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02.12.2014

18:00 Uhr

Waffenhersteller in der Krise

T-Shirts mit Kalaschnikow

Die russische Waffenschmiede Kalaschnikow leidet unter den Sanktionen gegen Moskau. Dabei wird das Unternehmen kreativ uns setzt vor allem auf die Weltberühmte „AK-47“ als Kultobjekt im neuen Logo.

Der 2013 verstorbene Waffen-Konstrukter Michail T. Kalaschnikow posiert mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr. Die Waffenschmiede Kalaschnikow sucht kreative Wege aus der Krise. dpa

Der 2013 verstorbene Waffen-Konstrukter Michail T. Kalaschnikow posiert mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr. Die Waffenschmiede Kalaschnikow sucht kreative Wege aus der Krise.

MoskauDie russische Waffenschmiede Kalaschnikow leidet schwer unter den US-Sanktionen gegen Russland und will daher neue Märkte erobern. Im Visier habe Kalaschnikow Südamerika, Asien und Afrika, erklärte am Dienstag Sergej Tschemesow, Chef der Kalaschnikow-Mutter Rostec. Die Waffenschmiede aus Udmurtien westlich des Uralgebirges stellte ein neues Logo vor.

Zudem will sie künftig „Kleidung für Sportschützen und Jäger“ und „Zubehör“ wie Messer anbieten, kündigte Kalaschnikow-Chef Alexej Kriworutschko an.

Das neue Logo ist rot und schwarz, wie die Flagge von Udmurtien, wo die wichtigsten Werke ihren Standort haben. Es besteht aus einem K, gebildet aus den weltberühmten Sturmgewehren AK-47 aus dem Hause Kalaschnikow.

Das Sturmgewehr sei „eines der russischen Symbole, die wirklich weltweit bekannt sind“, erklärte Kriworutschko. Das neue Logo repräsentiere die „fundamentalen Werte“ des Unternehmens: „Zuverlässigkeit, Verantwortung und leichte Handhabbarkeit“.

Wen die Russland-Sanktionen treffen

Ukraine

Das politisch wie wirtschaftlich größte Problem bei Russland-Sanktionen ist, dass auch die Ukraine unter den Folgen leiden wird. In einer Umfragen des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft nannten im Juni 21 Prozent der befragten Unternehmen die Ukraine als das Land, das nach Russland (37 Prozent) und Deutschland (33 Prozent) am stärksten unter Sanktionen zu leiden haben wird. Der Grund ist zum einen die enge wirtschaftliche Verflechtung der ehemaligen Sowjetrepublik mit Russland, die jeden Konjunktureinbruch dort auch für das Nachbarland zum Problem macht. Zum anderen bestraft Russland den Westkurs der Ukraine wie auch den Moldawiens mit Gegensanktionen wie einem Embargo gegen Milch und Fleisch. Bei einer Eskalation könnte auch der Gashahn zugedreht werden.

Balkan

„Auch die ganze Balkan-Region wird unter einem neuen Wirtschaftskrieg leiden“, meint der Balkan-Experte Duan Reljic von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Verantwortlich macht er hierfür die traditionell engen Beziehungen von Ländern wie Serbien mit Russland, vor allem aber das starke Interesse der ganzen Region an russischem Gas. Interessiert ist man auch am Bau der von Russland vorangetriebenen South-Stream-Pipeline durch die Region, die die EU-Kommission nun im Zuge der Abkühlung der EU-Russland-Beziehungen rechtlich überprüfen lässt. „Fast jedes Land der Region hat sich Hoffnung auf einen dreistelligen Millionenbetrag an Durchleitungsgebühren pro Jahr gemacht - die drohen nun wegzufallen“, meint Reljic. Finanzexperten weisen zudem darauf hin, dass öffentliche EU-Banken auch mit Töchtern russischer Institute in der Region keine Geschäfte mehr machen können, wenn deren Chefs auf einer Sanktionsliste der USA und der EU stehen - die ständig ausgeweitet werden.

