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02.02.2016

10:30 Uhr

Wacker Chemie

Spezialchemie-Konzern knackt 5-Milliarden-Marke

Erstmals in seiner Geschichte macht Wacker Chemie mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz. Auch der Gewinn des Konzerns steigt stark an. Sorgen macht nur die Solarsilizium-Tochter.

„Vor allem unser Chemiegeschäft hat sich im vierten Quartal gut entwickelt.“ dpa

Forschung bei Wacker Chemie

„Vor allem unser Chemiegeschäft hat sich im vierten Quartal gut entwickelt.“

MünchenDer Spezialchemie-Konzern Wacker hat 2015 von einem starken Geschäft profitiert – trotz wachsender Unsicherheiten in der Weltwirtschaft. Wie geplant stieg der Umsatz zum ersten Mal in der Firmengeschichte über die Marke von fünf Milliarden Euro. Treiber war dabei das eigentliche Chemiegeschäft.

Auch im Schlussquartal legten die Erlöse zu, wenngleich weniger stark als im Gesamtjahr. Das lag in erster Linie an der börsennotierten Halbleiter-Tochter Siltronic, deren Geschäft am Jahresende schwächelte.

Der Jahresumsatz von Wacker legte um zehn Prozent auf annähernd 5,3 Milliarden Euro zu. Höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte seien die wesentlichen Gründe, teilte der Konzern am Dienstag in München mit. Alle Sparten hätten dazu beigetragen. Der Gewinn verbesserte sich um 23 Prozent auf unterm Strich 240 Millionen Euro.

„Vor allem unser Chemiegeschäft hat sich im vierten Quartal gut entwickelt“, erklärte Konzernchef Rudolf Staudigl. Dem Geschäft mit Solarsilizium machten jedoch niedrigere Preise zu schaffen. Wacker hatte Siltronic im Sommer an die Börse gebracht, hält aber noch über die Hälfte an dem Wafer-Hersteller. Wafer sind Vorprodukte für Computerchips. Siltronic hatte seine Geschäftszahlen bereits am Vortag berichtet. Das Wachstum bei Smartphones hatte sich zuletzt abgekühlt, das PC-Geschäft schwächelte.

Die Wacker-Aktien drehten nach einem freundlichen Auftakt ins Minus und verloren 6,9 Prozent auf 60,29 Euro, womit sie so niedrig wie seit Juli 2013 nicht mehr notierten. Im MDax hielten die Titel – 2015 hatten sie ohnehin schon zu den Schlusslichtern gezählt – die rote Laterne.

Auf den zweiten Blick seien die Zahlen nicht so überzeugend gewesen, sagte ein Händler. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler erklärte, das Geschäft mit Polysilizium befinde sich in einem zyklischen Tief, während die Chemieergebnisse positiv überrascht hätten. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser senkten wegen der niedrigeren Polysilizium-Preise ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen. Der Preisdruck dürfte die Profitabilität in der Sparte belasten, schrieben sie weiter.

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