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29.01.2007

16:00 Uhr

Wachstum in 2007

Problemfälle im Dax holen auf

VonUlf Sommer

Deutschlands 30 größte börsennotierte Unternehmen werden nach dem abgelaufenen Rekordjahr ihre Gewinne in 2007 noch einmal kräftig steigern, wie eine Studie zeigt. Dabei dürften vor allem die Unternehmen zulegen, die zuletzt zurückgeblieben sind, allen voran zwei Autobauer.

Be VW dürfte es 2007 wieder besser laufen. Foto: dpa

Be VW dürfte es 2007 wieder besser laufen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Die Gewinne werden nach Schätzungen der großen internationalen Investmenthäuser, die beim Finanzdatenspezialisten Factset/JCF zusammenlaufen, alles in allem um 11 Prozent zulegen. Bei den stark gewachsenen Unternehmen BASF, BMW und Linde zeichnen sich allerdings Ermüdungserscheinungen ab. Hingegen dürften nun jene Konzerne ihren Nettogewinn am stärksten steigern, die erst am Beginn großer Restrukturierungen stehen. So will Daimler-Chrysler mit effizienteren Produktionsprozessen und weniger Personal mehr als 1 Mrd. Euro sparen. VW trennt sich bis 2009 von 20 000 Mitarbeitern.

„Das wirtschaftliche Umfeld bleibt gut. Weit und breit ist ein Abschwung nicht in Sicht“, sagt M.M.-Warburg-Spezialist Carsten Klude. Im Gegenteil: Prognostizierten Analysten zum Jahreswechsel noch ein durchschnittliches Gewinnplus bei den Dax-Konzernen von 12 Prozent für 2006, so sind es jetzt 14 Prozent. Trotz dieser höheren Ausgangsbasis bleiben die Schätzungen für 2007 konstant.

Davon können US-Unternehmen nur träumen. Nachdem bis zum Wochenende rund ein Viertel der 500 größten Unternehmen ihre Zahlen fürs abgelaufene Jahr präsentierte, reduzierten sich die Erwartungen deutlich. Für das abgelaufene vierte und angelaufene erste Quartal rechnet der Datenspezialist Thomson nur noch mit einem Gewinnplus von knapp 7 Prozent. Im Spätherbst waren die Experten noch von zweistelligen Gewinnzuwächsen ausgegangen. Grund für den Dämpfer sind Sättigungserscheinungen in der sich abflauenden US-Wirtschaft.

Große Zuversicht

„Bei den Dax-Konzernen sehen wir in den vergangenen Wochen positive Revisionen. Hingegen zeigt die Tendenz in Resteuropa und den USA nach unten“, stellt Matthias Jörss von Deutschlands größter Privatbank Sal. Oppenheim fest. Von den 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen dürften Volkswagen, Siemens und Lufthansa 2007 ihren Nettogewinn am stärksten steigern; Minuszeichen erwarten Experten nur bei BMW, Linde und der Münchener Rück.

Auffällig ist, dass sich hier zu Lande zu Jahresbeginn so viele Unternehmen wie noch nie mit optimistischen Prognosen der Öffentlichkeit präsentierten. So bekräftigten der größte europäische Chemiespezialist BASF, der Autozulieferer Continental und die Postbank ihre Erwartungen für das abgelaufene oder begonnene Geschäftsjahr. „Das ist ein Zeichen für Größe und Zuversicht“, sagt Baki Irmak von der DWS, Deutschlands größter Fondsgesellschaft.

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