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27.04.2017

09:28 Uhr

Wacker Chemie

Top-Quartal dank Aktienverkäufen

Trotz eines schwierigen Marktumfelds kann Wacker Chemie im ersten Quartal einen kräftigen Gewinn vorweisen. Das verdankt der Spezialchemiekonzern vor allem dem Verkauf eines Aktienpakets.

Der Spezialchemiekonzern hat im März die Mehrheit an Siltronic abgegeben und hält nun noch 31 Prozent der Anteile. dpa

Wacker Chemie

Der Spezialchemiekonzern hat im März die Mehrheit an Siltronic abgegeben und hält nun noch 31 Prozent der Anteile.

MünchenDer Verkauf eines Aktienpakets an der Silizium-Tochter Siltronic hat Wacker Chemie zu Jahresbeginn viel Geld in die Kassen gespült. Für das erste Quartal wies der Spezialchemiekonzern am Donnerstag einen Nettogewinn von 666 Millionen Euro aus, nach gut 16 Millionen Euro vor einem Jahr.

Wacker Chemie hatte im März die Mehrheit an der auf Siliziumscheiben für die Halbleiterindustrie spezialisierten Tochter abgegeben und hält jetzt noch knapp 31 Prozent an Siltronic.

Effekte rund um den Verkauf, der gut 353 Millionen Euro einbrachte, sorgten dafür, dass das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach oben schnellte. Siltronic selbst wies aufgrund größerer Nachfrage nach Wafern, Preissteigerungen und Kostensenkungen 17 Millionen Euro Nettogewinn aus; vor einem Jahr stand noch ein Verlust von 11,5 Millionen zu Buche.

Wie Wacker weiter mitteilte, kletterte das Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft des Spezialchemiekonzerns im Startquartal um knapp 15 Prozent auf gut 31 Millionen Euro. Weil das Geschäft mit Silikonen und Polymerprodukten, etwa für die Bau-, Textil- oder Kosmetikindustrie, besser lief, zog der vergleichbare Umsatz um acht Prozent an auf 1,22 Milliarden Euro. Positive Währungseffekte trugen ebenfalls zum Anstieg bei. Die insgesamt niedrigeren Preise hätten die Umsatzentwicklung dagegen gebremst.

Für das Gesamtjahr blieb Wacker Chemie bei der Prognose, wonach die Erlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen sollen; vergleichbar betrug 2016 der Umsatz 4,63 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) werde nach der Entkonsolidierung von Siltronic „voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentwert zurückgehen.“

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Rechnet man die Siltronic-Zahlen heraus, betrug das Betriebsergebnis im Vorjahr 935 Millionen Euro. Im ersten Quartal steigerte Wacker Chemie den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um zwölf Prozent auf 229 Millionen Euro; die Ebitda-Marge lag damit bei 18,8 (18,1) Prozent.

„Wacker ist unter nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Während die Nachfrage nach Silikonen und Polymerprodukten hoch sei, gestalte sich das Marktumfeld für hochreines Silizium schwierig.

Die Preise hätten hier „in den letzten Wochen deutlich nachgegeben.“ „Grundsätzlich aber erwarten wir in diesem Jahr für den weltweiten Photovoltaikmarkt weiteres Wachstum“, das sich positiv auf die Nachfrage nach Polysilizium auswirken werde.

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Von

rtr

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