EU-Mitglieder Bulgarien und Zypern

Innerhalb der EU gelten die Länder als anfällig, die teilweise zu 100 Prozent von russischem Gas abhängig sind und einen Lieferboykott befürchten müssen. Besonders betroffen sind zudem die stark nach Russland ausgerichteten EU-Staaten Zypern und Bulgarien. Am Finanzplatz Zypern etwa ist so viel russisches Geld angelegt, dass der Inselstaat von einem Abzug des Kapitals in Folge von EU-Finanzsanktionen stark getroffen werden könnte.

Zentralasien

Mit sehr gemischten Gefühlen schauen die Länder in Zentralasien auf die Entwicklung in der Ukraine. „Die kasachischen Banken würden wegen der engen Beziehungen sofort in Schieflage geraten, wenn ihre russischen Partner wackeln“, meint Beate Eschment, Redakteurin bei den Zentralasien-Analysen in Berlin. „In der Hauptstadt Astana ist man derzeit zudem ausgesprochen nervös, weil die Ukraine zeigt, was passieren kann, wenn man sich russischen Wünschen widersetzt.“ Eschment verweist darauf, dass auch im Norden der öl- und gasreichen ehemaligen sowjetischen Republik viele Russen leben und Russland nach wie vor Militärbasen in dem Land unterhält. Seit 2010 ist Kasachstan Mitglied in der Zollunion mit Russland. Anfang 2015 soll das bereits unterzeichnete Abkommen für eine eurasische Union in Kraft treten, das beide Länder noch enger aneinander schweißt - für gute wie schlechte Zeiten.

Allerdings hält man in der deutschen Wirtschaft durchaus auch einen umgekehrten Effekt für möglich: Als Mitglied der Zollunion könnte das Land sogar von harten Sanktionen gegen Russland profitieren - weil dann Geschäfte für den russischen Markt über Kasachstan abgewickelt werden müssten.

Afghanistan

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte am Wochenende drohend, die EU demonstriere mit Sanktionen, dass sie offenbar kein Interesse mehr an einer Sicherheitspartnerschaft mit Russland habe. Diese beinhaltet aber etwa die Versorgung der Nato-Soldaten in Afghanistan über den russischen Luftraum und die russische Eisenbahn. Auch der geplante schrittweise Abzug der Truppen läuft über Russland und nicht das wesentlich gefährlichere Pakistan. Das könnte sich ändern - mit unklaren Auswirkungen auf das ohnehin instabile Krisenland Afghanistan.

China

China, darin sind sich alle Experten einig, gehört dagegen zu den Gewinnern einer Eskalation zwischen dem Westen und Russland. Die deutsche Industrie warnt, dass ihnen nun chinesische Konkurrenten in Russland die Aufträge wegschnappen. Und Russlands mühsame Suche nach neuen Partnern beschert China günstige Preise für die kommenden Gaslieferungen vom Nachbarn. „China profitiert von der Isolation Russlands und kann gegen ein geschwächtes Russland die eigenen Interessen besser durchsetzen“, meint der China-Experte des Mercators Institutes for China Studies (Merics), Moritz Rudolph.

Die im Juli verhängten Sanktionen der USA gegen mehrere russische Unternehmen seien „ein schwerer Schlag“ für Kalaschnikow, da die meisten Produkte für Zivilisten in die USA gehen sollten, erklärte Rostec-Chef Tschemesow.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

02.12.2014, 18:11 Uhr

Auch als Dekorationsobjekt an Wohn-, Schlaf- oder Arbeitszimmerwand ist dieses alte und gute Stück sehr geeignet.

Herr Peter Spiegel

02.12.2014, 18:28 Uhr

Wo kann man das Deko-Teil bestellen?

Account gelöscht!

02.12.2014, 18:47 Uhr

@ ... bloed:

In USA bei dem Händler um die Ecke - früher vor dem Boykott jedenfalls.

Hier könnte eine Anfrage beim migrationshintergründigen Freund nebenan vielleicht helfen.

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