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20.01.2010

12:26 Uhr

Wachstumsmarkt

VW will auch Marke Seat in China bauen

VonAndreas Hoffbauer

China, China, China – nach den Marken VW, Audi und Skoda will Volkswagen nun auch seine Marke Seat in der Volksrepublik produzieren lassen. Wie chinesische Medien berichten, werde der Wolfsburger Autokonzern mit seinem chinesischen Partner dafür ein fünftes Werk in Südchina bauen.

Seat soll auch in China produzieren. dpa

Seat soll auch in China produzieren.

PEKING. Die neue Fabrik in Guangzhou solle zunächst eine Kapazität von mindestens 200 000 Fahrzeugen haben, berichtet die chinesische Wirtschaftszeitung „21st Century Business Herald“. Wie die gesamte Autobranche weitet Volkswagen damit die Kapazitäten in China massiv aus. Der VW-Konzern will in den kommenden Jahren 4 Mrd. Euro in China investieren. Das Geld soll überwiegend in die Entwicklung neuer Modelle sowie in die Erweiterung der Produktionen fließen. „Wir wollen unsere Aktivitäten im Süden Chinas deutlich verstärken“, bestätigte VW China in Peking nur indirekt auf Anfrage mögliche Seat-Pläne. „Spekulationen über einen zusätzlichen eigenen Standort im Süden Chinas kommentieren wir nicht.“

Um die gewaltige Pkw-Nachfrage in China bedienen zu können, sollen die zunächst aber die neuen Fabriken in Chengdu und in Nanjing stark ausgebaut werden. Zudem wird in Schanghai eine neue Motorenfabrik gebaut. An dem vorrangigen Ausbau der Standorte Chengdu und Nanjing halte Volkswagen weiter fest, erklärte ein VW-Sprecher in Peking auf Anfrage. Zu den Seat-Plänen wollte er nicht Stellung nehmen. Der Konzern hat in China zwei Partner und fertigt mit FAW im nördlichen Changchun sowie mit Saic in Schanghai. Bislang produziert Volkswagen in China nur für China. „In 2010 werden wir sieben neue, lokal gefertigte Modelle auf den Markt bringen“, hatte China-Chef Winfried Vahland erst Anfang des Jahres angekündigt.

Bis zum Jahr 2018 will VW chinaweit auf einen Jahresabsatz von zwei Millionen Pkw kommen. Angetrieben von staatlichen Kaufanreizen hat das Land gerade die USA als größten Automarkt überholt. 2009 kletterte der Autoabsatz um 54 Prozent auf die Rekordmarke von 13,6 Mio. verkauften Fahrzeugen. Auch in diesem Jahr ist der am schnellsten wachsende Automarkt der Lichtblick krisengeplagten Branche, da die chinesische Regierung die Kaufanreize beim Pkw-Kauf fortsetzen will. Volkswagen will nach Ansicht von Analysten mit der Seat-Produktion davon profitieren, denn gefördert wird nur der Kauf von Kleinwagen.

China ist für die Autobranche inzwischen der wichtigste Markt der Welt. Auch der japanische Hersteller Honda kündigte heute an, man werde mit dem chinesischen Partner Dongfeng ein weiteres Werk in der Volksrepublik bauen. In Wuhan sollen ab 2012 Honda-Pkw vom Band laufen, die Kapazität wurde mit 240 000 Fahrzeugen angegeben. Der US-Rivale Ford hatte im September mit dem Bau einer dritten Fabrik in China begonnen, Toyota hat ebenfalls eine neue Produktion angekündigt.

Auch die VW-Marke Audi hat in Changchun erst vor kurzem eine neue Fertigung errichtet. Und der chinesische Hersteller Geely hat angekündigt, die Kapazität der Produktion verdoppeln zu wollen. Analysten warnen darum bereits vor massiven Überkapazitäten in einigen Jahren auf dem chinesischen Pkw-Markt. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis aus China Pkw exportiert würden. Auch von Volkswagen.

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