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07.07.2011

11:25 Uhr

Waffenhandel

Deutschland mit Rekord-Exporten bei Kleinwaffen

VonJan Dirk Herbermann

Auch im Waffenexport spielt Deutschland im Export eine große Rolle. Im Handel mit kleinen Waffen belegt die Bundesrepublik weltweit den dritten Rang. Exportschlager mit tödlicher Wirkung.

Helme und Gewehre der Firma Heckler & Koch. Quelle: dpa

Helme und Gewehre der Firma Heckler & Koch.

GenfDeutschland belegt laut einer wissenschaftlichen Studie den dritten Platz beim Export von kleinen und leichten Waffen. Deutsche Rüstungsfirmen wie Heckler & Koch hätten 2008 kleine und leichte Waffen im Wert von knapp einer halben Milliarde US-Dollar ausgeführt, wie aus der "Übersicht über kleine Waffen" hervorgeht, die am Mittwoch von den UN in Genf vorgestellt wurde.

Größter Exporteur von Pistolen, Maschinenpistolen, Gewehren, Karabinern, Minenwerfern und leichten Raketen waren 2008 die Vereinigten Staaten. Sie verkauften Waffen dieser Größenordnung im Wert von 715 Millionen US-Dollar. Als zweitgrößter Exporteur verkaufte Italien Systeme im Wert von 562 Millionen US-Dollar. Jüngere Zahlen seien nicht verfügbar, hieß es.

Kleine und leichte Waffensystemen würden immer wichtiger für Militäroperationen in lang andauernden Konflikten wie Afghanistan und dem Irak. Ihr unkontrollierter Handel gefährde die internationale Sicherheit. Der Report nennt allerdings keine Zahlen über die Opfer von Klein- und Leichtwaffen.
Größter Importeur sind die USA Die Autoren der Studie beziffern den gesamten jährlichen Wert aller ausgeführten Klein- und Leichtwaffen auf über sieben Milliarden US-Dollar. Die Tabelle der größten Importeure führen die USA an. Danach folgen Kanada, Großbritannien, Deutschland, Australien, Frankreich und Pakistan. Diese Staaten importieren kleine Waffen im Wert von jeweils über 100 Millionen US-Dollar jährlich.

Die Experten betonen, dass der Handel mit kleinen und leichten Waffen unübersichtlich ist. Nach ihren Recherchen sind die Waffenverkäufe aus der Bundesrepublik noch relativ transparent und werden den Behörden in der Regel offen gemeldet.

In einem Transparenz-Ranking der Waffenverkäufer belegt die Bundesrepublik den dritten Platz hinter der Schweiz, die den ersten Platz belegt, und Großbritannien auf Platz zwei. Iran und Nordkorea hingegen gelten laut den Fachleuten als diejenigen Exporteure, die ihre Waffenverkäufe am stärksten verschleiern wollen.

Die "Übersicht über kleine Waffen" ist ein Projekt des Genfer Graduierteninstituts für Internationale und Entwicklungsstudien. Verschiedene Regierungen finanzieren die Arbeit, darunter auch die Bundesregierung.

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