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13.03.2014

14:34 Uhr

Wachstumspläne

Baukastenspiele bei Volkswagen

Noch in diesem Jahr will Volkswagen zehn Millionen Autos bauen. Die flexible Produktion und die bessere Zusammenarbeit der Konzernmarken sollen dabei helfen. Im Nutzfahrzeugbereich setzt Winterkorn auf Diplomatie.

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen, blickt in neue Höhen: VW will zehn Millionen Fahrzeuge produzieren. dpa

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen, blickt in neue Höhen: VW will zehn Millionen Fahrzeuge produzieren.

BerlinEuropas größter Autobauer Volkswagen will bereits 2014 mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen. „Die Chancen stehen gut, dass wir die Marke der zehn Millionen Auslieferungen sogar schon in diesem Jahr übertreffen“, erklärte Vorstandschef Martin Winterkorn bei der Bilanzvorlage in Berlin. Nach dem Bestwert von 9,73 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr müssten die Wolfsburger für den Sprung über die 10-Millionen-Hürde mindestens rund 3 Prozent Absatzzuwachs verzeichnen. 2013 hatte ein Plus von 4,9 Prozent gebracht.

Dabei stehe allein das Wachstum für den VW-Konzern nicht mehr im Vordergrund, betonte Winterkorn. Wichtiger sei es, die Qualität des Ergebnisses und der Fahrzeuge im Blick zu behalten. Kein Wunder: Die drei absatzstärksten Marken VW-Pkw, Audi und Skoda machen außerhalb von China deutlich weniger Gewinn als im Vorjahr. Bei der Kernmarke sackte das operative Ergebnis sogar um ein Fünftel ab. Dafür sprang die Sportwagenschmiede Porsche in die Bresche: Die jüngste VW-Tochter zählte erstmals volle zwölf Monate zur Bilanz. Mit 2,6 Milliarden Euro lieferten die Stuttgarter fast dreimal so viel Gewinn wie 2012, als sie nur fünf Monate unter dem VW-Dach standen. Die Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit beziffert VW-Chef Winterkorn auf mittlerweile eine Milliarde Euro. Konzernweit belief sich der Gewinn im abgelaufenen Jahr auf knapp 11,7 Milliarden Euro und damit nur knapp über Vorjahresniveau.

Hinzu kommen die Gewinne von Volkswagen in China, die wegen der dortigen Join-Ventures gesondert ausgewiesen werden. Mit 4,3 Milliarden Euro konnten die Gewinne auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nur um fast 17 Prozent gesteigert werden - damit ist der größte Automarkt der Welt bereits rund ein Viertel des VW-Gewinns aus. Zuletzt hatte Volkswagen in China auch den bisherigen Marktführer General Motors auf die Plätze verwiesen. China-Vorstand Jochem Heizmann sagte, der Fokus auf den weltgrößten Automarkt werde für VW auch bei der Modellpalette weiter geschärft: „Wir sind intensiv dabei, unser Angebotsspektrum weiter auszubauen.“ Auch das Händlernetz bekomme Zuwachs - nicht nur in den Metropolen.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Der Konzern verkauft schon heute rund jedes dritte Auto in China. Bei der Pkw-Kernmarke ist es sogar fast jedes zweite. Damit wächst die Abhängigkeit von dem zentralistisch regierten Land, das international wegen Menschenrechtsverletzungen oft in der Kritik steht.

Mit 100 neuen Modellen, Varianten und Produktaufwertungen in den kommenden zwei Jahren und Gesamtinvestitionen von 84,2 Milliarden Euro bis 2018 wollen die Wolfsburger den Druck auf die Konkurrenten General Motors und Toyota weiter erhöhen.

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