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17.06.2016

13:30 Uhr

Wasserstoff-Tankstellen

Die Zukunft kommt aus Wuppertal

VonLukas Bay, Regine Palm

Wasserstoff soll in Zukunft unsere Autos antreiben. In Wuppertal eröffnet nun die erste H2-Tankstelle. Sie soll zum Modell für ganz Deutschland werden. Nicht alle sind von einem Erfolg überzeugt.

Wird die H2-Tankstelle in Wuppertal zum Modell für ganz Deutschland? Shell

Shell-Tankstelle

Wird die H2-Tankstelle in Wuppertal zum Modell für ganz Deutschland?

WuppertalEs ist ein bisschen zu viel Wasser, das an diesem Mittwoch vom Himmel fällt. Die Festgemeinschaft, die zur Eröffnung der ersten Wasserstofftankstelle in Wuppertal gekommen ist, muss sich in einem weißen Pavillon unterstellen, um nicht nass zu werden. Hier an der Shell-Tankstelle in Oberbarmen soll heute Mobilitäts-Geschichte geschrieben werden. Die neue Wasserstoff-Station in Wuppertal ist die erste dieser Art in Nordrhein-Westfalen – und soll zum Modell für ganz Deutschland werden.

Über zehn Jahre hat die Clean Energy Partnership, eine Forschungsgemeinschaft von etlichen Unternehmen der Wasserstoffwirtschaft geforscht, um sich einen gemeinsamen Standard zu entwickeln. Wuppertal ist das Ergebnis. Die Technik habe sich als zuverlässig und sicher erwiesen, heißt es auf Nachfrage eine Anwohnerin. Betankt werden die Fahrzeuge hier mit einem hohen Druck 700 Bar. Ein Tankvorgang dauert damit nur vier Minuten.

Für alle, die sich über die langen Ladezeiten und das hohe Gewicht eines batteriebetriebenen Elektroautos beschweren, ist ein Wasserstoff-Auto die Alternative. Über eine Brennstoffzelle wird der Treibstoff in Energie umgewandelt. Aus dem Auspuff kommt am Ende nur Wasser. Doch bislang fehlt das Tankstellennetz, um die Technik massentauglich zu machen. Bundesweit sind es gerade einmal 21.

Dass die Premiere des neuen Standards ausgerechnet in Wuppertal stattfindet, wirkt auf den ersten Blick merkwürdig. Immerhin gibt es deutschlandweit selbst in vielen Metropolen wie Köln bislang noch keine Möglichkeit für Privatkunden, Wasserstoff zu tanken. Ausschlaggebend sei die Lage in Wuppertal-Oberbarmen gewesen, erklären die Verantwortlichen. Die Tankstelle liegt verkehrsgünstig im Autobahndreieck zwischen A1, A43 und A46.

Beliebteste Autoklassen bei Privatkäufern

Kompaktklasse nur noch knapp vor SUV

Wer sein Auto selbst zahlt, kauft besonders gern ein SUV. Rund jeder vierte auf eine Privatperson zugelassene Neuwagen war 2015 einer der modischen Crossover. Der Kompaktklasse – seit Jahrzehnten Spitzenreiter in der Beliebtheit – droht Rang zwei. Eine Übersicht der beliebtesten Pkw-Segmente bei privaten Neuwagenkäufern ....

Rang 6

Die Mittelklasse – im Gesamtmarkt immerhin auf Rang vier der beliebtesten Klasse – kommt bei den Privatkunden erst auf Platz sechs. Gerade mal 18,9 Prozent der Halter im Segment von VW Passat und Co. sind natürliche Personen aus Fleisch und Blut. Geringer ist die Quote nur in der oberen Mittelklasse (17,3 Prozent) und in der Oberklasse (13,8 Prozent).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Pkw.

Rang 5

Vans fand 2015 genau 84.631 Privatkunden: Bei den prototypischen Familienautos hätte man vielleicht einen höheren Privatkundenanteil als mäßige 32 Prozent erwarten können. Aber für junge Familien sind die praktischen Pampers-Bomber als Neuwagen häufig zu teuer, sind die Kinder größer und die Festgeldkonten voller, fährt man häufig lieber Limousine oder SUV als einen klobigen Van.

Ein einziges Modell fällt aus dem Rahmen: der sehr günstige Dacia Lodgy (ab 9.990 Euro) mit fast 80 Prozent Privatkunden – was die oben aufgeführte These letztlich stützt.

Rang 4

Kleinstwagen mit 89.317 Privatkunden: Lediglich jeder dritte Kleinstwagenkäufer bestellt das Fahrzeug auf eigene Rechnung. Größer ist der Anteil bei den besonders preisgünstigen Modellen.

