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24.02.2017

18:28 Uhr

VW-Vorstandsvergütung

Das Ende der Wolfsburger Exzesse

VonStefan Menzel

Der VW-Aufsichtsrat hat das neue Gehaltsmodell für die neun Konzernvorstände beschlossen. Sie müssen sich mit weniger zufrieden geben. Für den Vorstandsvorsitzenden gilt künftig eine Obergrenze von zehn Millionen Euro.

Das Ausscheiden von Christine Hohmann-Dennhardt hatte eine Diskussion über die Vergütung von Spitzenmanagern ausgelöst. dpa

Volkswagen-Vorstand 2016

Das Ausscheiden von Christine Hohmann-Dennhardt hatte eine Diskussion über die Vergütung von Spitzenmanagern ausgelöst.

WolfsburgVolkswagen wird seine Vorstände künftig weniger großzügig behandeln. Der Aufsichtsrat hat am Freitag das neue Vergütungssystem für das Top-Management des Konzerns beschlossen. Mit den Bezügen der Vorstände geht es deutlich bergab: Das maximal mögliche Jahresgehalt des Vorstandsvorsitzenden liegt um 40 Prozent unter dem Niveau des alten Vergütungssystems: Bei zehn Millionen Euro ist künftig Schluss.

„Das neue Vergütungssystem ist stärker zukunftsorientiert“, sagte ein Konzernsprecher am Nachmittag zu der Entscheidung des Aufsichtsrates. Nicht nur für den Vorstandsvorsitzenden gibt es mit zehn Millionen Euro eine Obergrenze, ein reguläres Vorstandsmitglied muss sich künftig mit maximal 5,5 Millionen Euro bescheiden. Nach VW-Angaben können diese neuen Obergrenzen aber nur bei einer „herausragenden Unternehmensentwicklung“ erreicht werden. Ein Beispiel sei etwa ein neuer Rekord bei der Rendite.

Die vier Komponenten der VW-Vorstandsgehälter

Fixer Sockel

In den Grundbetrag fließen Vergütungen für die Übernahme von weiteren Ämtern im Konzern, Sachzuwendungen und andere Leistungen wie Dienstwagen ein. Der feste Sockel ist im Verhältnis zu den variablen Gehaltsbestandteilen gering und vertraglich fixiert.

Langfristiger Anreiz

Der Long Term Incentive (LTI) liegt meist über dem Grundgehalt und ist erfolgsabhängig. Bezogen auf die vier Vorjahre flossen zuletzt die Absatz- sowie Renditeentwicklung und die Zufriedenheit von Kunden sowie Mitarbeitern in die Berechnung ein. Der Aufsichtsrat legt die Höhe des LTI-Zielbetrags jedes Jahr neu fest. Wenn die tatsächlichen Werte höher ausfallen als zuvor angenommen, können sich auch Nachzahlungen ergeben.

Boni

Die zweite variable Kategorie sind die eigentlichen Bonuszahlungen. „Der Bonus honoriert eine positive Geschäftsentwicklung des Volkswagen-Konzerns“, hieß es bisher im VW-Geschäftsbericht. Maßgeblich ist hier das operative Ergebnis der vorigen zwei Jahre. Boni fließen nur, wenn Volkswagen mindestens einen Betriebsgewinn von fünf Milliarden Euro verbucht.

Ruhegehalt

Die Altersbezüge richten sich prozentual nach der Grundvergütung und wachsen mit der Dauer der Firmenzugehörigkeit. Allen Vorständen steht im Fall einer regulären Beendigung ihrer Tätigkeit ein Ruhegehalt inklusive Hinterbliebenen-Versorgung sowie für die Dauer des Ruhegehaltes die weitere Nutzung von Dienstwagen zu. Die Leistungen werden mit der Vollendung des 63. Lebensjahres ausgezahlt beziehungsweise zur Verfügung gestellt.

Volkswagen reagiert mit seinem neuen Sparkurs bei den Vorstandsbezügen auch auf die jüngste Kritik aus der Politik. Besonders die SPD hatte sich Obergrenzen bei der Bezahlung von Top-Managern auf die Fahnen geschrieben. Auslöser war das Ausscheiden von VW-Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt, die den Konzern zu Jahresbeginn nach gut zwölf Monaten auf dem Posten mit einer Abfindung von rund zwölf Millionen Euro wieder verlassen hatte.

Begonnen hatte die Diskussion um die Vorstandsgehälter von Volkswagen schon vor einem Jahr. Trotz der Dieselaffäre und dem damit verbundenen Milliardenverlust für 2015 waren an die Mitglieder des Vorstandes Boni in Millionenhöhe ausgeschüttet worden. Verantwortlich war dafür das alte, sehr stark an der Vergangenheit orientierte Vergütungssystem für den Volkswagen-Vorstand. Die Verluste aus der Dieselaffäre wurden nach der alten Rechnung nur in vergleichsweise geringem Umfang berücksichtigt.

Die Systematik, die der Aufsichtsrat am Freitag beschlossen hat, soll auch diesen Mangel heilen. Die Vergütung für die Topmanager wird sich künftig viel stärker an der Gegenwart orientieren. Außerdem soll ihre Bezahlung an die Entwicklung des Aktienkurses gebunden werden. Im Unterschied zu anderen Unternehmen fehlte bei VW eine solche Aktienkomponente fast völlig. Die Interessen der Eigentümer, der Aktionäre, und der Vorstände waren in Wolfsburg also nicht miteinander verknüpft.

Das Jahresgehalt eines Volkswagen-Vorstandes setzt sich künftig aus drei Komponenten zusammen, im alten System waren es vier. An erster Stelle steht die Grundvergütung, dann eine Erfolgsbeteiligung für das aktuelle Jahr und abschließend eine Langfrist-Komponente, die auf die Entwicklung des Aktienkurses über drei Jahre abzielt.

Kommentare (2)

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Frau Oksana Lebedova

24.02.2017, 18:48 Uhr

Nur 10 Millionen???
RENTSCHLER bekam für 12 Monate Nichtstun 15 Millionen ... der ernährt sich vermutlich von Geld. Ein Nimmersatt!!!

Herr Peter Kastner

24.02.2017, 19:24 Uhr

mir kommen die Tränen.

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