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21.12.2012

08:39 Uhr

Waschmittelkonzern

Henkel will 40 Prozent Frauen im Management bis 2018

Auch ein Waschmittelkonzern hat gute Vorsätze: In den nächsten fünf Jahren soll der Frauenanteil im Management von Henkel um zehn Prozentpunkte steigen. Spekulationen um Anteilsverkäufe dementiert das Unternehmen.

Will mehr Frauen in den Führungsetagen: Simone Bagel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende des Waschmittelkonzerns Henkel. Reuters

Will mehr Frauen in den Führungsetagen: Simone Bagel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende des Waschmittelkonzerns Henkel.

DüsseldorfDer Waschmittelkonzern Henkel will bis 2018 den Anteil von Frauen im Management von derzeit 30 kontinuierlich vergrößern. „Diesen Anteil wollen wir jährlich um ein bis zwei Prozentpunkte steigern“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende des Düsseldorfer Konzerns, Simone Bagel-Trah, der "WirtschaftsWoche". Damit stiege der Frauenteil in fünf Jahren auf bis zu 40 Prozent. Gleichwohl nannte Bagel-Trah eine vorgeschriebene Frauenquote „falsch“: „Ein Unternehmen kann durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen und durch Vorbilder die Ziele auch ohne starre Vorgabe erreichen.“ Jedes Unternehmen solle selbst Ziele für die Förderung von Frauen festlegen.

Bagel-Trah kritisierte zugleich scharf die von der Bundesregierung geplante Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder nicht in eine öffentliche Kindertagesstätte schicken. „Das ist nicht meine favorisierte Lösung. Es ist in Deutschland für eine Frau immer noch schwer, Karriere und Kind unter einen Hut zu bekommen“, sagte sie . „Die Mittel für das Betreuungsgeld sollten lieber in Angebote gesteckt werden wie Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Stattdessen werden finanzielle Anreize geschaffen, damit gut ausgebildete Frauen daheim bleiben.“

Der Düsseldorfer Waschmittelkonzern Henkel wird sein Renditeziel von 14 Prozent voraussichtlich zum Jahresende erreichen und die Rate innerhalb der nächsten zwei Jahre um weitere zwei Prozentpunkte steigern. „Wir haben einen Gewinnzuwachs pro Aktie von durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr formuliert, dazu ein Umsatzziel von heute rund 16 auf 20 Milliarden Euro. Bis 2016 lässt sich daraus eine Gewinnmarge von 15,7 bis 16,2 Prozent ableiten“, sagte die Henkel-Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah der WirtschaftsWoche.“ Mit dieser Aussage tritt Bagel-Trah Kritik von Investoren entgegen, Henkel habe in seinen kürzlich vorgestellten Finanzzielen bis 2016 keine Renditeziele genannt. Für 2012 sei Henkel „auf sehr gutem Weg“, die angekündigte Rendite von 14 Prozent zu erreichen.

Zugleich zerstreute Bagel-Trah Spekulationen, wonach Teile der Henkel-Familie 2016 erstmals von der Möglichkeit Gebrauch machen könnten, Anteile am Unternehmen zu verkaufen: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass das nicht passieren wird. Wir haben bei Henkel eine gute und lange Tradition, auf die wir unsere Zukunft bauen wollen. Wir haben eine ausgezeichnete Grundstimmung in der Familie, insbesondere in meiner Generation, die jetzt in der Verantwortung ist“. Bagel-Trah ist zugleich Vorsitzende des Henkel-Gesellschafterausschuss, in dem sich die Henkel-Erben absprechen.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Von

dah

Kommentare (1)

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vandale

21.12.2012, 10:08 Uhr

Es stellt sich dann die Frage, ob abgelehnte Bewerber und Entlassene Männer die Firma wegen Diskriminierung verklagen können.

Eine unabhängige Justiz sollte eigentlich solche Klagen unterstützen.

Vandale

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