So lassen beispielsweise rund 70 Prozent der Käufer eines Suzuki Celerio (zurzeit ab 9.690 Euro, 2015 zwischenzeitlich aber auch mal unter 7.000 Euro) das Fahrzeug privat zu.

Bei teureren Lifestyle-Modellen wie dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ist das Verhältnis umgedreht.

Rang 3

Kleinwagen, 208.053 Privatkunden: Die Kleinwagen-Klasse ist ein typisches Privatkundensegment. Als Dienstwagen-Bonbon für das mittlere Management tendenziell zu klein, als Arbeitsgerät für Pizza-Kuriere tendenziell zu groß. Resultat ist ein weit überdurchschnittlicher Privatkundenanteil von 44 Prozent.

Rang 2

SUV, mit 253.186 Privatkunden in 2015: Während die SUV im Gesamtmarkt noch knapp eine Viertelmillion Neuzulassungen hinter der Kompaktklasse liegen, haben die Crossover auf dem privaten Markt schon ziemlich aufgeholt.

Der Privatkäuferanteil von 42 Prozent ist in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) der höchste hinter Wohnmobilen (64 Prozent) und Kleinwagen (44 Prozent).

Rang 1

Kompaktklasse (292.597 Privatkunden): Immer noch das populärste Fahrzeugsegment der Deutschen, auf dem Privatkundenmarkt aber zunehmend unter Druck (siehe Rang zwei). Rund 65 Prozent der 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge sind auf eine Firma angemeldet.

Vor allem die deutschen Hersteller engagieren sich stark im Flottenmarkt, beim VW Golf geht nicht einmal jedes dritte Auto an eine Privatperson.

„Hier können bis zu 3.500 Kilometer pro Stunde vertankt werden“, betont Mathias Kranz von Linde. Theoretisch können also bis zu sieben Fahrzeuge pro Stunde vollgetankt werden. Linde liefert die Technik für dreiviertel aller Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland – auch für die Tankstelle in Wuppertal. Zum Start ist genug Wasserstoff für 30 Fahrzeuge am Tag vorhanden, bei mehr Bedarf können die Tanks erweitert werden.

Dass es schnell dazu kommt, ist aber unwahrscheinlich. Derzeit sind in Deutschland gerade einmal 210 Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb zugelassen. Und auch bei den Modellen besteht erheblicher Nachholbedarf. Serienreif sind gerade mal drei Modelle von asiatischen Herstellern: der Mirai von Toyota, der ix35 von Hyundai und der Clarity von Honda.

„Damit die Fahrzeuge jetzt auf die Straße kommen, brauchen wir ein großes H2-Tankstellennetz in Deutschland“, sagt Norbert Barthle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Er appelliert an die deutschen Hersteller, mit eigenen Modellen nachzuziehen. Über den Konzeptstatus hinaus hat bislang nur Mercedes mit dem GLC F-Cell, einen serienreifen Wasserstoff-Hybrid angekündigt, der 2017 auf den Markt kommen soll.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

17.06.2016, 14:14 Uhr

Soso...Wasserstoff soll also nun der neue Energielieferant für die Mobilität der Zukunft sein....jetzt habe ich gedacht die E-Mobilität wäre die Zukunft....naja, nach dem CO2 Verbotsplan der volksfeindlichen Grün-Sozialistischen Regierung wird in Zukunft das Fahrrad und der Eselskarren die neue Fortbewegung für unsere Gesellschaft sein.

Herr Bernhard Ramseyer

17.06.2016, 14:24 Uhr

..aus Wuppertal.

Ich dachte aus Düsseldorf.
"Während die AfD für Unternehmen keine nennenswerte Rolle mehr spielt, schoss die FDP in der Sympathie der Firmen an die Spitze: 76 Prozent fanden das wirtschaftspolitische Profil der Liberalen gut."

Hat Lindner eine Senkung der Mehrwertsteuer für bestimmte Branchen versprochen?

Herr Jakob Rauber

17.06.2016, 14:25 Uhr

Ich habe selten einen so schlecht verfassten Artikel gelesen. Von einem seriösen Blatt wie dem Ihren erwarte ich etwas mehr Gründlichkeit beim Schreiben. Bis 20430 zu warten, um komplett emissionsfrei mobil zu sein, erscheint mir etwas unrealistisch, da bis dahin noch 18.000 Jahre vergehen müssen und das bei allem medizinischen Fortschritt wohl nicht mal meine Enkel erleben werden. Was die restlichen Fehler betrifft, wünsche ich allen Lesern, gerne auch dem Autor, viel Spaß beim Suchen!

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