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17.04.2014

11:59 Uhr

Wachstum in China

100 neue Händler sollen Mercedes-Absatz ankurbeln

In der Aufholjagd auf dem weltweit größten Automarkt in China kommt Mercedes voran. Neue Modelle und der massive Ausbau des Händlernetzes versprechen kräftiges Wachstum – auch das neue Elektroauto kommt.

Der Autobauer Daimler hat auch im März auf dem größten Pkw-Markt China kräftig zugelegt, hinkt der Konkurrenz aber immer noch hinterher. dpa

Der Autobauer Daimler hat auch im März auf dem größten Pkw-Markt China kräftig zugelegt, hinkt der Konkurrenz aber immer noch hinterher.

PekingDaimler peilt in diesem Jahr in China ein stärkeres Wachstum als die elf Prozent des vergangenen Jahres an. In seiner Aufholjagd auf dem weltgrößten Automarkt sollen in diesem Jahr 100 Händler in 40 weiteren Städten hinzukommen, wie China-Vorstand Hubertus Troska am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Peking sagte. „Das stimmt mich zuversichtlich.“ Im ersten Quartal machte Mercedes im Reich der Mitte einen Absatzsprung um 47 Prozent auf 64 100 verkaufte Autos. Troska bekräftigte, dass kommendes Jahr in China mehr als 300 000 Autos verkauft werden sollen.

Mit dem Ziel von Mercedes, seine Rivalen Audi und BMW bis 2020 weltweit zu überholen und die Nummer Eins zu werden, müsse das China-Geschäft noch besser laufen. „Da können wir nicht so weit zurück liegen wie jetzt“, sagte Troska über das Rennen in China, wo Audi und BMW schon viel länger auf dem Markt sind und auch höhere Wachstumsraten erzielen. Aber Mercedes komme „Stück für Stück voran“.

Auch in der Elektromobilität wollen die Schwaben mit ihrem chinesischen Partner BYD (Build Your Dream) „ordentliche Stückzahlen“ produzieren. Auf der internationalen Automesse in Peking wollen die Stuttgarter am Sonntag das gemeinsam entwickelte Elektroauto Denza in einer Weltpremiere vorstellen. „China hat das Potenzial, der größte Markt für Elektroautos zu werden“, sagte Troska. Der politische Wille und die Notwendigkeit seien in China „extrem ausgeprägt“.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

„Wir sind überzeugt, dass hier eine wirkliche Chance im Markt ist“, sagte der China-Chef. Zusammen mit BYD haben die Stuttgarter rund 300 Millionen Euro in die Entwicklung des fünfsitzigen Denza gesteckt, der eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern hat. „Das ist ein ernster Versuch, keine Show“, sagte Troska. Auf der Messe in Peking wird auch eine speziell entwickelte Langversion der C-Klasse vorgestellt, da Chinesen auf den Rücksitzen viel Raum wünschen.

Mit den neuen Modellen, zusätzlichen Händlern und der neuen Vertriebsstruktur zeigte sich Troska „sehr zuversichtlich, dass wir stärker als letztes Jahr wachsen werden“. Im Vertriebsnetz in China werden im Schnitt jede Woche zwei neue Händler aufgemacht. „Das ist die größte Netzausweitung, die weltweit jemals gemacht wurde.“ Er gab sich auch zufrieden über den Umbau der Vertriebsstrukturen in China, nachdem zwei konkurrierende Organisationen zusammengelegt worden waren. „Ich habe das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Denza-Premiere: Daimler zeigt sein Elektroauto für China

Denza-Premiere

Daimler zeigt sein Elektroauto für China

Auf der Automesse in Peking feiert der Denza seine Weltpremiere. Das Elektroauto von Daimler und seinem China-Partner BYD verspricht 300 Kilometer Reichweite – und macht damit auch dem BMW i3 Konkurrenz.

Um die Konkurrenz in China einholen zu können, muss Mercedes nach Ansicht des chinesischen Experten Jia Xinguang von China Automotive Industry Consulting aber noch einige Anstrengungen unternehmen. „Audi und BMW entwickeln schon lange Produkte speziell für den chinesischen Markt, was Mercedes zunächst nicht getan hat“, sagte Jia Xinguang der dpa. Auch der Aufbau eines effizienten Vertriebsnetzes sei zulange hinausgeschoben worden. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis Mercedes mit Audi und BMW gleichzieht.“

Ein Dossier über den neuen Betriebsratschef bei Daimler, Michael Brecht, finden Sie zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Von

dpa

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