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09.05.2011

13:12 Uhr

Waffenhersteller

Heckler & Koch plant den Gang an die Börse

Die finanzielle Basis des Waffenherstellers Heckler & Koch ist gesichert. Eine 295-Millionen-Anleihe ist unterwegs. Jetzt plant das Unternehmen frisches Kapital an den Börsen in Frankfurt und London einzusammeln.

Ein Rekrut der Bundeswehr übt mit einem Heckler & Koch G36-Gewehr. Quelle: dapd

Ein Rekrut der Bundeswehr übt mit einem Heckler & Koch G36-Gewehr.

OberndorfDer Waffenhersteller Heckler & Koch hat seine Finanzierungsprobleme nach eigenen Angaben gelöst und denkt nun darüber nach, an die Börse zu gehen. Eine Anleihe mit einem Volumen von 295 Millionen Euro sei erfolgreich auf dem Kapitalmarkt platziert worden, teilte das Unternehmen am Montag in Oberndorf mit. Damit sei die finanzielle Basis wieder langfristig gesichert. 

Als nächstes sei geplant, den Waffenhersteller in Frankfurt und London an die Börse zu bringen, um an frisches Kapital zu kommen, sagte eine Sprecherin. Dadurch soll die Verschuldung der Unternehmensgruppe gesenkt werden. Einen Termin für den Börsengang nannte die Sprecherin nicht. Heckler & Koch hatte im vergangenen Jahr 247,2 Millionen Euro Umsatz und 30,4 Millionen Euro Gewinn gemacht. 

Rating-Agenturen hatten Gläubiger zuletzt gewarnt, dass es bei dem Waffenhersteller mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Zahlungsausfällen kommen werde. Hintergrund war eine alte Unternehmensanleihe über 120 Millionen Euro, die im Juli ausläuft und bislang nicht refinanziert war. Mit der neuen Anleihe sei dieses Problem nun gelöst, betonte die Sprecherin. Außerdem will das Unternehmen schon jetzt ein Darlehen der Dachgesellschaft Heckler & Koch Beteiligungs GmbH über 100 Millionen Euro zurückkaufen, das eigentlich erst im April 2013 fällig gewesen wäre. Die neue Anleihe sei vor allem von institutionellen Anlegern gezeichnet worden. Sie hat einen Zinssatz von 9,5 Prozent und läuft bis 2018. 

Zu den Hauptkunden des Waffenherstellers zählen die Bundeswehr, die deutsche Polizei sowie die Streitkräfte aus mehreren Nato-Staaten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt derzeit, ob Heckler & Koch 2006 mit illegalen Waffenlieferungen in mexikanische Unruheprovinzen gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hat. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dem Unternehmen deshalb vorerst alle Waffenlieferungen nach Mexiko untersagt. Heckler & Koch weist die Vorwürfe zurück.

Von

dpa

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