ist der Imperator damit das Spiel der dunklen Seite weiter läuft.
Ich schreibe hier schon seit Jahren aber es ändert sich nichts
ausser meinen Namen
Knappe Calls vorher wertlos aber dann 200% mehr Rendite ob rot oder scharz immer Gewinn

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×