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22.10.2013

11:05 Uhr

Wachstum, Gewinn, Innovation

US-Unternehmen hängen europäische Konkurrenz ab

Stärkerer Umsatz, größerer Gewinn, modernere Produkte – das zeichnet laut einer Beratungsgesellschaft die US-amerikanischen Unternehmen aus. Besonders in der IT-Sparte sind die USA Weltklasse.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young kritisiert europäische Marken. dapd

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young kritisiert europäische Marken.

Stuttgart/FrankfurtDie US-amerikanischen Top-Konzerne haben ihre europäische Konkurrenz in der ersten Jahreshälfte 2013 abgehängt. Sie steigerten ihre Umsätze stärker, machten im Schnitt mehr Gewinn und hatten zudem die moderneren Produkte anzubieten, lauten die zentralen Ergebnisse einer am Dienstag vorgestellten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY).

Danach profitierten die 300 stärksten, börsennotierten US-Unternehmen vom robusten Aufschwung auf ihrem Heimatmarkt, erklärte EY-Manager Markus Thomas Schweizer. Die Europäer hätten hingegen mit der Wirtschaftskrise und ungünstiger Kostenstruktur insbesondere bei der Energieversorgung zu kämpfen.

In Europa musste mehr als jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) im Jahresvergleich einen Gewinnrückgang hinnehmen, während in den USA fast zwei von drei Unternehmen (63 Prozent) die Gewinne steigerten. Die US-Konzerne erwirtschafteten eine Marge von 11,6 Prozent und lagen damit deutlich vor den Europäern mit 9,8 Prozent.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Auffallend ist die starke Stellung der IT-Konzerne in den USA mit Apple und Microsoft an der Spitze. Unter den Top-300 sind 33 IT-Firmen, die in dem Halbjahr zusammen 323 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten. In Europas Spitze waren nur 11 IT-Spezialisten vertreten mit zusammen 75 Milliarden Euro Umsatz. Europa laufe Gefahr, diesen Zug zu verpassen, warnte Schweizer.

Von den 300 untersuchten Konzernen in Europa stammen 39 aus Deutschland, das damit hinter Frankreich (50) und Großbritannien (49) nur auf Platz drei landete. Beim kumulierten Umsatz hatten hingegen die deutschen Konzerne mit 698 Milliarden Euro auf dem alten Kontinent die Nase vorn.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

22.10.2013, 11:33 Uhr

Die Unternehmen sind deshalb "Spitze" weil sie kaum Steuern zahlen, das Land ist deshalb marode. So gibt es für die Zocker das schnelle Geld.
Nachhaltig ist das nicht! Das Nachsehen haben die Bürger!

Account gelöscht!

22.10.2013, 11:44 Uhr

"In Europas Spitze waren nur 11 IT-Spezialisten vertreten mit zusammen 75 Milliarden Euro Umsatz. Europa laufe Gefahr, diesen Zug zu verpassen, warnte Schweizer."

Wieso 'laufe Gefahr'?.
Er ist verpaßt.

Wer sich mehr um Vorschriften und moralische Dünkel interessiert, also sein Volk lieber gleichförmig kontrolliert halten will (Impressum ist wichtiger als der Inhalt, Friseur x aus Hamburg verklagt Friseur y aus München wegen Wettbewerbsnachteilen, oder man sich an Stoppwortlisten orientieren muß um seine Bürger zu "schützen", *lol*), der verliert automatisch in der IT-Branche. Und wird das auch mit diesen Intentionen nie wieder aufholen.
Warum ist das iPod so erfolgreich? Weil die Menschen selbst bestimmen können was sie wo hören wollen, und dafür einen angemessenen Preis zahlen.
Warum geht sowas in D und damit auch in der EU nicht?
Weil es niemanden interessiert was die Verbraucher und Kunden wünschen, Hauptsache schön brav sein mit ladungsfähiger Adresse und bereit seine Nachbarn zu verpfeifen, seine Jugendlichen zu kriminalisieren indem man die eigene Unfähigkeit versucht durch Gesetze und Vorschriften zu kaschieren.
So wird das nix mit Innovation, Ideen und Geld verdienen im IT-Bereich. Das erste was mir einfällt, wenn ich mal ab und zu darüber nachdenke, meine Ideen auch in Deutschland zu verwirklichen, ist die Hasskappe auf Juristen. Also reine Energie- und Ressourcenverschwendung, braucht kein Mensch der arbeiten will.

Account gelöscht!

22.10.2013, 11:47 Uhr

"Das Nachsehen haben die Bürger!"

Sehe ich anders, wenn Steuern das Maß aller Dinge wären, wäre Europa wohl Spitzenreiter.
Das Nachsehen hat der Bürger, weil den Bürger keine Sau interessiert, Hauptsache er zahlt.

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