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19.03.2012

10:20 Uhr

Waffenverkäufe

Deutschland profitiert vom Rüstungsboom

VonMarkus Fasse

Der weltweite Waffenhandel hat zugelegt. Davon profitiert Deutschland besonders stark: Deutsche Panzer, U-Boote und elektronische Sicherheitssysteme haben sich zu Exportschlagern entwickelt.

Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+ der Firma KMW. dpa

Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+ der Firma KMW.

MünchenDer globale Waffenhandel wächst kräftig. In den Jahren 2007 bis 2011 erhöhten sich die Verkäufe von Panzern, Schiffen, Flugzeugen und Munition im Vergleich zu den fünf Jahren davor um 24 Prozent auf rund 130 Milliarden Dollar. Das hat das schwedische Forschungsinstitut Sipri ausgerechnet. Zu den größten Profiteuren des Rüstungsbooms gehört Deutschland, dessen Rüstungsindustrie weltweit den dritten Rang belegt. Die Ergebnisse von Sipri werden heute veröffentlicht und lagen dem Handelsblatt vorab vor.

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Die deutsche Rüstungsindustrie kommt mit einem Anteil von neun Prozent am weltweiten Handel der Branche auf den dritten Platz. Die USA führen die Liste mit 30 Prozent der globalen Waffenverkäufe an. Platz zwei belegt Russland mit einem Anteil von 24 Prozent. Die Rangordnung ist damit unverändert. Die größten Kunden der Rüstungsindustrie sind Indien, Südkorea und Pakistan. In den kommenden Jahren dürfte Saudi-Arabien an die Spitze rücken, das 2010 und 2011 für 60 Milliarden Dollar Kampfjets in den USA bestellt hat.

Von allen großen Exporteuren verzeichnet Deutschland aber den größten Zuwachs — 37 Prozent. Daran wird sich mittelfristig wenig ändern, obwohl traditionell wichtige Abnehmerländer wie Griechenland und Portugal wegen klammer Kassen als Kunden ausfallen. „Für die Waffensysteme, die Deutschland produziert, gibt es international eine große Nachfrage“, sagte Sipri-Experte Mark Bromley dem Handelsblatt.

Die deutschen Firmen sind spezialisiert auf den Bau von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen sowie Unterseebooten. In beiden Bereichen hat die Industrie zuletzt eine Reihe von Großaufträgen erhalten. So steht Saudi-Arabien vor dem Erwerb von rund 200 Leopard-Kampfpanzern. Israel und die Türkei bestellten U-Boote bei der Kieler Werft HDW. Jeder dieser Aufträge ist eine dreistellige Millionensumme wert. Immer häufiger ergeben sich diese Aufträge aus geostrategischen Partnerschaften, wie zuletzt mit Algerien. In dem nordafrikanischen Land engagieren sich Rheinmetall und Thyssen-Krupp beispielsweise mit dem Aufbau einer Industrie für gepanzerte Fahrzeuge. Die EADS-Tochter Cassidian installiert ein Grenzsicherungssystem in Saudi-Arabien.

„Mit dem Auftragsbuch wird Deutschland auch künftig unter den Top vier der Waffenlieferanten bleiben“, sagte Bromley. Diese Position ist keine Selbstverständlichkeit, denn anders als die USA, Russland, China oder Großbritannien verfügt Deutschland nicht über große Rüstungskonglomerate.

Die westlichen Rüstungskonzerne drängen mit ihren Produkten derzeit vor allem nach Indien, in die Golfregion und nach Südamerika. Mit Zuwächsen in diesen Regionen hoffen sie die sinkenden Bestellungen auf ihren Heimatmärkten zu kompensieren. Deutschland dampft wie die USA und Großbritannien sein Verteidigungsbudget ein, um die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

Kommentare (14)

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Und_das_soll_Frieden-Sichern

19.03.2012, 10:42 Uhr

Einfach nur PERVERS!

Kotzbrocken

19.03.2012, 10:56 Uhr

Da haben die Gutmenschen hier ja wieder ordentlich was zum Kotzen. Sehr schön!

Kelti

19.03.2012, 11:07 Uhr

"Wer Wind säht ..."

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