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08.01.2010

11:15 Uhr

Wachstumshoffnung

Biotechbranche gibt sich optimistischer

VonMaike Telgheder

Die Finanzierungssituation der Biotechfirmen bleibt nach der Krise schwierig. Trotzdem rechnet die Branche mit Wachstum im kommenden Jahr und hofft auf Investitionsimpulse. Nur in einem Bereich wollen die Biotechfirmen künftig vorsichtiger investieren: Ausgerechnet in der Forschung und Entwicklung.

Rosige Zukunft: Die Biotechfirmen warten auch Wachstum. dpa

Rosige Zukunft: Die Biotechfirmen warten auch Wachstum.

FRANKFURT. Die Biotechbranche in Deutschland schätzt die Geschäftslage wieder günstiger ein und will in diesem Jahr mehr Personal einstellen. Das sind die zentralen Ergebnisse der jährlichen Umfrage des Branchenverbandes Bio Deutschland und des Fachmagazins „Transkript“. In den rund 600, vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen der Biotechbranche, die gemeinsam einen Umsatz von zwei Mrd. Euro erwirtschaften, arbeiten derzeit etwa 30 000 Beschäftigte.

Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (47 Prozent) rechnet 2010 mit einer besseren Geschäftslage. Im vergangen Jahr war es lediglich ein Drittel der Firmen. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Pessimisten: Eine Verschlechterung erwarten sieben Prozent der Unternehmen. Vor einem Jahr äußerten sich noch 18 Prozent der Befragten negativ.

Allerdings bleibt die Finanzierungssituation der Biotechfirmen schwierig. Unter anderem, weil sich im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise viele Wagniskapitalgeber zurückgezogen haben. Die privatwirtschaftlichen Investitionen in die Branche sind seit 2005 kontinuierlich gesunken. Die Summe lag im vergangenen Jahr mit 219 Mio. Euro nur wenig über der des Jahres 2008 (211 Mio. Euro), was der Hälfte des Volumens von 2005 entspricht. Börsengänge sind quasi ausgeschlossen.

Peter Heinrich, Vorstandvorsitzender von Bio Deutschland, hofft darauf, dass der zuletzt positive Investitionstrend aus den USA nach Deutschland überschwappt. Im vierten Quartal konnten bereits größere Finanzierungsrunden von deutschen Firmen wie Probiodrug AG (36 Mio. Euro), 4SC AG (30 Mio. Euro) und Curetis AG (18,5 Mio.) für Lichtblicke sorgen. Investiert hatten internationale Wagniskapitalgeber und Privatinvestoren, wie die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann. Die schwierige Finanzlage schlägt sich allerdings auf Investitionen in Forschung und Entwicklung nieder: Biotechunternehmen wollen hier laut Umfrage vorsichtiger agieren.

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